Messiekollegin (Allgemein)

Sakem, Dienstag, 15.07.2008, 07:44 (vor 6386 Tagen)

Hallo,

diesmal beschäftigt mich ein besonderes Problem.
Seit meiner Tätigkeit an der neuen Arbeitsstelle
muss ich mir einen Schreibtisch mit einer anderen
Kollegin teilen.
Allem Anschein nach handelt es sich dabei um einen Messie.
Sie hat viel Zeug und breitet sich damit aus.
Oder anders herum, sie hat es nicht geschafft
innerhalb eines Jahres mir die Hälfte des Tisches
zur Verfügung zu stellen und ihr Zeug auf ihre Seite zu räumen.
Da ich selbst auf der Arbeit sehr organisiert bin und keine
Messieanzeichen habe, ist meine Arbeitsfläche frei.
Oft legte sie ihre Papiere auf meiner Seite ab.
Genauso oft legte ich sie auf ihre Seite zurück.

Nun habe ich mir meinen Bereich selbst genommen.
Ich habe einen Teil ihrer Sachen auf ihre Seite gelegt/gestellt
um meine Sache dafür unterbringen können.
Nun habe ich auch Beinfreihiet unter meiner Hälfte.
Ich kann meine Unterlagen griffbereit nutzen
und finde sie nach Sachgebieten geordnet leicht wieder.

Ihre Sachen habe ich ordentlich in eine kleine Kiste gepackt
damit nichts durcheinander rutscht und bei ihr abgestellt.
Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?
Ich will mich auf der Arbeit nicht outen.
Zumal ich ja auf dem Weg der Besserung bin
und meine Arbeit nicht darunter leidet.
Ich bin ganz im Gegenteil auf der Arbeit sehr
gewissenhaft und sehr gut organisiert.
Dort bin ich fast Symptomfrei, bis auf gelegentliche
Aufschieberlies, die ich aber bisher alle fristgerecht erledigt habe.

Wie gehe ich aber mit der Schreibtischorganisation um?
War es o.k. für meine Bedürfnisse einzutreten?
War es o.k. mir meinen Platz und Raum zu nehmen?
Wie seht ihr das? Mache ich mir allzuviel den Kopp?
Vielleicht merkt die Kollegin gar nicht die Veränderung?
Von wessen Seite ging die "Grenzüberschreitung" aus?
Hat sie sie verletzt indem sie sich ausbreitete
oder habe ich durch mein Handeln die Grenze überschritten?

Selten kann ich den gemeinsamen Stuhl benutzen, weil
ständig etwas darauf abgestellt ist.
Unter dem Tisch stößt man sich häufig die Füße weil viel
darunter deponiert ist. Ihr wisst schon, was ich meine.

Ich kann auf der Arbeit nicht auch noch den Mess ertragen.
Ich hab hier zu Hause schon genug damit zu kämpfen.
Aber der unmittelbare Mess einer Kollegin auf der Arbeit macht mir zu schafen.
Ich will mich nicht "anstecken" lassen.
Auf der Arbeit brauche ich Ordnung und Klarheit,
ansonsten leidet die Arbeit darunter.

Ich weiß auch nich, warum es mir auf der Abeit leicht fällt
alles im Griff zu haben. Bin ich da ein anderer Mensch?
Auch zu Hause hatte ich bisher zwei verschiedene Schreibtische.
Dort habe ich privat und berufliches strikt getrennt.
Die beruflichen Unterlagen sind auf dem Laufenden und geordnet.
Warum gelingt es mir da, aber nicht bei meinen privaten?

Soll ich der Kollegin helfen? Wie? Ohne mich selbst outen zu müssen?
Ist es meine Angelegenheit ihr einen Weg aus dem Mess aufzuzeigen?
Ich möchte lieber bei mir bleiben.
Ich bin total unsicher.
Vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken
Sakem

Re: Messiekollegin

Mira, Dienstag, 15.07.2008, 08:31 (vor 6386 Tagen) @ Sakem

Hallo Sakem,

ich denke schon, dass es in Ordnung ist, auf deine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und dir Raum und Platz zum Arbeiten zu schaffen. Und wenn du von ihr nichts weggeworfen hast oder anders geordnet, ist das m.M. nach okay so. Aber ich würde sie trotzdem mal freundlich ddrauf ansprechen. Irgendwie sagen, tut mir leid, dass ich jetzt dein ganzes Zeug einfach so zu dir geräumt habe. Aber ich brauche wirklich meinen Bereich für mich. Der muss frei bleiben, sonst fällt es mir schwer mich auf die Arbeit zu konzentrieren.

Wenn du es emotional kannst, würd eich evtl sogar versuchen, ihr Hilfe anzubieten und vielleciht auch durchblicken lassen, dass du da im privaten Bereich auch deine Schwierigkeiten hast. Dann fühlt sie sich bestimmt besser verstanden, weil sie merkt, dass du die Situation nachvollziehen kannst. Wenn das emotional nicht drin ist, dann lass es erstmal. Ich würde sagen, Selbstschutz geht da vor.

LG, Mira

Re: Messiekollegin

Heidi, Dienstag, 15.07.2008, 08:57 (vor 6386 Tagen) @ Mira

Hallo Sakem!

