Re: Oase Re: Selbst-bewusst-sein (Allgemein)

Wolfram, Freitag, 06.11.2009, 14:59 (vor 5912 Tagen) @ Odille

Mal ganz abgesehen davon, dass Selbstbewusstsein nichts mit Arroganz und überheblichkeit (das verwechseln viele), sondern mit SICH-Selbst-bewusst-sein zu tun hat.

So habe ich das auch gemeint. Aber die Überheblichkeit ist nach meiner Meinung nicht ein Selbstbewußtsein, sondern auch ein Mangel an Selbstbewußtsein. Es drückt sich nur anders aus, das mangelhafte Selbstbewußtsein wird versucht, nicht nach außen zu zeigen, damit man nicht angreifbar wird.

Alleine ist das nicht der Grund, es gibt viele Einflüsse im Leben, besonders als Kind. Als Kind ist man abhängig und wenn da die Anerkennung und Liebe >fehlt, dann kann sich auch das Selbstbewußtsein nicht entwickeln. Und das setzt sich im weiteren Leben fort.

Einspruch! DAS IST keine Kausalkette (im Sinne von "wenn schlechte Kindheit, dann schlechtes Selbstbewusstsein") Ich bins leid, dass alle möglichen Leute immer die Kindheit hernehmen für das, was sie in ihrem Erwachsenenleben nicht bereit sind anzunehmen: Arbeit mit und an sich selbst. Wir haben jetzt selbst die Verantwortung. Und darin liegt für mich auch die Antwort.

Es gab für mich nie einen Zeitpunkt, wo ich plötzlich erwachsen gewesen wäre. Bei mir ist das eine stete Entwicklung, und ich würde mich auch heute noch nicht als erwachsen bezeichnen. Meine Entwicklung baut immer auf den vorhergehenden Erfahrungen auf. Als Beispiel, wie sollte ich diskutieren lernen, wenn mein Vater Diskussionen und Erklärungen durch Schimpfen und Schläge ersetzt. Da fühle ich mich klein und das ist jahrzehntelang so geblieben. Jetzt kann ich das ändern, weil ich weiß, daß dieser Mangel nicht bei mir liegt, sondern von meinem Vater mir so beigebracht wurde. Dadurch sehe ich eine Änderungsmöglichkeit. Arbeitgeber und ältere Menschen sind auch bei mir Respektpersonen, die zunächst mehr Wissen vermuten lassen.

Ich habe das bisher nicht gesehen und habe dies jetzt erkannt und darum will ich zu der Schwester nicht hin.

Scherst Du damit nicht zu viel über einen Kamm?
Abgesehen davon - wenn Du Dich dort nicht wohl fühlst, dann reicht das doch als Grund völlig aus.
Und Deine Freundin "bekommst" Du ohnehin nur mit Schwester, weil die zu ihr gehört.

Und darum habe ich ein Konflikt und weiß nicht, was ich machen soll. 12 Jahre war ich zu Weihnachten zu der Schwester mitgegangen, sozusagen als Anhängsel, weil ich nichts sagen durfte. (Friede, Freude, Eierkuchen), nur keine Probleme erörtern. 15 Jahre bin ich nicht hingegangen, weil die Schwester mit mir nicht über Probleme reden wollte. 7 Jahre bin ich jetzt wieder hingegangen, aber Nachfragen, warum ich die vorhergehenden Jahre nicht gekommen bin, gab es nicht. Die sind alle einfach darüber hinweggegangen, als ob nichts geschehen wäre.

Wäre natürlich auch ein guter Anlass, den Konflikt im Vorhinein mal mit der Schwester zu klären und ganz offen über Deine empfundenen Ablehnunggefühle zu reden. Ich hab in solchen Situationen wahrhaft schon viele Überraschungen erlebt.

Daran habe ich auch schon gedacht. Gibt aber mehrere Schwierigkeiten.
1. Ich nehme Verletzungen hin, weil ich es so gewohnt bin.
2. Wenn ichs nicht hinnehme, will meine Freundin nicht, daß ich darüber spreche.
3. Es gibt Krach, weil keiner darüber reden will mit dem Ergebnis, daß ich mich draußen ins Auto setzen müßte. Das will ich aber auch nicht und denke, dann könnte ich auch gleich zuhause bleiben.


Fazit: mach Dein Selbstbewusstsein nicht von solchen Aktionen abhängig. Ich kann mir selbst-bewusst sein (und das trotz mieser Kindheit), mich selbst achten und respektieren - und im Zuge dessen kann ich auch leichter mit Leuten umgehen, mit denen ich - oder die mit mir - ein Problem haben.

Bisher war ich ja auch relativ zufrieden, wenn ich in meiner Wohnung mich mit meinen Sachen beschäftigt habe. Erst als die Wohnung zu voll wurde und ich in der Messie Selbsthilfegruppe war, habe ich allmählich gemerkt, daß es auch noch andere Menschen gibt und ich diese auch brauche und mir darum auch mehr Gedanken gemacht habe, warum ich früher nicht mit anderen Menschen sprechen konnte. Ich kann nicht etwas ändern, wenn ich die Ursachen nicht kenne.

Last but not least: viele Probleme sind nur in meinem Kopf.

das ist richtig und wie sind die da reingekommen? Die Probleme gehen am Besten auf dem gleichen Weg wieder raus wie sie reingekommen sind. Andere Wege wird es sicherlich auch geben.

Offen drüber geredet mit allen Beteiligten wirkt manchmal wahre Wunder. Und zeugt -meines Erachtens - weit mehr von Selbstbewusstsein als der Situation aus dem Weg zu gehen.

Die Beteiligten müssen aber alle das Gleiche wollen, nämlich darüber reden und das wird schwierig, wenn es da welche gibt, die nicht reden wollen, weil sie z.B. dann ihre Meinungen sagen müßten, die sie aus Mangel an Selbstbewußtsein nicht sagen wollen. (kein Zugeben von Fehlern)

Ich habe vor gut einer Woche eine Email an die Schwester geschrieben, wo ich allgemeine Probleme angesprochen habe. (Warum wird in der Schule vieles nicht gelehrt, was im Leben benötigt wird.). Sie könnte zumindest dazu sagen, daß sie das auch nicht weiß. Möglicherweise weiß sie aber auch etwas. Ich habe keine Antwort bekommen und glaube auch nicht, daß ich eine bekomme. (Ignoranz meiner Person, die sich immer wieder zeigt)
Na, dann sammle ich doch lieber und beschäftige mich damit (dies nur, um einen Zusammenhang mit dem Messieverhalten herzustellen).


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