Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? (Allgemein)

Xandria, Mittwoch, 20.01.2010, 15:24 (vor 5850 Tagen)

Kaine Ahnung, aber strukturierte - nur mit dem nötigsten eingerichtete Räume wirken auf mich karg, kalt und ungemütlich.

Hab ich auch damals nach meiner Entrümpelung gemerkt. Alles so kalt und leer, meine Stimme halte sogar. Furchtbar.

Warum wirken vollgestellte Räume auf mich wohnlich?

grübelnde Grüße Xandria

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

Xandria, Mittwoch, 20.01.2010, 15:39 (vor 5850 Tagen) @ Xandria

Gedanken-Spirale


mit satten warmen Farben und wenige Möbel in warmen Holztönen, Laminat ebenfalls in warmen Holztönen? Gegen die karge Kälte statt Weiß und Beige.

Meine Wohnzimmer ist Ziegelrot (2 Wände um Eck) gestrichen mit einem buchefarbenen Schrank davor an der anderen Wand ist ein Fenster mit weißen Fensterrahmen die anderen Wände sind irgendwie gelbbeige. Ziegelrot sieht toll aus ein ganzes Zimmer in Ziegelrot? Auweia.

Hatt mal ein dunkellila Schlafzimmer - kaum benutzt, war bis oben hin voll mit Gerümpel. Aber Lila ist auch schön mit hellen Möbeln.

Oh ja - die Gedanken kreisen wieder.


Xandria

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

Wolfram, Mittwoch, 20.01.2010, 17:16 (vor 5850 Tagen) @ Xandria

Gedanken-Spirale

mit satten warmen Farben und wenige Möbel in warmen Holztönen, Laminat ebenfalls in warmen Holztönen? Gegen die karge Kälte statt Weiß und Beige.
Meine Wohnzimmer ist Ziegelrot (2 Wände um Eck) gestrichen mit einem buchefarbenen Schrank davor an der anderen Wand ist ein Fenster mit weißen Fensterrahmen die anderen Wände sind irgendwie gelbbeige. Ziegelrot sieht toll aus ein ganzes Zimmer in Ziegelrot? Auweia.
Hatt mal ein dunkellila Schlafzimmer - kaum benutzt, war bis oben hin voll mit Gerümpel. Aber Lila ist auch schön mit hellen Möbeln.
Oh ja - die Gedanken kreisen wieder.

Xandria

leere Räume sind einfach ungemütlich. Ich habe meistens helle Holztöne. Hell, damit die Zimmer nicht zu dunkel sind. Wenn ich es dunkel haben will, dann kann ich die Rolladen runterlassen. Ich könnte mir vorstellen, daß das Auge evtl. immer etwas interessantes sehen will. Darum werden vielleicht auch Blumen ins Zimmer gebracht. Wenn es interessantes zu sehen gibt, wird es gemütlicher. Aber eben nur bis zu einer gewissen Grenze, die ich noch finden muß. Wenn es zu voll ist, ist es ja auch nicht mehr gemütlich. Also alles Extreme ist schlecht.
Da gab es ja in der ARD einen Film von einer Messie und einem Immobilienhai, der eine ziemlich leere Wohnung hatte. ich hatte den Eindruck, dass der garnicht da wohnt.

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

MaZe, Donnerstag, 21.01.2010, 00:36 (vor 5850 Tagen) @ Wolfram

Oh ja - die Gedanken kreisen wieder.

Xandria

leere Räume sind einfach ungemütlich. Ich habe meistens helle Holztöne. Hell, damit die Zimmer nicht zu dunkel sind. Wenn ich es dunkel haben will, dann kann ich die Rolladen runterlassen. Ich könnte mir vorstellen, daß das Auge evtl. immer etwas interessantes sehen will. Darum werden vielleicht auch Blumen ins Zimmer gebracht. Wenn es interessantes zu sehen gibt, wird es gemütlicher. Aber eben nur bis zu einer gewissen Grenze, die ich noch finden muß. Wenn es zu voll ist, ist es ja auch nicht mehr gemütlich. Also alles Extreme ist schlecht.

Hi!

In Urlauben habe ich es immer sehr genossen,
wenn im Gastzimmer nur das Nötigste ist, plus 1-2 Bilder an den Wänden.

