zwei todesfälle - was tun? (Allgemein)
alexander, Freitag, 14.08.2009, 08:19 (vor 5995 Tagen)
hallo!
bin mal wieder hier!
letzte woche hatte ich zwei todesfälle in der verwandtschaft, dienstag ruft das krhs an, mutter sei tot.
angeblich lungenentzündung. sie kam vor 4 wochen ins heim, weil ich sie nach 10 jahren nicht mehr pflegen/versorgen kann. jetzt hat sie nach vier wochen plötzlich eine lungennetzündung? seltsam!
auch eine cousine von ihr starb letzte woche, wie ich gestern erfuhr.
jetzt muss ich die bestattung organisieren.
hat jemand tips wie ich da möglichst billig weg komme?
man hört immer von krematorien in tchechien, die seien viel billiger?
ich will das ganze so einfach wie möglich abwickeln.
von den bestattern hört man, sie seien sehr teuer.
muss mir das krhs den totenschein ausstellen oder brauch ich da nen extra arzt?
grüsse
alexander
Herzliches Beileid
Lisa, Freitag, 14.08.2009, 08:38 (vor 5995 Tagen) @ alexander
hallo!
bin mal wieder hier!
letzte woche hatte ich zwei todesfälle in der verwandtschaft, dienstag ruft das krhs an, mutter sei tot.
angeblich lungenentzündung. sie kam vor 4 wochen ins heim, weil ich sie nach 10 jahren nicht mehr pflegen/versorgen kann. jetzt hat sie nach vier wochen plötzlich eine lungennetzündung? seltsam!
auch eine cousine von ihr starb letzte woche, wie ich gestern erfuhr.
jetzt muss ich die bestattung organisieren.
hat jemand tips wie ich da möglichst billig weg komme?
man hört immer von krematorien in tchechien, die seien viel billiger?
ich will das ganze so einfach wie möglich abwickeln.
von den bestattern hört man, sie seien sehr teuer.
muss mir das krhs den totenschein ausstellen oder brauch ich da nen extra arzt?
grüsse
alexander
Re: zwei todesfälle - was tun?
Anke, Freitag, 14.08.2009, 11:54 (vor 5995 Tagen) @ alexander
Hallo Alexander,
auch von mir mein Beileid. Wenn Du dir (z. B. als Hartz IV -Empfänger) eine Beerdigung nicht leisten kannst, übernimmt das Sozialamt die Kosten für eine sehr einfache Beerdigung, da in Deutschland Bestattungspflicht besteht und sich nicht jeder eine Beerdigung leisten kann. Mit ca. 3000 € (mindestens) musst Du schon rechnen. Wenn Deine Mutter oder Du Mitglied in der Kirche ist, ist wenigstens der Pfarrer kostenlos. Andernfalls kommen da Kosten für einen freien Prediger auf Dich zu. Das kann Dir aber alles das Bestattungsunternehmen sagen. Aber Vorsicht: Frag VORHER beim Sozialamt nach, vielleicht haben die Unternehmen, mit dem sie immer zusammenarbeiten, dann bist Du ggf. daran gebunden, dieses zu beauftragen, wenn die Kosten übernommen werden sollen.
Nicht übernommen werden allerdings Kosten für Todesanzeige, Grabpflege und Grabstein - ein einfaches Holzkreuz ist aber in den Kosten mitenthalten.
Beerdigungen in Tschechien mögen EVENTUELL billiger sein, aber eine Überführung ist niemals preiswert - falls Du ein solches Angebot findest, ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht seriös.
Den Totenschein stellt das Krankenhaus aus.
Für die Beerdigung der Cousine Deiner Mutter bist Du nur dann zuständig, wenn es keine näheren Verwandten gibt.
