Finanzielles und Schamgefühle (Allgemein)
ChaosQueen, Montag, 15.03.2010, 12:32 (vor 5795 Tagen)
Liebe Chaoten, Halb-Chaoten und Ex-Chaoten,
wie regelt ihr Finanzielles? Es ist mir unheimlich peinlich das zuzugeben, aber obwohl finanzielle Ressourcen vorhanden sind, scheine ich manche finanzielle Angelegenheiten nicht regeln zu KÖNNEN. Als sei da eine riesige Blockade.. Und irgendwann kommen dann haufenweise Gebühren hinzu und die Angelegenheit wird immer dringender und dringender, aber ich kann sie dann trotzdem nicht angehen. Und irgendwann steht man dann vor einem Riesenschlamassel... So wie jetzt zum Beispiel. Und ich schaffe es noch nicht einmal, mit meinem Partner darüber zu reden, um mir die Last von der Seele zu reden. Und obwohl ich einen wunderbaren, liebevollen Freundeskreis habe, mit dem ich über wirklich ALLES reden KANN, kann ich mich nicht überwinden, mich dort diesbezüglich anzuvertrauen. In meinem Elternhaus sprach man einfach nicht über Geld, man hatte es oder halt nicht, das erschert die Situation noch einmal um Einges.
Alles doof.
Doofe Grüße
ChaosQueen
Re: Finanzielles und Schamgefühle
Xandria, Montag, 15.03.2010, 12:49 (vor 5795 Tagen) @ ChaosQueen
Hallo ChaosQueen,
also ich muss zugeben, dass ich obwohl ich Vollzeit arbeite und nur für mich sorgen muss - schaffe ich es immer wieder mich finanziell in die Breduillie zu bringen. Keine angenehme Situation - hängt bei mir aber auch mit dem Unwillen zusammen den Papiertieger zu bändigen. Sprich Mahnungen bleiben bei mir oft ungeöffnetet liegen. Allerdings habe ich als gelernte Rechtsanwaltsgehilfin einen Vorteil, ich erkenne einen Mahnbescheid bzw. Schreiben von Inkasso-Büros ohne sie zu öffnen.
Auch ich habe mich lange dafür geschämt, dass ich das nicht in den Griff bekomme. Mir hilft bei sowas immer, dass ich mich mit anderen vergleichen kann. Das ist zwar auch sehr verpönt, aber ich denke, dass es bei Vergleichen immer darauf ankommt, was man wie daraus macht.
Ich habe durch vorgenannte Vergleiche erkennen können, dass z. B. in meiner Familie keiner wirklich gut mit Geld umgehen kann. Ich bin also nicht die einzige. Also warum sollte ich mich dann schämen.
In meinem Freundeskreis gibt es auch Menschen, die in der Privatinsolvenz sind. Das hab ich bei mir, doch noch immer abwenden können.
Ich hoffe dir mit meiner Antwort ein bisschen das Schamgefühl genommen zu haben.
Liebe Grüße Xandria
Re: Finanzielles und Schamgefühle
muecke, Dienstag, 16.03.2010, 08:44 (vor 5794 Tagen) @ ChaosQueen
Hallo Chaosqueen,
meine Finanzen sind im Moment unübersichtlich und erschreckend.
Das liegt meist daran, dass das Zahlen mit EC.Karte so schön bequem ist.
Ausserdem hat die Firma meines Mannes (er ist selbständig) auch reichlich Schwierigkeiten.
Am liebsten würde ich mich verstecken, bis das Schlimmste vorbei ist.
Aber ich werde mich dadurchbeissen, und zumindest meinen Finanzen heute "aufdecken".
Und einiges kündigen. ADAC, Mieterschutzbund(lieber nicht).
lg muecke
Re: Finanzielles und Schamgefühle
Paladin, Dienstag, 16.03.2010, 16:58 (vor 5794 Tagen) @ muecke
Moin muecke,
Das liegt meist daran, dass das Zahlen mit EC.Karte so schön bequem ist.
das Spielchen kenne ich auch sehr gut. Dagegen gibt es nur ein probates Mittel ohne Wenn und Aber
Nur Bares ist Wahres!