Na klar brauch(t)e ich auch was Persönliches,
also hier ein paar Steine vom Strand und da ein Stapel Hefte und der Notizblock/Tagebuch.

Ansonsten freies Atmen der Seele und Genuss der puren Gegenwart.


Tja, Alltag ist kein Urlaub;
Mensch braucht hier mehr Dinge zur Selbstverwaltung.

Trotzdem fragte ich mich oft bei der Heimkehr:
Wozu das alles???

Ich glaube, dass der oben beschriebene Urlaubs-Minimalismus im Alltag ins andere Extrem kippen kann,
weil die Industriegesellschaft nicht gerade die Seele in den Mittelpunkt stellt.

Zimmer voller Erinnerungen und Werkzeuge:
Vieles ist nur Fetisch und Ersatzbefriedigung,
für einfache Lebensfreude.

.
.
.

Nachdenklich
MaZe

PS (Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?)

MaZe, Donnerstag, 21.01.2010, 00:38 (vor 5850 Tagen) @ MaZe

PS

ich mag heute leere Räume, weil mein Geist prallvoll ist.
Ein paar Dinge/Symbole genügen mir,
um das Wesentliche zu spiegeln.

Früher brauchte ich 1000 Dinge/Symbole,
um einer als feindlich empfundenen Aussenwelt meine Innenbilder gegenüberzustellen.
(So wie manche Teenies alle Wände plus Decke mit Postern zupflastern,
um, der elternabhängigen Kindheit entwachsend, ihre eigene Welt zu finden.)

Kennt jemand von Euch, was ich meine?

Re: @MaZe

Xandria, Donnerstag, 21.01.2010, 17:24 (vor 5849 Tagen) @ MaZe

Hallo MaZe

Das ist eine schöne Aussage! Obwohl ich lange darüber nachdenken musste, was du damit gemeint haben könntest. Das mit dem Symbolen, die spiegeln finde ich sehr schön. Hat bei mir einiges losgetreten. Ich versuch es in Worte zu fassen.

1. Wie hast du das geschafft? Wie hast du entschieden, was du spiegeln möchtest?
2. Was möchte ich spiegeln?
3. Was aus meinen Innern soll sich im Äußeren wiederfinden?

Die Frage unter 3. konnte ich noch nie beantworten. Da war immer ein Widerspruch. Sozusagen 2 Seelen in einer Brust, die immer miteinander kämpfen. Das stand/steht auch immer in meinen Horoskopen. Ich bin Fische-Geborene Aber auch wenn ich heute nichts mehr auf Horoskope gebe (ich war mal regelrecht abhängig davon), die Aussage der 2 Seelen, die im Widerspruch stehen, kann ich so unterschreiben (immer noch).

Das ist der Knackpunkt: Ich kann sehr wohl entscheiden, was ich wegwerfe oder –gebe. Ich kann auch nach den dann getroffenen Entscheidungen handeln. Kein Problem.

Aber bei der Entscheidung, was ich sein will was mich ausmacht, welchen Lebensweg ich gehen möchte, welche Prioritäten ich setze, was mir wichtig ist und was nicht, quasi das ganze Lebenskonzept, habe ich für mich nie entscheiden können.

In mir klingt der Satz: „Das eine tun und das andere nicht lassen!“.

Bietet eine Unmenge von Möglichkeiten, die ich nicht nutzen kann, da ich nicht entscheide, welche ich nutzen möchte. Da hilft es mir nicht Informationen zusammenzutragen. Nein, zu viele Informationen verwirren mich nur. Die wollen ja nicht nur zusammengetragen werden, sondern auch beurteilt und ausgewertet, damit sie zumindest zu einem Ziel führen. Wie soll ich denn entscheiden, welchen Informationen ich Glauben schenke und welchen nicht. Welche sind wahr und welche nicht?

Ich frage mich, wie Wolfram und auch Micha (glaube ich) damit umgehen. Micha’s Postings habe ich lange Zeit nicht verstanden, weil sie immer Links gepostet hat, die irgendetwas erklärten. Da hab ich mich schon das ein- oder andere mal in dem Labyrinth der Informationen verloren und das eigentliche Thema vergessen. Wenns ganz schlimm kommt, verstehe ich den Sinnzusammenhang von einzelnen Sätze noch nicht mal. Ich hab dann irgendwann mal bei Micha nachgefragt, was sie mit den Postings aussagen möchte. Sie hat mir dann erklärt, dass sie sich dass so eben sortiert.