LG Anke
Re: zwei todesfälle - was tun?
alexander, Freitag, 14.08.2009, 14:34 (vor 5995 Tagen) @ Anke
danke anke!
hab mich heute mal aufgerafft einen bestatter anzurufen im nachbarort.
friedwald ist billiger wie grab mit folgekosten.
komme unter 2000 eu weg: einäschern 512eu, der platz 500-600 eu, der bestatter mit sarg und bürokratie ca 800 eu.
denke billiger bekomm ich das nicht!
pfarrer und veranstaltung mach ich wohl gar nix, meine mutter war seit 50 j nicht in d kirche!
und die verwandten zum cafe einladen kann ich immer noch, aber die sind eh viele krank und gehbehindert.
anzeige mach ich keine, verwandte haben anruf bekommen, alle anderen sind egal.
und mal dann zum baum fahren und beten kann man immer noch!
danke nochmal!
alexander
Hallo Alexander,
auch von mir mein Beileid. Wenn Du dir (z. B. als Hartz IV -Empfänger) eine Beerdigung nicht leisten kannst, übernimmt das Sozialamt die Kosten für eine sehr einfache Beerdigung, da in Deutschland Bestattungspflicht besteht und sich nicht jeder eine Beerdigung leisten kann. Mit ca. 3000 € (mindestens) musst Du schon rechnen. Wenn Deine Mutter oder Du Mitglied in der Kirche ist, ist wenigstens der Pfarrer kostenlos. Andernfalls kommen da Kosten für einen freien Prediger auf Dich zu. Das kann Dir aber alles das Bestattungsunternehmen sagen. Aber Vorsicht: Frag VORHER beim Sozialamt nach, vielleicht haben die Unternehmen, mit dem sie immer zusammenarbeiten, dann bist Du ggf. daran gebunden, dieses zu beauftragen, wenn die Kosten übernommen werden sollen.
Nicht übernommen werden allerdings Kosten für Todesanzeige, Grabpflege und Grabstein - ein einfaches Holzkreuz ist aber in den Kosten mitenthalten.
Beerdigungen in Tschechien mögen EVENTUELL billiger sein, aber eine Überführung ist niemals preiswert - falls Du ein solches Angebot findest, ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht seriös.
Den Totenschein stellt das Krankenhaus aus.
Für die Beerdigung der Cousine Deiner Mutter bist Du nur dann zuständig, wenn es keine näheren Verwandten gibt.
LG Anke
Hallo Alexander !
friedwald ist billiger wie grab mit folgekosten.
und mal dann zum baum fahren und beten kann man immer noch!
Ich hab mich auch schon mal mit dem Thema beschäftigt , für mich selber .
Leider fand ich keinen in der Nähe von meinem derzeitigen Heimatort
Wegen der Sterbeurkunde und so , schau vlt. mal auf diese Seite von www.friedw.de
Fand eben noch einen anderen Text bei denen - vlt. intressant für uns Messies .
Wenn du magst ,
kanst du dich von mir
mal kurz virtuell umarmt fühlen ...
... Micha
Re: Vorsorgeordner
Anke, Freitag, 14.08.2009, 16:33 (vor 5995 Tagen) @ Micha
Hallo Micha,
diese Vorsorgeordner finde ich ganz praktisch - mit einer Ausnahme: Den Organspendeausweis werde ich immer bei mir haben; denn bei klinischem Tod (vielleicht durch einen Verkehrsunfall verursacht) muss mitunter sehr schnell über eine Organspende entschieden werden. Und bis dann jemand benachrichtigt ist, in der Wohnung ist und den Ordner gefunden hat, kann es vielleicht schon zu spät sein.
Testament habe ich keines, ich habe nix zu vererben, Patientenverfügung habe ich, liegt derzeit in einem Ordner mit anderen wichtigen Dokumenten - hmmm, mal überlegen, wo ich sie besser aufbewahren kann, damit man sie schnell findet
LG
Anke
Hallo Anke !
diese Vorsorgeordner finde ich ganz praktisch
Ja , ich dachte bisher nur an sowas wie einen "Gesundheits-Ordner" .
.
Den Organspendeausweis werde ich immer bei mir haben;
Die schreiben was von "Organspendeerklärung" , dadrunter kann man den Ausweiß erstehen , ja .
Ich hatte da eher an sowas wie , welche Organge möchte ich spenden bzw. welche nicht , gedacht .
<ul>Muss ich den Organspendeausweis ständig bei mir tragen?