Seit ich nach diesem Konzept verfahre, ist der nächste Erste nicht mehr lichtjahreweit entfernt und hat erheblich zur Stabilisierung der Finanzen beigetragen.
Meine Scheckjkarte dient seit knapp einem Jahr nur nach dazu, um Bargeld zu holen bzw. Kontodaten abzurufen. Einkaufen ist damit Tabu
LG vom Paladin
Re: Finanzielles und Schamgefühle
MarLe, Dienstag, 16.03.2010, 12:50 (vor 5794 Tagen) @ ChaosQueen
Mahlzeit ChaosQueen,
das Thema sprach mich an.
Beim schreiben und sortieren merkte ich jedoch schnell,
dass ich darauf nicht antworten kann.
<font size=-1>und daraufhin alles gelöscht habe</font>
Das Thema 'Finanzen und Scham' und auch deine Frage
("Wie regelt ihr Finanzielles?") dazu hätte ich viel
zu sagen.
Aber da sind Grenzen. Denn das, was du von dir schreibst,
ist anders, als das, was ich erlebe oder worüber ich schreiben
kann/könnte.
Was ich schreibe, wird dir nicht hilfreich sein.
Besser ist es vielleicht, dich auf Fly-Lady zu verweisen.
Die hatte einmal etwas zum Thema, nämlich 'Financial Awareness Continually Empowers', Kurz 'FACE'.
Allerdings alles in englischer Sprache.
Vielleicht findest du was auf Ihrer Seite oder mit Hilfe einer
Suchmaschine.
Lieben Gruß
Marlene
Re: Finanzielles und Schamgefühle
Rumpel, Mittwoch, 17.03.2010, 00:12 (vor 5794 Tagen) @ ChaosQueen
Liebe Chaoten, Halb-Chaoten und Ex-Chaoten,
schöne Anrede, die gibt Hoffnung ![[image]](http://bilder.parsimony.net/smilies/zwinker.gif alt=zwinker)
wie regelt ihr Finanzielles? Es ist mir unheimlich peinlich das zuzugeben, aber obwohl finanzielle Ressourcen vorhanden sind, scheine ich manche finanzielle Angelegenheiten nicht regeln zu KÖNNEN. Als sei da eine riesige Blockade.. Und irgendwann kommen dann haufenweise Gebühren hinzu und die Angelegenheit wird immer dringender und dringender, aber ich kann sie dann trotzdem nicht angehen. Und irgendwann steht man dann vor einem Riesenschlamassel... So wie jetzt zum Beispiel. Und ich schaffe es noch nicht einmal, mit meinem Partner darüber zu reden, um mir die Last von der Seele zu reden. Und obwohl ich einen wunderbaren, liebevollen Freundeskreis habe, mit dem ich über wirklich ALLES reden KANN, kann ich mich nicht überwinden, mich dort diesbezüglich anzuvertrauen. In meinem Elternhaus sprach man einfach nicht über Geld, man hatte es oder halt nicht, das erschert die Situation noch einmal um Einges.
S C H A M
Ich las eben gerade einen Artikel, da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Nicht im Zusammenhang mit sexuellem Mißbrauch, damit habe ich keine Erfahrung.
Aber mit den Techniken, mit du als Kind zum Schweigen gebracht wirstIn meiner Familie gab es auch Sachen, über die nicht geredet werden durfte, Haltungen, die eingenommen werden mußten,
mir haben sie als Kind das Hirn vergewaltigt. Religion und Lüge, das ist für mich ein paar Schuhe.
Du kannst nicht reden? Lies mal den Artikel, vielleicht kommst du dann drauf weswegen du das nicht kannst
Psychoanalytiker zu Missbrauch: Das belämmerte Schweigen
LG Rumpel
--
We spend the first twelve months of our children's lives teaching them to walk and talk and the next twelve telling them to sit down and shut up.
Phyllis Diller
Planet Wissen: Schulden, Sorgen, Pleitemachen - Vom Umgang mit dem lieben Geld
Rumpel, Mittwoch, 17.03.2010, 09:48 (vor 5793 Tagen) @ Rumpel
Ich habe diese Sendung leider verpasst, aber auf der Website gibts Links aus der Sendung.
