Das Opferspiel - wir haben die Wahl (Allgemein)
Hallo,
ich möchte hier etwas aus einem Buch zitieren, mit dem ich die letzte Zeit zugange bin.
Folgendes Kapitel hat mich sehr beeindruckt, weil es auf vieles passt, was ich selbst zum Thema Opferverhalten praktiziert
und bei anderen erlebt habe. Und genau auf die hier beschriebene Art und Weise bin ich grosse Schritte
auf meinem Weg zur seelischen Gesundung gegangen:
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Alter Schuh: Opfer spielen
(Das Buch heisst ja "raus aus den alten Schuhen" - Anmerkung von Odille - Quellenangabe und Website des Autors siehe unten
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Viele Menschen fühlen sich als Opfer von irgendjemanden oder irgendetwas, ganz besonders viele empfinden sich als Opfer ihrer Eltern.
Weil ihre Eltern viele Fehler gemacht haben - davon sind sie überzeugt - hätten sie Nachteile in Kauf nehmen müssen. Wären ihre eltern anders
oder besser gewesen oder hätten sie andere eltern gehabt, dann ginge es ihnen heute besser, denkt "es" in ihnen. Wieder andere fühlen sich
als Opfer schlechter Lehrer, als Opfer autoritärer, ungerechter Chefs oder als Opfer ihrer Partner. Wenn er oder sie nicht so (gewesen) wäre,
dann, ja dann wäre es ihnen besser gegangen. Ja, nicht wenige Eltern fühlen sich sogar als Opfer ihrer schwierigen anstrengenden Kinder.
Menschen geben meist irgendjeamdem die Schuld für die eigene Unzufriedenheit. Und wenn keiner hierfür zu finden ist, dann muss das Leben
selbst dafür herhalten. Dann tauchen Gedanken auf wie "Das Leben ist ungerecht". Der (fragwürdige) Vorteil dieses Verhaltens.
Ich brauche mir über eine Lösung weiter keine Gedanken zu machen. Ich brauch mich weder innerlich noch äußerlich zu bewegen.
Ich beschließe, weiter zu leiden, da ja die anderen die Schuld haben. Ich kann genaus weitermachen wie bisher, weil ich ja an meinem
Zustand selbst nichts ändern kann.
Der Nachteil dieses Verhaltens: Ich kann tatsächlich nichts an meinem Leben ändern, wenn ich solchen Gedanken weiterhin zustimme.
Ich gebe hierdurch meine Macht ab, ich treffe als Opfer mit solchen Gedanken eine Wahl:ICH WÄHLE OHNMACHT!
Ich wähle, mich auch weiterhin anderen Kräften, Menschen und dem Schicksal ohnmächtig ausgeliefert zu fühlen.
Denn wenn andere schuld an meinem Schicksal sind, dann müssen sie auch Macht über mich besitzen.
Verdeutlichen wir uns diese Gedankenkette noch einmal. Ich sage "Du bist schuld daran, dass ich nicht glücklich bin,
dass es mir schlecht geht!" Dadurch wähle ich selbst, mich auch in Zukunft ohnmächtig und hilflos zu fühlen.
Dadurch kann ich an meinem Leben nichts ändern, alles bleibt beim Alten.
Frage Dich: Wem gebe ich die Schuld am Zustand meines Lebens, an meiner Unzufriedenheit, an meinen Enttäuschungen usw.?
Formuliere diese bisher nur gedachten Gedanken und sprich sie laut aus oder schreibe sie nieder:
"Meine Mutter ist schuld daran, dass ich ....Mein Vater ist schuld daran, dass ich ....Mein Expartner ist schuld daran, dass ich...
Mein Partner ist schuld daran, dass ich...Mein Kind ist schuld daran, dass ich...Ich fühle mich als Opfer meiner Eltern,
meines Expartners, meines Partners, meines Kindes, des ungerechten Lebens..."
UND FRAGE DICH SCHLIESSLICH: WIE LANGE WILL ICH DIESES SPIEL NOCH SPIELEN? BIN ICH BEREIT, DIESES SPIEL JETZT ZU BEENDEN?
Dieses Gedankenspiel von Schuld und Opfer ist den meisten nicht einmal bewusst. Ich habe Menschen getroffen, die sagten.
"Der da ist ein Idiot". Und ich fragte. "Merkst Du, wie Du diesen Menschen gerade verurteilst und Dich zu seinem Opfer machst?"
Darauf der andere "Nein, ich verurteile ihn gar nicht, aber ein Idiot ist er trotzdem! Und ein Opfer von ihm bin ich schon gar nicht!"
Darum lass uns dieses Opferspiel an weiteren Beispielen noch deutlicher machen. Eine verheiratete Frau klagt im Seminar:
"Ich halte das nicht aus, wenn mein Mann immer wieder launisch ist. " Und ihr Kopf denkt: "Wäre mein Mann nicht so launisch,
ginge es mir besser!" Genauso argumentieren andere Frauen "Wäre meine Tochter ordentlicher, ginge es mir besser.
Würde mein Sohn kein Rauschgift nehmen, ginge es mir besser. " Und Männer denken z.B. "Würde mein Chef wirklich sehen,
was ich alles leiste, ginge es mir besser. Würde meine Frau nicht so viel an mir herummeckern, ginge es mir besser".
Der Verstand dieser Frauen und Männerverurteilt also vordergründig die anderen wegen ihres Verhaltens und sagt:
"Eigentlich müssten sie sich anders verhalten. Ich will nicht, dass sie so sind!"
Sie sagen also Nein zu dem, was ist. Gleichzeitig veurteilt aber jeder von ihnen durch sein Denken auch sich selbst,
und macht sich zum Opfer von Frau, Mann, Chef oder Kindern.
Wird diesens Denken "Ich leide, weil der so und so ist" nicht hinterfragt, muss sich der Denkende zwangsläufig immer
wieder schlecht fühlen. Ja, er muss immer weitere Täter in seinem Umfeld entdecken, die seine Lebensqualität einschränken
und verhindern, dass es ihm gut geht und er einglückliches Leben führt. Mit unserem verurteildnden Verstand machen wir uns
zum Opfer unzähliger Menschen: von Dränglern auf der Autobahn, streikenden Lokführern, auf den deutschen Markt
drängenden Ausländern aus dem Osten und zu viel verdienenden Managern. Wir fühlen uns als Opfer von Rauchern,
untreuen Ehepartner, faulen Kindern, verständnislosen Lehrern, von Politessen usw.
Bitte mache Dir in einer stillen Stunde einmal eine Zusammenstellung (am bsten mit Stift und Papier) der Menschen oder Zustände,
über die Du Dich hin und wieder oder oft ärgerst. Und mach Dir dann an jedem Beispiel klar, dass Du
in Deinem Leben immer den adnren Menschen oder ein Ereignis zum Täter erklärt und Dich selbst zum Opfer.
Wer mit solch einem Opferbewusstsein durch Leben geht, kann nicht glücklich sein. Denn erprodziert in seinem Körper Druck,
Spannung, Enge und Schwere oder negative Emotionen wie Ärger, Wut, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Trauer und Depression.
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<small>Quelle: Raus aus den alten Schuhen - Dem Leben eine neue Richtung geben
Autor: Robert Betz
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Was haltet Ihr davon? Was wählt Ihr für Eurer Leben?
Lieben Gruss, Odille ![[image]](http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile)
ps: was zum Thema passt ist auch von Katie Byron: The Work
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