Nein, aber es ist sinnvoll, wenn Sie den Organspendeausweis
beim Führerschein und Personalausweis mit sich tragen.</ul>
Ich trage meinen und den Blutspendeausweis im Geldbeutel mit mir rum .
.
Wichtiger finde ich es , das du vorher mit deiner Familie über deinen Wunsch sprichst , damit sie im Fall der Fälle bescheid wissen
Aber da bin ich wohl von einer falschen Annahme ausgegangen , dachte sie könnten dazu noch Nein sagen , aber Auch die Angehörigen sind dabei an den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gebunden.
~ Micha
Re: Off Topic: Banken ect...
MarLe, Samstag, 15.08.2009, 12:17 (vor 5994 Tagen) @ Micha
Vorsorgeordner, Organspendeausweis
Dazu fällt mir noch etwas anderes ein:
Nämlich, dass es im Falle von Krankenhausaufenthalten, des Todes - oder anderer Gegebenheiten,
auch Probleme gibt, an ein Konto oder Sparbuch o. ä. ranzukommen.
Klar, im schlimmsten Falle können die Zurückbleibenden mit einer Kopie der Sterbeurkunde vieles
regeln, aber das kostet viel Arbeit und vor allem auch viel Zeit.
(eventuell sogar noch richtig Geld).
Die Auflösung eines Sparbuches -ohne Sparbuch- z.B. kostet (je nach Geldinstitut)
zwischen 6 Wochen und 3 Monaten an Zeit, und zusätzliche Gebühren.
(Ein Institut verlangt 36 € an Gebühren)
Früher konnte man jemanden einsetzen lassen, der dann an Geld, Infos und Konten
ran kann, wenn man selber nicht kann.
Dazu war eine Unterschrift und die Vorlage des Personalausweises des Vertrauten nötig.
Heute ist das schon anders.
Ich habe die Vollmacht für ein Familienmitglied.
Allerdings bekomme ich von seiner Bank regelmäßig ein "Plastikkärtchen" zugeschickt
- genau so, wie der Kontoinhaber.
Ich persönlich finde sowas ein 'to much'.
Aber die zuständige Bank kann für so eine Fall keine andere Vorgehensweise wählen.
Entweder so, oder gar nicht.
Andere Geldinstitute haben aber auch andere Möglichkeiten.
(z.B. lediglich die Eintragung des Bevollmächtigten)
=======================
Ich müsste mich auch nocheinmal um all die Dinge kümmern, die ja nur so nebenbei laufen. *seufz
LG
Marlene
möglichst billig wegkommen find ich bei dem Thema irgendwie traurig/Versicherung
Odille, Samstag, 15.08.2009, 09:36 (vor 5994 Tagen) @ alexander
pfarrer und veranstaltung mach ich wohl gar nix, meine mutter war seit 50 j nicht in d kirche!
und die verwandten zum cafe einladen kann ich immer noch, aber die sind eh viele krank und gehbehindert.
anzeige mach ich keine, verwandte haben anruf bekommen, alle anderen sind egal.
Ich finde ein Abschiedsritual -ob religiös oder nicht- und eine gemeinsame "Feier" sehr wichtig.
Und es mag sein, dass alle anderen DIR egal sind, aber vielleicht waren sie es Deiner Mutter nicht?
Eine Anzeige wäre also in jedem Fall sinnvoll
Gruss, Odille <-- die schon lang eine spezielle Versicherung abgeschlossen hat, die im Todesfall SOFORT 5.000 Euro an einen von mir begünstigten auszahlt, der davon die Beerdigung organisieren kann und dafür auch genaue Anweisungen von mir erhalten hat. Selbst mein Erbe hätte ja erstmal Probleme an die Konten zu kommen, eben deswegen macht so eine Versicherung Sinn.
Ich finde es irgendwie traurig
BigBird, Samstag, 15.08.2009, 10:53 (vor 5994 Tagen) @ Odille
daß Beerdigungsunternehmen mit dem Hinweis auf die 'pietät' den Hinterbliebenen so viel Geld wie möglich aus der tasche leiern wollen. In der Situation hat man ja meistens eher keinen Nerv für Preisvergleiche.