Planet Wissen: Schulden, Sorgen, Pleitemachen - Vom Umgang mit dem lieben Geld
Wiederholungen heute:
17.03.2010 | 12:30 Uhr BR
17.03.2010 | 14:15 Uhr RBB
<a href="">[/link]
<a href="">[/link]
LG Rumpel
--
"Not everything that counts can be counted, and not everything that can be counted counts."
(Sign hanging in Einstein's office at Princeton)
O.T.: schämen - Schamgefühl
MarLe, Mittwoch, 17.03.2010, 10:32 (vor 5793 Tagen) @ Rumpel
Lieber Rumpel,
ich danke dir, dass du das Thema 'Schamgefühl' herausgelöst hast.
Sozusagen einen eigenen Faden daraus machst.
Die Verstrickungen im eigentlichen Thread haben mir sehr zu schaffen
gemacht, um so mehr freue ich mich, das Thema abgelöst zu sehen.
Denn das ist es im Grunde genommen, ein ganz eigenes Thema.
Scham oder besser noch Schamgefühl ist ein Gefühl.
Wenn ich selber Gefühle nennen soll, dann ist das leicht,
spontan fällt mir ein: Wut, Ärger, Angst, Freude, Stolz.
...und dann wird es schon etwas schwieriger.Was ich sagen möchte ist, dass Gefühle eh schon ein "schwieriges Feld" sind.
Sich schämen erst einmal als Gefühl zu wissen, ist viel Wert.
Ein weiterer Schritt ist es, festzustellen das es verbunden ist/werden kann,
im Sinne von: "Ich schäme mich, weil.." oder "ich schäme mich für..."
An dem Punkt bin ich in der Lage genauer hinzusehen/zu sein.
Oder auch, ich darf das jetzt fühlen!
Mir zeigt das einmal mehr, wie wichtig es ist, Gefühle benennen zu können.
<font size=-1>und es gibt Online viele Listen über Gefühle</font>
---
Das erstmal von mir.
Ich danke dir, lieber Rumpel, für's loslösen.
Mit dem Artikel selber konnte ich nun weniger anfangen,
aber kam darüber zu anderen, mich ansprechenden Dingen.
Auch für den Anstoß und den Input danke ich dir.
Lieben Gruß
Marlene
Re: Nicht O.T.: schämen - Schamgefühl
Rumpel, Mittwoch, 17.03.2010, 11:33 (vor 5793 Tagen) @ MarLe
Lieber Rumpel,
ich danke dir, dass du das Thema 'Schamgefühl' herausgelöst hast.
Sozusagen einen eigenen Faden daraus machst.
Die Verstrickungen im eigentlichen Thread haben mir sehr zu schaffen
gemacht, um so mehr freue ich mich, das Thema abgelöst zu sehen.
Bei mir hats geklingelt als ich diesen Absatz las:
<blockquote>"Opfer ...... Missbrauchs hüllen sich oft über Jahrzehnte in Schweigen. Ursache sind nicht nur Scham über die erlittenen Übergriffe, die verwirrenden emotionalen Verstrickungen mit dem Täter oder die Furcht vor Vorwürfen oder eigenen Schuldgefühlen."</blockquote>
Das Wörtchen 'sexuellen' habe ich gestrichen, es gibt auch andere Formen von Mißbrauch. Und Scham ist ein wirksames Erziehungsmittel, Kinder sind relativ wehrlos gegen fortgesetzte psychische Gewalt, erst recht, wenn der Trotz aus ihnen rausgeprügelt wurde.
Denn das ist es im Grunde genommen, ein ganz eigenes Thema.
Und hier absolut nicht off-topic, oder gibts hier Leute, die nicht das geringste Fünkchen Scham empfinden ob ihrer Messie-Problematik? Ich stell mich nicht in die Ecke, um das Chaos um mich rum nicht zu sehen. Aber ich schau auch nicht genau hin, und vermeide Gespräche darüber.
Scham lähmt, Scham entwertet, und das schlimmste: über die Gründe des Schamgefühls kann man nicht reden!
Das ist ja das perfide daran, daß dem Kind gesagt wird, es solle sich schämen, statt ihm zu sagen, warum das, weswegen es sich schämen solle, falsch ist.
Aber wenn man das könnte, hätte man es ja nicht nötig, sich die Erklärung zu sparen, und zum Prügelstock 'Scham' zu greifen.
