Re: Krims-Krams-Strukturen (Allgemein)

MarLe, Freitag, 10.07.2009, 16:07 (vor 6030 Tagen) @ MaZe

Lieber Maze,
mir ist zwar klar, dass ich lieber nicht spontan schreiben sollte,
Gedanken vorher sortieren ist besser.
(und kürzer. *grins)
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Gut, ich hab mich anders entschlossen.

Das was du in dem Posting schreibst spricht mich an.
...und (leider) läuft dazu mein eigener (Gedanken)-film ab.
D.h. im Klartext, es ist nicht ein eingehen auf deine Worte,
sondern mein Erleben, Erfahren.
(Tut mir leid.)
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<font color=chocolate>>Was mir gerade in jüngster Zeit wieder auffällt,

wenn ich an gewisse Ecken in meiner Wohnhöhle herangehe,
ist -gerade auch beim BB- dass ich fast jedes DING das irgendwo liegt
mit einer klitze-kleinen Mini-Geschichte verbinde - es ist wie ein offenes Tagebuch!
Das scheint mir immer klarer ein 'Knackpunkt' zu sein!</font color>

OH JA !
Das kommt mir sooo bekannt vor.

Ich hab (im alten Forum) einmal meinen Gedanken dazu freien Lauf gelassen und
habe einige Erkenntnisse über mich überbehalten.
Kurz:<ul><li># Ein Teil meiner Dinge setze ich mit einer Empfindung gleich
= Mir kam die Erinnerung an eine Gruppe Urlauber, Japaner, die Deutschland in 5 Tagen durchreisten und
alles im Bild festhielten um später, zuhause, die Reise genießen zu können
<font size=-1>~ Leben anhand von Bildern.
Auch ich will in vielen Situationen später nachschauen und dann genießen, was ich aus irgendeinem Grund
nicht gleich (nach meiner Einstellung/Meinung) genügend aufgenommen, gewürdigt habe.</font><li># je länger eine Sache bei mir verbleibt, um so mehr "Geschichte" bekommen diese Dinge
= umso schwerer wird eine Trennung davon.
<font size=-1>~ Das bekam ich deutlich zu spüren, als mir am Valentinstag in einem Geschäft eine Plastikrose überreicht
wurde. Mein erster Gedanke (!) war, "die schmeiß ich gleich in einen Papierkorb".
Ich nahm sie dann doch mit nach Hause. Dort verblieb sie -gut sichtbar- mehrere Tage und mit jedem Tag
wuchs ihre Darseinsberechtigung. Die kann man zum Basteln brauchen. Auf einem Geschenk dekorieren.
Später folgten noch ganz andere Gedanken. "Toll, die erste Blume, die ich an dem Tag jemals bekommen habe"Es dauerte mehrere Wochen, ehe ich sie endlich (!) einfach wegwerfen konnte. Und erst mit dem posten hier
im Forum war mir die tatsächliche Handlung möglich.</font><li># Eine Trennung braucht seine Zeit
= auch seine Zeit für Trauer.
<font size=-1>~ Ein Sommermantel (der mir nie gefallen hat und auch noch immer zu kurz war), hat mehrere
Jahre vor (!) meinem Kleiderschrank gehangen. Storend. Immer mal wieder sauber gemacht. Als mein Entschluss
stand, ihn in die Kleidertonne zu geben (war nur 3x in 10 Jahren getragen worden), da ging das nicht gleich.
Nein, ich legte ihn erst in eine 'Kleidersammelecke'. Also weg vom Kleiderschrank, in eine Tüte und an die
Haustür. Nach mehreren Wochen da nahm ich ihn dann endlich mit zum Container. Ich warf ihn ein ... und heulte
den ganzen Weg (Spaziergang mit Hundi). Erst als ich wieder zuhause war, konnte ich aufhören zu weinen.
Das er wegmusste = war mir klar. Es war gut so. Aber die Zeit, die der Mantel verkörperte, die habe ich
in Gedanken wieder auferstehen lassen und die (!) schmerzte.</font><li># Manche Geschichten müssen weitergegeben/erzählt werden!
= Das Ding beinhaltet eine Geschichte, loslassen vom "Ding" heißt auch, die Geschichte (das Erlebniss/die Erinnerung) loszulassen.
<font size=-1> Meinen Keller konnte ich nur deswegen angehen, nur deswegen soviel entsorgen, weil mir eine liebe
Freundin half. Sie hatte Geduld und Ruhe und sie war bereit, die Geschichten zu hören! Sobald mir so ein Teil,
in die Hände kam, dass eine längere oder eine tiefergehende Geschichte hatte, haben wir eine Pause gemacht.
Wir haben Kaffee getrunken und ich habe seine Geschichte erzählt. Weitergegeben. Und danach war es leicht,
das Ding zu entsorgen. Es war sogar befreiend. *lächel* Es dauerte länger, einen Raum durchzugehen.</font><li># ...und da ist noch die Erkenntnis, die in mir wirkt.
= aus meiner Umfrage entstanden.
<font size=-1>Wie mein Umgang mit den Dingen ist und das dies nicht eine Maßeinheit ist...mhm... verzeih, ich
kann das, was in mir brodelt (noch?) nicht in Worte kleiden.</font></li></ul>

Mir ist klar, dass ich wesentlich mehr mit mir selber arbeite, als an meiner Umgebung.