Viele Grüße,
Christine
Herzliches Beileid! (n/t)
muecke, Freitag, 14.08.2009, 12:36 (vor 5995 Tagen) @ alexander
- kein Text -
Lieber Alexander, mein Mitgefühl gehört dir, das ist eine harte Zeit für dich.
rieke, Freitag, 14.08.2009, 14:41 (vor 5995 Tagen) @ alexander
- kein Text -
Herzliches Beileid auch von mir (n.T.)
Farbexpertin, Freitag, 14.08.2009, 16:59 (vor 5995 Tagen) @ alexander
Herzliches Beileid
Re: zwei todesfälle - was tun?
MarLe, Samstag, 15.08.2009, 11:40 (vor 5994 Tagen) @ alexander
Lieber Alexander,
deine Fragen und Sorgen versteh ich,
eine Antwort darauf?
---
Als die Eltern eines Familienmitglieds verstarben
- nacheinander -
da war soviel Streß, Traurigkeit ..., dass es gar nicht
zu überlegten Handlungen kam.
Es wurde ein Bestatter beauftragt.
Hier ist es so, dass die Bestatter den Totenschein besorgen,
die Amtsgänge machen und sich um (fast) alles kümmern.
Auch um den Trauernden.
(Der im Grunde gar nicht in der Lage ist, eine Entscheidung
zu treffen.)
Für die Beerdigungskosten wurde beide Male ein Kredit
aufgenommen.
Nach dem 2. Kredit wurde es sehr kritisch, Arbeitslosigkeitspäter dann bis hin zur LohnpfändungEs brauchte viele Jahre um von den Krediten wieder weg zu
kommen und vieler Einschränkungen.
Trauer und Abschiednehmen, von dem Menschen, hat kaum
stattfinden können.
(Obwohl sich das Beerdigungsinstitut um sovieles gekümmert
hat)
---
Als mein Onkel verstarb, waren Tante und er in Urlaub.
Meine Tante, eine sehr starke Frau, hat sovieles getan.
Bis sie irgendwann, völlig erschöpft und erschlagen, sich
entschlossen hatte mit all ihrer Trauer und ihren Sorgen
zu einem Beerdigungsinstitut zu gehen.
Dort hat man alles gemanagt und organisiert.
Die ganzen Sorgen und der Ärger blieben beim Beerdigungschef.
Der war sogar noch helfend für meine Tante da.
Rückblickend meinte sie einmal, es wäre das Beste gewesen,
was sie in ihrer Situtation entschieden hätte.
Ohne die Hilfe und Unterstützung ===
Nun weiß ich nicht, wie es in anderen Städten oder Bundes-
ländern ist, auch nicht, wie unterschiedlich vielleicht
die Institute sind.
Kannst du dir nicht "Hilfe" holen?
Bei einem Seelsorger zum Beispiel?
Es ist sovieles, was über dich hineinbricht.
Wie die Menschen ihre letzte Ruhe finden ist nur ein Teil.
Und es ist verpöhnt, dass man über die finanziellen Aspekte
nachdenkt oder gar spricht.
(Obwohl genau das sehr belastend ist und die Zurückbleibenden
an einen Rand bringen kann)
Im Krankenhaus sind auch Seelsorger.
Und mit den Abläufen und der Organisation sind die dortigen
Seelsorger noch enger bekannt.
Es gibt in dem meisten Krankenhäusern auch mehrere
Anlaufstellen, wie z.B. Sozialarbeiter
Ich empfinde es als große Schwierigkeit diesen Lebensabschnitt
ganz alleine zu gehen;
mit all den Sorgen, Nöten und Gedanken und zusätzlich dabei
Abschied zu nehmen.
===
Mein Beileid zu deinem Verlust.
Mögest du Kraft finden.