Scham oder besser noch Schamgefühl ist ein Gefühl.
Ist ein Gefühl, mit dem du von Pfaffen und Eltern manipuliert wirst
Ich danke dir, lieber Rumpel, für's loslösen.
Mit dem Artikel selber konnte ich nun weniger anfangen,
aber kam darüber zu anderen, mich ansprechenden Dingen.
Ich habe den Artikel nicht zitiert, um auf das Thema der pädophilen Pfaffen und Pädagogen aufmerksam zu machen, darüber stolpert jeder, der im letzten Monat irgendwann mal ne Zeitung geöffnet hat.
Was mich an dem Artikel faszinierte, war die Erklärung des Psychoanalytikers zum langen Schweigen der Opfer. Und der hat es noch etwas genauer erklärt als durchs Schamgefühl allein, die Rolle der Familie, die Nähe zum Täter, beleuchtet, der hat mir klar gemacht, daß ich mit meiner Herkunft noch nicht abgeschlossen habe.
Der "böse Onkel" vor dem man die Kinder warnt, ist seltenst ein Fremder, gehört meist zur Familie oder zum Umfeld (Fußballtrainer, Pfadfinderführer).
LG Rumpel
Re: Gedanken zu Scham, Schuld und Abgrenzung
Xandria, Mittwoch, 17.03.2010, 12:49 (vor 5793 Tagen) @ Rumpel
Hallo ihr Zwei,
Danke für die Denkanstöße. Haben gut getan und tun immer noch gut!
Interessant ist auch was Wikipedia dazu zu sagen hat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schamgefühl
Demnach ist Scham ein fremdbestimmtes Gefühl. Die Sicht der anderen auf mich bestimmt, dass ich mich so fühle. Schamgefühl ist also schon so etwas wie emotionale Erpressung!?
Während Schuld ein Gefühl ist, dass von mir selbst kommt. Richter ist hier das eigene Gewissen. Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schuldkultur
Meine ich das nur oder wird in unserer Gesellschaft mehr Scham- als Schuldgefühl empfunden. Bzw. steht die Meinung anderer über dem was ich über mich selber denke? „Man-tut-das-nicht!“ vs. „Es-tut-mir-leid!“
Sich wegen des Mess schämen? Ja das tut wohl jeder, der sich als Messie empfindet. Leidensdruck! Ich auch!
Was sagt das über mich aus?
Andere bestimmen, wie ich zu leben habe. Wenn meine Art und Weise des Lebens nicht mit der Gesellschaft konform geht – habe ich mich zu schämen, bzw. schäme ich mich. Das Schamgefühl sagt mir: Das ist nicht Regelkonform. Ich passe so nicht in die Gesellschaft.
Hier sehe ich allerdings schon einen Unterschied bei einem Müllmessie und einem Sammelmessie. Durch die Vermüllung belaste ich meine Umwelt (Dreck, Gestank, Ungeziefergefahr usw.). Da will ich der Gesellschaft ein gewisses Mitspracherecht einräumen. Obwohl ich selber Müllmessie war. Aber wer hat das Recht, mir das Sammeln zu verbieten, zu vermiesen, wenn sonst alles sauber und ordentlich ist. Niemand! Steht so auch glaub ich im Mietrecht! Obwohl es da auch Grenzen gibt!
Anders bei der Schuld. Da sage ich mir: An der Situation (Finanzmess) trage ich die Schuld (Verantwortung). Ich habe nicht gespart, ich habe mein Geld unnütz ausgegeben, ich muss einen Weg daraus finden.
Komisch. So gesehen empfinde ich lieber Schuld als Scham.
Erschreckend find ich auch, dass unsere Zivilisation u. a. auf dem Schamgefühl aufgebaut ist. Mit emotionaler Erpressung hin zur Zivilisation!? Eine Schande ist das! Schämen sollte man sich dafür! Nur wer?
Im Endeffekt zeigts mir nur, dass ich noch viel zu sehr fremdbestimmt bin, ich mich also immer noch nicht richtig abgrenzen kann.