Ja, dem einen hilfts und dem anderen nicht.

Auch deine Postings verstehe ich oft nicht (Kin? Drachen?). Bin zwar oft neugierig, aber ich weiß nicht, ob es was nützt, wenn du versuchen würdest es mir zu erklären. Diese Dinge sind eben nicht für mich gemacht – denke ich dann. Hauptsache ist, du, MaZe, bist da, teilst dich mit und es hilft dir.

Da ich diese Unsicherheit nicht von mir selbst aus entscheiden konnte (kann), habe ich lange Zeit im Außen nach einem Leitfaden gesucht. Typberatungen nennt sich das (Sommer- oder Wintertyp, kühle oder warme Farben, kurze oder lange Haare, Sanduhr oder Birnenform). Oder eben Horoskope (welche Persönlichkeit bin ich sensibel oder dominant). Wie soll ich denken, handeln etc. etc. Am Ende stand oft die innere Ablehnung der von außen kommenden Fremdbestimmung.

Die Unsicherheit war immer dar. Wurde aber noch immens verstärkt durch eine Ablehnungserfahrung und dem daraus resultierenden Schmerz. Eine drastische Konfrontation mit der „wahren“ Realität.

Der Schmerz ist kleiner geworden, aber immer noch da. Obwohl mir die Realität schon oft ihre anderen, schöneren Wahrheiten gezeigt hat.

Auf jeden Fall war dieser Schmerz ein Sieben-Meilen-Schritt in Richtung Messietum.

Danke fürs Bewusstmachen und Lostreten der Gedanken – auch wenn es wehtat und tut.

Ob, wie und wann ich endlich mein Lebenskonzept find, weiß ich noch nicht aber

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

Gruß Xandria

Re: @MaZe

Wolfram, Donnerstag, 21.01.2010, 19:05 (vor 5849 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

das Auswerten ist für mich auch zeitaufwändig und bleibt daher oft liegen. Das Beurteilen, was richtig oder falsch ist, ergibt sich bei mir durch logisches Denken. Da müssen mehrere Sachen ohne Widersprüche zusammenpassen. Bei Widersprüchen ist das manchmal eine Mehrheitsentscheidung, aber nicht immer, wenn andere Zusammenhänge besser zusammenpassen.

Gruß
Wolfram

Re: @MaZe

Lisa Suisse, Donnerstag, 21.01.2010, 22:40 (vor 5849 Tagen) @ Wolfram

Ich habe mich jetzt einfach mal entschlossen, alles vorhandene zu sortieren und gleiches zu gleichem zu stellen, nichts, was noch brauchbar ist, wegzuwerfen, aber, dafür, nichts neues mehr zu kaufen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. müsste doch machbar sein. [image]

@Maze

Odille, Freitag, 22.01.2010, 07:37 (vor 5848 Tagen) @ MaZe

Hey Maze,

Dankeschön. Deine beiden Beiträge hier waren mein Startgedankenfutter für den Tag. Und speziell dieser Satz

"heute ist mein Geist prallvoll, deswegen muss es die Wohnung nicht sein" (sinngemäss zitiert)

berührt mich sehr und beschreibt den Weg und das Ziel gleichermassen für mich.

Lieben Gruß, Odille

@You (-: &you :-) Re: PS (Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?)

MaZe, Mittwoch, 27.01.2010, 22:29 (vor 5843 Tagen) @ MaZe

Vielen vielen lieben Dank an Euch,
Xandria, Wolfram, Lisa Suisse, Odille, &&&!

Eure Antworten freuen mich sehr, und ich werde bald genauere Rückmeldungen schreiben;
im Moment bin ich etwas depressiv, und mach nicht viel mehr ausser schlafenEs tut mir gut, mich mit Euch verbunden zu fühlen.
Und es freut mich auch, dass ich Euch Impulse geben konnte.
Und Ihr Eure weitergebt.

Bis bald, MaZe
Möge die Kraft mit uns sein

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Eva, Donnerstag, 28.01.2010, 08:23 (vor 5842 Tagen) @ MaZe

Vieles ist nur Fetisch und Ersatzbefriedigung,
für einfache Lebensfreude.
.
Nachdenklich
MaZe

Guten Morgen MaZe,

genauso sehe ich das auch. Obwohl mir das schon lange klar ist, ... hm ....