Liebe Grüße
Marlene
Re: zwei todesfälle - was tun?
alexander, Donnerstag, 20.08.2009, 00:44 (vor 5990 Tagen) @ alexander
hallo!
hab angebot von zwei bestattern mit ca 1000 eu differenz!!
im www findet man komplette bestattungen inclusive urnenplatz für 999 eu, aber nur für berlin.
bundesweit kommen fahrtkosten 0,53ct/km entfernung hinzu, so dass ich dann besser den lokalen bestatter nehme.
allein die formulare vom rathaus haben 24 plus 8 euro gekostet, dafür könnte ich mich einen monat lang ernähren!
für bestatter und kremierung zahle ich jetzt 800 plus 530 euro.
wenn die asche bereitsteht kann ich wählen:
seebestattung oder in den alpen /ch 322 euro.
friedhain in 20 km entfernung 500-600 eu
urnenlatz hier im friedhof ca 550/650 eu, dazu der klamauk mit kreuz, blumen, zeremonie, pflege, etc.
jetzt rufen mich leute an, schulkameraden v m mutter u fragen wann beeerdigung ist.
jahrzehntelang hat sich keine sau um uns gekümmert, jetzt wo meine mutter tot ist brauch ich diese leute auch nicht!
und der gemeinde das geld in den hintern schieben fällt mir auch schwer, denn diese bürokraten sind schuld an jeder misere!
muss mit der verwandtschaft beraten.
ich weiss nicht ob ich in zwei jahren noch hier wohne, ob ich überhaupt noch lebe, was soll dann der blöde friedhof?
wenn die gemeinde gerade für hundertausende euro eine erweiterung gemacht hat sehe ich nicht ein, dass ich jetzt für den unsinn zahlen soll!
entweder ich wähle die seebestattung, stöpsele meine gitarre an und spiele "CHILDREN OF THE SEA"
oder ich nehme die schweizer alpen, wo ich immer schon mal hin wollte.
grüsse
alexander
Re: zwei todesfälle - ich finde es ziemlich schockierend ...
Anke, Donnerstag, 20.08.2009, 20:36 (vor 5989 Tagen) @ alexander
... wie sachlich und nur den finanziellen Aspekt bedenkend Du hier über den Tod Deiner Mutter schreibst. Es geht immerhin um Deine MUTTER!!!
Scheinbar hast Du nicht vor, Dir finanzielle Unterstützung zu holen, die jedem zusteht, der es sich alleine nicht leisten kann - und Deiner Mutter damit eine würdigen Beerdigung zu ermöglichen.
allein die formulare vom rathaus haben 24 plus 8 euro gekostet, dafür könnte ich mich einen monat lang ernähren!
Einen Monat? Also selbst wenn ich sehr sparsam haushalte, könnte ich mit einem solchen Betrag eine Woche auskommen, aber keinen ganzen Monat.
für bestatter und kremierung zahle ich jetzt 800 plus 530 euro.
wenn die asche bereitsteht kann ich wählen:
seebestattung oder in den alpen /ch 322 euro.
friedhain in 20 km entfernung 500-600 eu
urnenlatz hier im friedhof ca 550/650 eu, dazu der klamauk mit kreuz, blumen, zeremonie, pflege, etc.
jetzt rufen mich leute an, schulkameraden v m mutter u fragen wann beeerdigung ist.
jahrzehntelang hat sich keine sau um uns gekümmert, jetzt wo meine mutter tot ist brauch ich diese leute auch nicht!
Du vielleicht nicht, aber den Leuten ist es vielleicht ein Bedürfnis, sich von Deiner Mutter zuverabschieden oder ihr die letzte Ehre zu erweisen.
und der gemeinde das geld in den hintern schieben fällt mir auch schwer, denn diese bürokraten sind schuld an jeder misere!
Aber ja wohl kaum am Tod Deiner Mutter!
muss mit der verwandtschaft beraten.
ich weiss nicht ob ich in zwei jahren noch hier wohne, ob ich überhaupt noch lebe, was soll dann der blöde friedhof?
wenn die gemeinde gerade für hundertausende euro eine erweiterung gemacht hat sehe ich nicht ein, dass ich jetzt für den unsinn zahlen soll!