Liebe Grüße Xandria
Re: Gedanken zu Scham
Birgit, Mittwoch, 17.03.2010, 16:56 (vor 5793 Tagen) @ Xandria
Ich klink mich auch mal ein:
Als ich eben nach hause kam, sah ich einen Mann, der seine Hose so hoch zog, dass die Hosenbeine etwa 10 cm seiner schicken roten Socken freiließen. Da dachte ich an ein Gespräch übers Fremdschämen, und versuchte erfolglos mich mal in die Lage eines solchen Menschen zu versetzen, dem es anscheinend gar nichts ausmacht, was andere Leute wohl über ihn denken mögen. Der stellte sich denn auch gut sichtbar vor eine Mauer ins karge Gebüsch, um einmal gepflegt zu urinieren.
Ich habe einerseits Bewunderung dafür, dass man sich so eine große Freiheit "herausnehmen" kann, andererseits möchte ich offen gestanden nicht so sein wie "der da"
Und da bin ich bei dem, was ich zu dir, Xandria sagen wollte: Es ist schon lange keine Fremdbestimmung mehr, wenn mir die Schamesröte ins Gesicht steigt, wenn es klingelt! Und sich so zu schämen, das hat mir meine Mutter dadurch beigebracht, indem sie sich für mich geschämt hat.
Es gibt aber auch noch ein anderes Schamgefühl das ich kenne. Das ist, wenn man zum Beispiel fröhlich plappernd einen Bekannten vollbrabbelt, und der einem dann nach einer Weile ins Wort fällt und schimpft: "Verdammt ich hab grad einen Schicksalsschlag erfahren!" - Dann schäme ich mich, weil die Verhältnismäßigkeit so unterschiedlich ist, und vielleicht weil ich es nicht gemerkt habe.
Danke Birgit für die Gedanken
MarLe, Mittwoch, 17.03.2010, 20:23 (vor 5793 Tagen) @ Birgit
Guten Abend,
danke Birgit für deine Gedanken.
Vor allem für den Ansatz der ...mhm... ich nenne es mal 'Arten von Scham'.
Fühlt sich grad an, wie das Ziehen am Badewannenstöpsel.
Lieben Gruß
Marlene
Re: Gedanken zu Scham, Schuld und Abgrenzung
Wolfram, Donnerstag, 18.03.2010, 00:00 (vor 5793 Tagen) @ Xandria
Hallo Xandria,
dass Du lieber Schuld als Scham empfindest, ist klar. Schuld kannst Du beeinflussen und damit abbauen direkt. Scham ist fremdbestimmt und ist darum nicht so schnell abzubauen, weil man es so gelernt hat. Ich schäme mich nicht für mein Mess, aber ich spreche auch nicht unnötig darüber, weil die anderen das nicht verstehen und weil es mir Nachteile einbringen kann. Ich will nur für mich wegschmeißen und nicht für andere. Für andere allenfalls darum, weil ich die für mich in die Wohnung lassen will. Aber nur für den aktuellen Gebrauch der Wohnung wird dann aufgeräumt und nicht, weil ich mich schäme. Also in irgendwelchen Ecken kann ruhig was rumstehen, wenn ich nicht ranmuß.
Viele Grüße
Wolfram
Re: Finanzielles und Schamgefühle
ChaosQueen, Freitag, 26.03.2010, 11:51 (vor 5784 Tagen) @ Rumpel
Liebe Chaoten, Halb-Chaoten und Ex-Chaoten,
huch, durch das Gewusele in den letzten Wochen hatte ich diesen Thread ganz vergessen und habe mich jetzt erst durch die vielen Antworten gelesen. Schamgefühl.. Ja, das kenne ich sehr gut. Hier ist weder der Ort noch der Zeitpunkt, um über meine Eltern zu sprechen (vielleicht aus Schamgefühl?), sagen wir einfach, dass ich im materiellen Überfluss lebte aber neben physischer Gewalt vorallem emotional verwahrloste. Nur durfte das keiner wissen, denn immerhin arbeiteten meine Eltern ja für uns, ihre Kinder, und was wären wir für undankbare Blagen, wenn wir uns deswegen auch noch beschweren würden. Immerhin hätten wir doch alles, was ein Kind sich wünschen könnte. Andere Kinder würden sich wünschen, solche Eltern zu haben, sagte man uns. Es galt vorallem, den Schein zu wahren. Und genau das ist die Bürde, die ich nicht so schnell abwerfen kann.