Dazu fällt mir immer wieder der Satz von Rieke ein. "was glaubst du wie schnell du deine Wohnung aufgeräumt hättest, wenn W. zu dir stehen würde?"

Was noch nicht ist, ist im Werden ..
Eva - auf dem Weg zur Befreiung - so oder so [image].

<ul><li>http://www.lebenshilfe-abc.de/ersatzbefriedigung.html</ul>

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Wolfram, Donnerstag, 28.01.2010, 13:03 (vor 5842 Tagen) @ Eva

Vieles ist nur Fetisch und Ersatzbefriedigung,
für einfache Lebensfreude.
.
Nachdenklich
MaZe

Guten Morgen MaZe,
genauso sehe ich das auch. Obwohl mir das schon lange klar ist, ... hm ....
Dazu fällt mir immer wieder der Satz von Rieke ein. "was glaubst du wie schnell du deine Wohnung aufgeräumt hättest, wenn W. zu dir stehen würde?"
Was noch nicht ist, ist im Werden ..>Eva - auf dem Weg zur Befreiung - so oder so [image].
<ul><li>http://www.lebenshilfe-abc.de/ersatzbefriedigung.html</ul>

tausend Dank für den Link. Die meisten Stichworte habe ich mir runtergeladen. Trifft so vieles auf mich zu.
Wo steht denn dieser Satz von Rieke? Besonders das Datum interessiert mich. Du glaubst garnicht, wie mich das berührt, auch wenn ich es schon weiß. Aber das aus einem anderen Mund zu hören, das hat schon was. Oder ist Rieke und Eva die gleiche Person?
Der 2. Teil des Satzes, ist das eine allgemein gebräuchliche Ausdrucksweise? Ich verstehe das zwar, würde das aber selbst nie so ausdrücken.

Traurige Grüße

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Eva, Freitag, 29.01.2010, 08:06 (vor 5841 Tagen) @ Wolfram

Guten Morgen Wolfram,

Wo steht denn dieser Satz von Rieke?

Den Satz "was glaubst du wie schnell du deine Wohnung aufgeräumt hättest, wenn W. zu dir stehen würde?" hatte mir Rieke, die hier im Forum schreibt, am Telefon gesagt.

Besonders das Datum interessiert mich.

Das ist viele Jahre her. Rieke, weißt du noch, wann?

Du glaubst garnicht, wie mich das berührt, auch wenn ich es schon weiß. Aber das aus einem anderen Mund zu hören, das hat schon was.

Das verstehe ich.

Oder ist Rieke und Eva die gleiche Person?

Nein - Rieke und Eva sind 2 verschiedene Personen, gell Rieke? [image]

Der 2. Teil des Satzes, ist das eine allgemein gebräuchliche Ausdrucksweise? Ich verstehe das zwar, würde das aber selbst nie so ausdrücken.

Du meinst mit 2. Teil des Satzes: "wenn W. zu dir stehen würde?""?
Gemeint ist, wenn dieser bestimmte Mann, dessen Namen ich abkürzte, zu mir stehen, mich offiziell anerkennen und Teile seines Lebens partnerschaftlich mit mir teilen würde.
Bei dir würde das andersherum bedeuten, wenn deine Frundin, namens ...., zu dir stehen würde.

Wie schon vor Jahren Marianne

Ich wünsche dir das Beste!

Eva

<ul><li>http://www.messie-syndrom.de/Messie-Syndrom Ursachen und Symptome.htm</ul>

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Eva, Freitag, 29.01.2010, 08:37 (vor 5841 Tagen) @ Wolfram

Guten Morgen Wolfram,

da habe ich doch den Beitrag zu früh weggeschickt ... [image].

Wie schon vor Jahren Marianne Bönigk-Schulz meinte, hat Messie-Sein was mit Beziehung zu tun, bzw. das Éine mit dem Anderen. Mit meinen Worten: Erfüllt mich die Beziehung nicht, erfülle ich mir andere Wünsche, sammle und horte - dann ich bin Herrin über die Dinge. Allerdings füllen sie nach und nach die Wohnung, womit die Dinge mich beherrschen - <big>noch</big>.

Damit sind wir wieder bei Ersatzbefriedigung.