Du zahlst nicht für diese Erweiterung, die im Übrigen sehr sinnvoll ist, weil in Deutschland Bestattungspflicht besteht und die meisten Leute dafür einen Friedhof wählen; Friedhofskosten gab und gibt es immer! Und die sind nicht höher, wenn ein Friedhof gerade erweitert wurde.
entweder ich wähle die seebestattung, stöpsele meine gitarre an und spiele "CHILDREN OF THE SEA"
oder ich nehme die schweizer alpen, wo ich immer schon mal hin wollte.
Mag ja sein, dass eine solche Bestattung billiger ist, aber wie willst Du in die Schweizer Berge kommen? Die Fahrt kostet Geld, evt. musst Du eine Übernachtung einplanen. Auch bei einer Seebestattung musst Du erst einmal an ein Gewässer kommen und brauchst vielleicht noch ein Schiff / Boot, um ein Stückchen rauszufahren. Du kannst ja schlecht den nächstgelegenen Tümpel nehmen!
Es geht nicht darum, wo DU schon immer einmal hin wolltest, sondern was Deine Mutter am liebsten gewollt hätte!
Anke
Re: zwei todesfälle - ich finde es ziemlich schockierend ...
Mila, Donnerstag, 20.08.2009, 22:43 (vor 5989 Tagen) @ Anke
Liebe Anke,
es ist sicher nicht komplett verwerflich, wenn man sich in der heutigen Zeit Gedanken über eine kostengünstige Beerdigung macht.
Aber hier geht es mir auch zu weit.
So eine materialistische Einstellung angesichts des Verlustes eines Elternteiles, hab ich noch nicht erlebt.
Wenn ich daran denke, wie eine Mutter Entbehrungen auf sich nimmt, um ein Kind aufzuziehen Und manchmal lebt das "Kind" dann noch ewig im Hotel Mama.
Ne, da bin ich auch schockiert.
LG
Mila
Re: ich finde es ziemlich schockierend ... Gedanken zum Thema
Micha
, Freitag, 21.08.2009, 11:07 (vor 5988 Tagen) @ Mila
-
Ich überlege schon die ganze Zeit :
in wie fern ist das ein Thema in der Familie ?!?
Wer redet / sprach schon mal , mit seinen "Lieben" darüber
wie er sich eine Beerdigung und ganz speziell seinen
Abschied von der Welt der Lebenden vorstellt ?
Organspenden oder nicht ?!?
Oder vlt. sogar Körperspender werden ?!?
Welche Musik , welchen Ort , auf was für eine "Art"
möchte man das haben , was stellt man sich vor , was geht gar nicht ?!?
Gibt es ein Familiengrab ?
Wie wird das gehandhabt : also die Pflege :
Hat man es delegiert und teilt sich die Kosten ?
Macht das eine bestimmte Person / Familie alleine ?
Geht man nur ab und zu hin und bringt dann vlt. Blumen mit ?
-
Ich hab mit der Tradition das Grab als Gedenkstelle Probleme .
Ich brauche kein "Denkmal" <denk mal an den Toten> um mich an einen lieben Menschen zu erinnern .
Aber meiner Mutter ist es wichtig , das akzeptier / respektier ich . Helfe auch dabei .
Doch für mich ist das nicht mein Weg .
Ich bin Organspender<in> und hoffe das ich damit
vielen Menschen helfen kann , ihr Leben zu leben .
Ich brauche dann meinen Körper nicht mehr und dsw. ist es
mir egal , was damit geschieht , mache mir keine Gedanken .
Ich machte mir bisher nicht wirklich viele Gedanken zu dem Thema .
Außer das ich mich ab und zu drüber informiere , was möglich ist , in D<eutschland> .
Zum Beispiel , mit dem Thema Friedwald hab ich mich schon mal beschäftigt -
leider ist bisher anscheinend keiner in meiner näheren Umgebung , zum mal Anschaun .
Was ich zb intressant fände , wäre , wenn man die Asche aus einem Heissluftballon streut Anderseits fällt mir da auch gleich der Umweltschutz ein und ... was hab ich davon ... außer Kosten ?
Gibt es etwas das ich überhaupt nicht wollen würde ?
Etwas das ich "verhindern" möchte , solange ich es noch kann ?