Vielleicht ist dieser Trotz, Finazielles zu regulieren, eine Rebellion gegen mein Elternhaus und der unbewusste Versuch, es so weit zu treiben, bis der Schein nicht mehr gewahrt werden kann. Nur bin ich jetzt erwachsen und diese negative Aufmerksamkeit käme mir und nicht meinen Eltern zu. Aber sag das Mal meinem Unterbewusstsein. Es liegt auch nicht daran, dass ich nicht planen oder nicht haushalten KANN. Ganz im Gegenteil: Im Job klappt das Organisieren ironischerweise herausragend gut. Doch muss ich wirklich ganz unten ankommen, damit es "klick" macht? Ich verstehe mich in diesem Punkt selbst nicht.. Ich bin es so satt zu "funktionieren".
Die Seite von Fly-Lady ist übrigens klasse! Wusstet ihr, dass sie auch auf Youtube.com vertreten ist? Guckst Du hier: http://www.youtube.com/user/TheFLYLADY
Viele Grüße
ChaosQueen & ihre Masken
Re: Finanzielles und Schamgefühle
Xandria, Freitag, 26.03.2010, 12:23 (vor 5784 Tagen) @ ChaosQueen
Liebe ChaosQueen,
huch, durch das Gewusele in den letzten Wochen hatte ich diesen Thread ganz vergessen und habe mich jetzt erst durch die vielen Antworten gelesen. Schamgefühl.. Ja, das kenne ich sehr gut. Hier ist weder der Ort noch der Zeitpunkt, um über meine Eltern zu sprechen (vielleicht aus Schamgefühl?), sagen wir einfach, dass ich im materiellen Überfluss lebte aber neben physischer Gewalt vorallem emotional verwahrloste. Nur durfte das keiner wissen, denn immerhin arbeiteten meine Eltern ja für uns, ihre Kinder, und was wären wir für undankbare Blagen, wenn wir uns deswegen auch noch beschweren würden. Immerhin hätten wir doch alles, was ein Kind sich wünschen könnte. Andere Kinder würden sich wünschen, solche Eltern zu haben, sagte man uns.
Das sehe ich z B ganz anders: Für die finanzelle Absicherung der Familie zu sorgen ist ja gut und erstrebenswert, aber wenn die Seele vergessen wird? Nein! Da ist Weniger mehr! Ich sage für mich immer; Wer ein Dach überm Kopf, Kleidung im Schrank und was zu essen hat, der ist nicht arm! Alles andere ist nur unnötiger Plunder. Aber ein Zuhause, wo man sich geborgen fühlt ist unersetzlich.
Es galt vorallem, den Schein zu wahren. Und genau das ist die Bürde, die ich nicht so schnell abwerfen kann.
Vielleicht ist dieser Trotz, Finazielles zu regulieren, eine Rebellion gegen mein Elternhaus und der unbewusste Versuch, es so weit zu treiben, bis der Schein nicht mehr gewahrt werden kann. Nur bin ich jetzt erwachsen und diese negative Aufmerksamkeit käme mir und nicht meinen Eltern zu. Aber sag das Mal meinem Unterbewusstsein. Es liegt auch nicht daran, dass ich nicht planen oder nicht haushalten KANN.
Was passiert in deinem Inneren denn, wenn du versuchts dich mit dem Thema zu befassen?
Ganz im Gegenteil: Im Job klappt das Organisieren ironischerweise herausragend gut. Doch muss ich wirklich ganz unten ankommen, damit es "klick" macht?
Das kenn ich auch! Was den Haushalt angeht, habe ich von zu Hause auch nie Strukturen mitbekommen, ich weiß bis heute nicht, wie meine Mutter ihren Haushalt "organisiert" hat. Mir fällt es auch nicht leicht, Strukturen bei mir zu Hause aufzubauen und über längere Zeit beizubehalten!
Im Job allerdings schon! Der Grund: Dort sind schon bewährte Strukturen VORHANDEN und mehr oder weniger wird man von seinem Arbeitsumfeld darin gehalten - des wegen gehts!
Liebe Grüße zurück
Xandria (durch ihre Schleiber-blickend)