Wir erhalten und erwerben viele schöne Gegenstände, die es Wert sind, aufbewahrt zu werden, und doch sind sie zur Vernichtung bestimmt, alltäglich trennen wir uns gedankenlos von ihnen, um für Neues wieder Platz zu machen. Wenn wir ständig wegwerfen, sind wir auch in Gefahr, nachlässig auch das Wertvolle wegzuwerfen, zu verlieren, was wir schätzen und brauchen. Die Messies zeigen, dass in dieser Welt der Massenproduktion der individuelle, persönliche Umgang mit Dingen sehr schwierig ist. Durch die Fülle der Dinge kann eine andere Art von Not erzeugt werden: Es wird schwierig etwas zu besitzen, sich etwas zu eigen zu machen, weil der Druck des Verbrauchens und Konsumierens besteht. Gleichzeitig demonstrieren die Messies auch an den Dingen jene Umgangsweise, der sie sich als Menschen ausgesetzt fühlen. Sie erleben sich selbst als x-beliebig, austauschbar, nicht in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen, vom Wegwerfen, Aussortieren bedroht, leicht ersetzbar durch andere, modernere. Die Angst davor, selbst verloren zu gehen, projizieren sie auf die Dinge, die sie nicht verlieren wollen. Sie zeigen, dass die Verfügbarkeit heute wichtiger ist als das Wahrnehmen eines unerfüllten Wunsches. Die Ersatzbefriedigung wird dem Erleben der Sehnsucht vorgezogen. Die Konsumgesellschaft gaukelt vor, dass die Wünsche ständig und ununterbrochen erfüllt werden können, solang man "flüssig" ist (über Geld verfügt). Für viele ist der Preis wesentlich - sie suchen einen objektiven Wert, der aber gleichzeitig die Besonderheit des einzelnen Dings auslöscht.

..... aus unten angegebenem Link

Eva

<ul><li>http://cgi.ebay.de/Das-Messie-Syndrom----NEU_W0QQitemZ310191790333QQcmdZViewItem</ul>

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Wolfram, Freitag, 29.01.2010, 09:40 (vor 5841 Tagen) @ Eva

Guten Morgen Wolfram,
da habe ich doch den Beitrag zu früh weggeschickt ... [image].
Wie schon vor Jahren Marianne Bönigk-Schulz meinte, hat Messie-Sein was mit Beziehung zu tun, bzw. das Éine mit dem Anderen. Mit meinen Worten: Erfüllt mich die Beziehung nicht, erfülle ich mir andere Wünsche, sammle und horte - dann ich bin Herrin über die Dinge. Allerdings füllen sie nach und nach die Wohnung, womit die Dinge mich beherrschen - <big>noch</big>.
Damit sind wir wieder bei Ersatzbefriedigung.
Wir erhalten und erwerben viele schöne Gegenstände, die es Wert sind, aufbewahrt zu werden, und doch sind sie zur Vernichtung bestimmt, alltäglich trennen wir uns gedankenlos von ihnen, um für Neues wieder Platz zu machen. Wenn wir ständig wegwerfen, sind wir auch in Gefahr, nachlässig auch das Wertvolle wegzuwerfen, zu verlieren, was wir schätzen und brauchen. Die Messies zeigen, dass in dieser Welt der Massenproduktion der individuelle, persönliche Umgang mit Dingen sehr schwierig ist. Durch die Fülle der Dinge kann eine andere Art von Not erzeugt werden: Es wird schwierig etwas zu besitzen, sich etwas zu eigen zu machen, weil der Druck des Verbrauchens und Konsumierens besteht. Gleichzeitig demonstrieren die Messies auch an den Dingen jene Umgangsweise, der sie sich als Menschen ausgesetzt fühlen. Sie erleben sich selbst als x-beliebig, austauschbar, nicht in ihrer Einzigartigkeit wahrgenommen, vom Wegwerfen, Aussortieren bedroht, leicht ersetzbar durch andere, modernere. Die Angst davor, selbst verloren zu gehen, projizieren sie auf die Dinge, die sie nicht verlieren wollen. Sie zeigen, dass die Verfügbarkeit heute wichtiger ist als das Wahrnehmen eines unerfüllten Wunsches. Die Ersatzbefriedigung wird dem Erleben der Sehnsucht vorgezogen. Die Konsumgesellschaft gaukelt vor, dass die Wünsche ständig und ununterbrochen erfüllt werden können, solang man "flüssig" ist (über Geld verfügt). Für viele ist der Preis wesentlich - sie suchen einen objektiven Wert, der aber gleichzeitig die Besonderheit des einzelnen Dings auslöscht.
..... aus unten angegebenem Link
Eva