*lach* rückblickend muss ich laut lachen.
Weißt du, dass ich mir im ersten Jahr wirklich vorgestellt habe, WoZi, Küche, kl.Bad und Flur in 100 Tagen
völlig in Ordnung zu haben und das auch so zu halten?
So war es nicht. Was geschah? Mir kam das Leben dazwischen.
Mir ist klar geworden, dass das Chaos verschwinden kann - aber dass ich mich im gleichen Maße verändere.
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<font color=chocolate>>So als hielte ich mit jeder Anordnung von Zeugs z.B. auf dem Küchentisch ein Stück Leben fest>Es ist alles Erinnerung an ein Stück des Weges>Holla!

Wie neurotisch bin ich denn?
Welches Hirnprogramm ist da am Wirken?</font color>

Ich bin davon überzeugt, dass die Seele und die eigenen Bedürfnisse ein zentraler Schlüssel sind.
Kennst du den Spruch?
<font face=courier>"Wenn ich tue, was ich immer getan habe, bekomme ich das, was ich immer bekommen haben."</font face>
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<font color=chocolate>>Was bleibt, ist eine vage Ahnung, dass das 'Glück' stets in greifbarer Nähe schwebt, fast unsichtbar...)</font color>

<font face=courier>"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!" - nach Johann Wolfgang von Goethe.</font face>

Neulich hatte ich ein eingehendes Gespräch, das Thema war: 'Kommt Glück von außen'.
Also, wann bin ich glücklich? Wenn ich im Lotto gewinne?
Das würde bedeuten, dass mir Glück wiederfährt = von außen kommt.
Ist das so?
Ich finde, dass ist ein ganz tolles Thema. Läßt mich in mich rein horchen, nachspüren.
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<font color=chocolate>>Konkret halte ich nochmals fest:

Jeder Zustand meiner Wohnung erzählt (mir) eine Geschichte,
und viele davon sind nur Schall und Rauch>Es ist wohl wirklich eine Kunst,
das Überflüssige zu erkennen und loszulassen,
und nur das WESENtliche zu behalten / weiterzugeben / zu LEBEN.</font color>

...mhm....Große Worte gelassen ausgesprochen (geschrieben).
Und doch ist mein Impuls, dir im ersten Teil des Abschnittes zu wiedersprechen.
Bein zweiten Teil suche ich (für mich) geeignete Worte.
...mhm... Das zu finden, was mehr Last als Nutzen hat? Was sich nicht auszahlt?
(mir fällt dazu gleich ein: Knoblauchpresse.) *fett-grins
<font size=-1>Die sollte mir die Arbeit erleichtern, aber das Säubern und suchen ist
aufwendiger, als auf andere Bearbeitungsweise zurück zu greifen. Überflüssig</font>
Aber die hat keine wirkliche Geschichte. Das Loslassen ist leichter.

Für mich hat sich herauskristalisiert, dass ich mir immer wieder -am besten mind. 1x im Jahr- einen
Überblick verschaffen muss.
D. h. mindestens einmal im Jahr den "fertigen Schrank" neu durchsehen, falls mir's nötig erscheint
umsortieren. Angesammeltes neu bewerten und nötigenfalls weg-damit.
Oder den Gefrierschrank, oder oder oder.
Letztlich bewahrt mich erst das Übersicht-haben/-behalten vor zu viel Chaos.
...und das ist mit allem so, ob Papierkram oder Schränke
Dabei ist für mich wichtig die Abstände möglichst groß zu halten. Damit setze ich mich nicht
unter Druck und überfordere mich nicht.
(Stichwort: Silvesterschrank. *fett-grins)

Ich bin hier schon mehrfach durch, trotzdem ist das Chaos ganz beträchtlich.
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<font color=chocolate>>Über Feedback von Euch würde ich mich sehr freuen,

ansonsten mach ich auch gerne alleine da weiter.
Was raus muss, muss raus!</font color>

Nun ja, ich finde, das hier ist kein richtiges Feedback. *seufz
Vielleicht kannst du für dich aber einen Gedanken rausnehmen.
(wenn du nicht sofort erschlagen bist.)

Ich bin gerade nicht beim werkeln und räumen.
Ich "lebe" heute von/aus meinem "Notfallköfferchen".

Mein "Notfallköfferchen" beinhaltet Ideen und Dinge, die mir gut tun.
Ich habe mich sehr geärgert und bin letzlich niedergeschlagen.
Die Wut konnte ich nicht in Energie umwandeln (und die der Arbeit nützlich machen).
So habe ich heute Handarbeiten gemacht.
<font size=-1> Obwohl dringend Küchen-BB nötig geworden ist</font>
Etwas mit den Händen zu tun und ein Ergebnis zu haben, etwas wachsen zu sehen,
ist (für mich) gerade der passende Ausgleich zu dem Stillstand, den ich heute
erfahren/ausgesetzt habe/bin.
Ich bin nicht sehr geduldig. Und nicht gleich weiter zu kommen, erstmal keine Lösung
zu haben, kratzt sehr an mir.
Ich merke, wie mir das heute gut tut - trotzdem ist im Hintergrund ein ungutes Gefühl,
weil ich mir mein Bedürfnis erfülle, obwohl
Viel Erfolg und lieben Gruß
Marlene


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