Nein , ich denke da wohl eher nach dem Motto "nach mir die Sinflut"
Und doch schleicht sich wieder der Satz ein " wenn ich wüßte , das
Morgen die Welt unterginge , würde ich<trotzdem> heute noch einen <Apfel>Baum pflanzen " .
Was möchte ich , das bleibt , auch wenn ich mal nicht mehr bin ?
Habe ich ein Testament geschrieben ? Eine Patientenverfügung ?
Möchte ich etwas / irgend etwas in meinem Sinn geregelt wissen ?!?
Re: ich finde es ziemlich schockierend ... Gedanken zum Thema
Anke, Freitag, 21.08.2009, 11:22 (vor 5988 Tagen) @ Micha
Hallo Micha,
ich habe mit einer Freundin abgesprochen, was ich im Fall der Fälle gerne wie hätte und weiß auch, dass sie alles in meinem Sinn regeln wird. Auch die Kosten wird sie nicht tragen müssen, dafür sorge ich selbst - es sei denn, ich sterbe in den nächsten paar Tagen oder Wochen, dann reicht das noch nicht ganz ... Organspenderausweis und Patientenverfügung habe ich auch; ersteren immer im Geldbeutel bei mir, Patientenverfügung bei meiner Freundin.
LG Anke
Re: zwei todesfälle - ich finde es ziemlich schockierend ...
alexander, Freitag, 21.08.2009, 07:17 (vor 5988 Tagen) @ Anke
hallo!
da ich zur zeit nicht millionär bin muss ich schon aufs geld achten.
und behörden trau ich nicht über den weg.
die seebestattung ist unkompliziert: das krematorium schickt die asche zur reederei, da muss ich nicht selber hin.
und ich weiss nicht ob ich in zwei jahren noch hier wohne, da kann ich nicht ein grab pflegen.
grüsse
alexander
Re: zwei todesfälle - ich finde es ziemlich schockierend ...
Sixtus B., Freitag, 21.08.2009, 12:05 (vor 5988 Tagen) @ alexander
Hallo alexander,
es ist schön zu lesen, wie ruhig du antwortest. Wie du über die Angelegenheit als solche schreibst, finde ich insgesamt auch schön, zu einem Teil auch ambivalent, zum größten Teil aber erfrischend und befreiend.
Als mein Vater gestorben war, bin ich zum ortsansässigen Bestatter gefahren und habe auf die Frage "Was haben Sie sich denn vorgestellt?" geantwortet: "So billig wie möglich."
Wenn ich heute daran denke, bekomme ich das Gefühl, eines Defizits in der Beziehung zu meinem Vater.
Tatsächlich gibt es ein Defizit, dass ich bedaure. Ich bedaure, dass ich mich mit mein Vater nie ausführlich über seinen Werdegang, über sein Leben, über seine Erfahrungen unterhalten habe. Wirklich bedauerlich, wie wenig ich von ihm weiß. Aber es ist ja eigentlich auch kein Wunder, dass die Väter, die als junge Männer im Krieg waren, nachher nicht darüber sprechen wollten, wenn sie nach dem Krieg nur solch´ edle Gestalten wie Günter Grass neben sich sahen. Sei´s drum - verlorene Geschichte, bedauerlich.
Aber auch in der Art der Bestattung empfand ich immer ein Defizit und dank meiner Gedanken, die deine Postings ausgelöst haben, ist mir nun auch klar geworden, worin dieses besteht.
Als er abgeholt wurde, kamen zwei Gestalten im grauen Kitteln mit einem hässlichen braunen GfK-Transportsarg, baten uns raus, sacken ihn ein und verschwanden wieder. Nachdem der Spuk vorbei war und meine Mutter, was bei uns selten ist, Gefühle zeigte, bemerkte eine meiner Schwestern: "Also die beiden Typen und noch dazu diese Kiste waren ja auch die Krönung."