<ul><li>http://cgi.ebay.de/Das-Messie-Syndrom----NEU_W0QQitemZ310191790333QQcmdZViewItem</ul>

Guten Morgen Eva,

danke nochmal.
vor Jahren reicht mir. Genaueres Datum brauche ich nicht.
Ist es nicht so, daß die Anerkennung und Wertschätzung einer Person noch wichtiger ist als die Beziehung. Im Allgemeinen steckt ja in einer Beziehung die Anerkennung und Liebe des Partners. Muß aber nicht sein und dann werde ich auch zum Messie.
Vielleicht bin ich auch deswegen Individualist, weil ich nicht austauschbar sein will. Und habe deswegen Sachen, die kein anderer hat. Offenbar habe ich bei meinem letzten Umzug das Radio von 1931 weggeworfen. Ich finde es jedenfalls nicht mehr. Vor kurzem suchte jemand in der Zeitung so ein Radio und bot 600 Euro dafür.


Viele Grüße
Wolfram

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume? - Viele Dinge als Ersatzbefriedigung!?

Andrea, Donnerstag, 28.01.2010, 23:04 (vor 5842 Tagen) @ Eva

Eva - auf dem Weg zur Befreiung - so oder so

Man baut manchmal emotionale Bindungen zu Dingen des
Alltags oder Dingen der Vergangenheit auf.

Meine Trinktasse, aus der ich jahrelang getrunken habe,
hat diverse Sprünge und soll ersetzt werden. Aber das
ist die Tasse aus der ich jahrlang getrunken habe! Ein
Teil meines Lebens! Kann ich sie einfach wegschmeißen?
Sollte ich sie nicht als Andenken aufbewahren?

Wenn ich mal Enkelkinder haben werde (was aber unwahrscheinlich
ist), dann sitzen wir alle zusammen vor dem Kamin und ich
hole diese Tasse hervor aus meinem Archiv. „Und das ist
die Tasse, aus der ich von zirka 2003 bis Anfang 2010 praktisch
jeden Tag getrunken habe!“

Und wenn ich erst einmal berühmt bin, wird ja nach meinem
Tod auch ein Andrea-Museum eingerichtet werden. Das braucht
doch dann auch diese ganzen Dinge für seine Ausstellung.

Wie schaffen Leute es, solche Dinge einfach wegzuschmeißen?

Die Vergangenheit soll nicht vergehen! Wenn man Dinge wegschmeißt
treibt man damit die Zeit vorwärts in Richtung Zukunft und würde
das Vergeben noch beschleunigen. In der Vergangenheit ist die
Jugend und in der Zukunft das Alter und der Tod – also ist es
doch klar, daß jeder in die Vergangenheit will und nicht in die
Zukunft! Daher muß die Tasse aufbewahrt werden.

And I wait for them to interrupt
Me drinkin' from my broken cup
And ask me to
Open up the gate for you.

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

muecke, Donnerstag, 21.01.2010, 07:37 (vor 5849 Tagen) @ Xandria

Hallo,

ich mag leere Räume.

Da kann ich mich richtig bewegen, muss nicht dauernd über etwas hinwegsteigen.

ein Raum, nur mit den Möbeln, die wirklich benötigt werden, keine Schränke mit überflüssigem Kram.

Ein Traum

LG muecke

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

Farbexpertin, Donnerstag, 21.01.2010, 17:01 (vor 5849 Tagen) @ Xandria

Hi Xandria,

das hat wohl was mit Höhle zu tun. Aber auch Farben können viel bewirken. man könnte auch viel Pfalnzen aufstellen und Sitzhocker (evtl mit Plüschbezug)

Dabei fällt mir jetzt ein, ich habe mal eine Sendung gesehen, da war so ein Mann, der hat sich darauf spezialisiert, Leute zu beraten, wie sie ihre Wohnräume gestalten, es ging auch ins Spirituelle. (Schwingungen und so) jedenfalls hat er immer empfohlen, die Ecken zu verkleiden. Besonders auch an den Decken. Da sollten die Leute mit Hasendraht oder ähnlichem arbeiten und darauf dann was modelieren. Gips oder so. Es ist zu lange her, kann mich nur lückenhaft erinnertn....jedenfalls entstand so auch ein hählenartiger Charakter.

Sowas würde ich wohl högstens in einem Eigenheim machen.

Lg
Farbexpertin

für welches Bedürfnis steht dein Berg

Mala, Donnerstag, 21.01.2010, 17:35 (vor 5849 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

die Frage ist: Was bedeuten dir die Sachen im Raum, für welches Bedürfnis stehen sie?

Ich kenne das Gefühl – wenn die Sachen vom Nachtschänkchen und Kommode weggeräumt waren hab ich mich nackt und
schutzlos gefühlt. Schau mal, was für eine leere du dann vermisst, wie du sie anders bekommen kannst.
Bücher standen für mich immer für wissen – auch wenn es un gelesen im Schrank stand. Klamotten für mich immer
für Anerkennung -gut wahrgenommen werden, obwohl ungepflegt das Gegenteil stattfindet.

Lies mal, was ich unter Malas Beobachtungen geschrieben hab, da hab ich mich mal mit dem Thema
auseinandergesetzt. Vielleicht hilft es dir weiter.

http://messiezone.kilu.de/dokuwiki/1166.htm

Liebe Grüße
Mala

Danke Re: für welches Bedürfnis steht dein Berg

MaZe, Donnerstag, 21.01.2010, 20:28 (vor 5849 Tagen) @ Mala

Hallo Xandria,
die Frage ist: Was bedeuten dir die Sachen im Raum, für welches Bedürfnis stehen sie?
Lies mal, was ich unter Malas Beobachtungen geschrieben hab, da hab ich mich mal mit dem Thema
auseinandergesetzt. Vielleicht hilft es dir weiter.
http://messiezone.kilu.de/dokuwiki/1166.htm
Liebe Grüße
Mala

Hallo Mala, vielen Dank für diesen Link; werde ich mir zu Gemüte führen, wertvolle Einsichten!
LG~M~

Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

Kirschblüte, Montag, 25.01.2010, 08:51 (vor 5845 Tagen) @ Xandria

Hallo Xandria,

Räume, in denen wirklich nur das allernotwendigste steht, wirken auf mich auch oft kalt, steril und ungemütlich.
Aber Räume, in denen ALLES vollgerümpelt ist, wirken auf mich auch eher erdrückend.

Gmütlich wirkt ein Raum wenn er "voller Leben" ist.
Das kommt vor allem durch Farben und Materialien.
Auch durch Deko und gelebtes Leben. (Im Idealfall ist ein Raum sauber und ordentlich, aber man sieht eben, dass in diesem Raum auch gelebt wird und dass es kein Ausstellungsraum aus dem Möbelhaus ist)


Viele Grüße
Kirschblüte

LebensRAUM Re: Warum mag ich keine ´´leeren´´ Räume?

MaZe, Mittwoch, 27.01.2010, 22:42 (vor 5843 Tagen) @ Kirschblüte

Räume, in denen wirklich nur das allernotwendigste steht, wirken auf mich auch oft kalt, steril und ungemütlich.

Ja!

Aber Räume, in denen ALLES vollgerümpelt ist, wirken auf mich auch eher erdrückend.

Ja!

Gmütlich wirkt ein Raum wenn er "voller Leben" ist.
Das kommt vor allem durch Farben und Materialien.

Ja auch das!
Manchmal reicht (mir) auch eine Gitarre, an der die Fingerabdrücke frischer sind als die Staubschicht [image]
Hab heut endlich mal wieder drauflosgeschrammelt, und nebenher die E-Saiten gestimmt..Die andern 4 kommen später dran

Auch durch Deko und gelebtes Leben. (Im Idealfall ist ein Raum sauber und ordentlich, aber man sieht eben, dass in diesem Raum auch gelebt wird und dass es kein Ausstellungsraum aus dem Möbelhaus ist)

Es war harte Gesprächsarbeit, meinem Vater zu erklären, dass ich NICHT in einem Katalog leben willDu weisst bestimmt was ich meine!?!

Viele Grüße
Kirschblüte

Ebenso,
Maze Labyrinth

powered by my little forum