Bei der Organisation der Bestattung hatte ich eigentlich nur den Gedanken: "Meine Fresse, wie ohne Schulden aus der Geschichte rauskommen?" Heute denke ich, dass vernünftige Bekleidung der Träger und eine Sargdecken hätten sein sollen. Vor allem weiß ich aber heute, dass es keine drückenden Schulden aufgeladen hätte - und das wusste ich damals nicht. So empfinde ich dies zwar immer noch als bedauerliches Defizit, aber nicht meinem Vater gegenüber, sondern meiner Mutter und meinen Schwestern. Und mir ist jetzt bewusst geworden, dass die Art der Bestattung für meinen Vater in Ordnung war, so wie sie für mich in Ordnung war und ist.
Meine Mutter machte dann noch irgendwie eine Abschiedsfeier im Kreise der Nachbarschaft. Das war wohl gut so. Ich hätte allerdings nicht gewusst, wie ich das hätte aufziehen sollen und es wäre auch nicht mein Ding gewesen - damals.
Meine Mutter hat ihren Körper der medizinischen Fakultät als Übungsobjekt für angehende Mediziner vermacht. Die Schwester eines Medizinstudenten hat mir gegenüber einmal in einem Gespräch ziemlich entsetzt auf diese Tatsache reagiert: "Nee, weißt du wie die da mit den Leichen umgehen? Das würde ich niemals machen. usw." Seitdem hadere ich mit dem Gedanken, diesen letzten Willen meiner Mutter zu erfüllen. Ich habe ihr auch schon meine diesbezüglichen Zweifel mitgeteilt. Andererseits empfinde ich es auch als Gefühlsduselei, denn mich interessiert auch überhaupt nicht, was mit mir anschießend wird - aus mir wird anorganisches Material. Weshalb sollte es dann für meine Mutter verkehrt sein?
Ich bin ein Friedhofsfan, ich liebe Friedhöfe. Aber Grabpflege ist nicht mein Ding und war nie ein Ding in unserer Familie. Vielleicht sind wir zu wenig verwurzelt - was ja auch sein Gutes hat. Anonyme Bestattungen sind für uns passend, harmonisch und friedvoll. Rückkehr zum Ganzen.
Wie gesagt, ich finde deine Gedanke befreiend - und ohne Pietätlosigkeit.
Von mir Beileid zum Tod deiner Mutter. Ich wünsche dir gute Gedanken an sie.
Gruß
Sixtus
Re: Sterben in Zeiten von Hartz 4
Siebenschläfer, Freitag, 21.08.2009, 14:12 (vor 5988 Tagen) @ Anke
Hallo Anke,
Scheinbar hast Du nicht vor, Dir finanzielle Unterstützung zu holen, die jedem zusteht, der es sich alleine nicht leisten kann - und Deiner Mutter damit eine würdigen Beerdigung zu ermöglichen.
mal abstrahiert - ohne Bezug auf Alexanders mir nicht bekannte Lebensumstände -
das funktioniert heutzutage nicht immer reibungslos; ich las, daß seit der endgültigen Abschaffung des Krankenkassen-Sterbegeldes 2004/2005 (?)
z.B. in Berlin schon ca. 10 Prozent der Bestattungen öffentlich-sozialfinanziert werden.
Hierbei kommt es durch Ämtergerangel, bürokratische Hürden, Kostenübernahmepflichtprüfungen der Verwandten (sofern vorhanden) usw.
inzwischen öfters zu dem Phänomen,
daß sich die Toten in einer wochenlangen Warteschleife in Kühllagern von Bestattern und Krematorien befinden,
bis die Kostenübernahme geklärt ist bzw. das Ordnungsamt ggf. wegen Fristüberschreitung eingreift.
Siehe hierzu den Erfahrungsbericht eines Bestatters / untenstehender link
Grüße, 7s
<ul><li>http://www.myheimat.de/krumbach/beitrag/121345/sterben-in-zeiten-von-hartz-iv/</ul>
Re: zwei todesfälle - was tun?
Eme, Freitag, 21.08.2009, 11:15 (vor 5988 Tagen) @ alexander
Da friert es einen regelrecht,wie du über den Verlust deiner Mutter schreibst, aber man kennt auch nicht deine Geschichte.
Allein daß du überhaupt das Thema ansprichst, läßt ja schon hoffen, daß du "nur" traumatisiert und nicht so eiskalt bist, wie du rüberkommst.
Alles Gute für Dich.
Eme