Ich finde, Du hast richtig gehandelt. Du solltest Dir keine Sorgen machen. Wie schon geschrieben, Du hast Dich nicht angemasst etwas wegzuwerfen.

Ausser einer Kleinen Anmerkung wie, dass Du Ihre Sachen dort, dort und dorthin verstaut hast, würde ich dazu erst einmal nichts weiter sagen. Schon gar nicht halbherzige Verbrüderungsversuche unternehmen, indem Du Dich als zu Hause anders "outest". Deine Kollegin hält sich offenbar für normal, was ihre Organisation betrifft. Belass es am besten dabei.

Sollte sie Hilfe haben wollen, wird sie sich selber an jemanden wenden. Wahrscheinlich würde sie eine von jetzt auf gleich angetragene Hilfe einfach ablehnen.

Und es ist doch so, Dein Job auf der Arbeit ist in Deinem Vertrag definiert, bürde Dir keine zusätzlichen Lasten auf.

LG Heidi (Passwort funktioniert seit dem Umzug nicht, wie´s scheint)

Re: Messiekollegin

BigBird, Dienstag, 15.07.2008, 09:06 (vor 6386 Tagen) @ Sakem

Du kannst ihr sagen, daß Du ihr Problem kennst und verstehst (und sie nicht verurteilst), ohne daß Du Dich als Messie outen mußt.

Kannst Du Deinen Bereich mit etwas abdecken, wenn Du gehst, so daß er 'markiert' ist - vielleicht eine rote Decke, oder eine auffällige Schreibtischunterlage?

Viele Grüße,
christine

Re: Messiekollegin

Sakem, Dienstag, 15.07.2008, 11:14 (vor 6385 Tagen) @ Heidi

Danke,
für die - wenn auch manchmal gegensätzlichen - Meinungen von euch.
Meine Kollegin ist z.Z. krankgeschrieben.
Und nun sind ein paar Wochen frei, so dass wir
uns erst in einiger Zeit wiedersehen werden.
Vielleicht bemerkt sie ja gar nicht die Veränderung
bei ihren Sachen, weil so viel Zeit dazwischen liegt.

Ich kann ja dann immer noch einen kurzen Hinweis
auf meine RA geben, wenn es sich ergeben sollte.
Das mit der "Demarkationslinie" finde ich einen guten Tipp.
Eine Tischunterlage gefällt mir.
Oder eine Ablageschale. Mal seh´n, was mir einfällt.

Erkenntnis:
Warum fällt es mir schwer für meine Bedürfnisse einzutreten?
Ich habe nur meine Rechte in Anspruch genommen.
Und wenn ich es tue, warum bekomme ich anschließend ein
schlechtes Gewissen und grüble über die Befindlichkeit
der Kollegin?
Helfersyndrom? Warum kümmere ich mich um die Unzulänglichkeiten anderer Leute,
anstatt vor meiner eigenen Türe zu kehren?
§1: Jeder macht sein´s!

Sakem

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Re: ... kollegin

Micha @, Dienstag, 15.07.2008, 13:56 (vor 6385 Tagen) @ Sakem

Hallo Sakem !

Auf der Arbeit
brauche ich Ordnung und Klarheit,
ansonsten leidet die Arbeit darunter.

Das kenn ich , weil es mir ähnlich geht .

Auch zu Hause > zwei verschiedene Schreibtische.
Dort habe ich privat und berufliches strikt getrennt.
Die beruflichen Unterlagen sind auf dem Laufenden und geordnet.

*WOW* mein Beifall [image] dafür , das du das so gut trennen kanst .

Warum gelingt es mir da, aber nicht bei meinen privaten?

Ich denke , da tritt das selbe Phänomen auf ,
wie wenn wir zb eine PA-RA bei anderen machen :

Bei Beruflichen Unterlagen bist du nicht mit den Gefühlen dabei .
Und weil es dem Kopf egal ist , wie du darüber denkst , können die Hände arbeiten .
Genau anders herum ergeht es mir nämlich zur Zeit Daheim : ich denke , hinterfrage , argumentiere , etc

[image] ~ Micha

Re: Messiekollegin

Heidi, Dienstag, 15.07.2008, 21:37 (vor 6385 Tagen) @ Sakem

Hallo Sakem!

Erkenntnis:
Warum fällt es mir schwer für meine Bedürfnisse einzutreten?
Ich habe nur meine Rechte in Anspruch genommen.
Und wenn ich es tue, warum bekomme ich anschließend ein
schlechtes Gewissen und grüble über die Befindlichkeit
der Kollegin?
Helfersyndrom? Warum kümmere ich mich um die Unzulänglichkeiten anderer Leute,
anstatt vor meiner eigenen Türe zu kehren?
§1: Jeder macht sein´s!
Sakem

Es ist doch eine durchaus angenehme Eigenschaft, die Wirkung dessen was man tut, auf andere zu hinterfragen. Sicher wünscht Du Dir dasselbe von Deinen Mitmenschen (z.B. von Deiner Kollegin, dass sie kurz hinterfragt hätte wie es Dir mit einem schlecht benutzbaren Schreibtisch geht)

Die Kunst ist an der richtigen Stelle einen Schluss-Strich zu ziehen. Indem Du heute Deinen Bereich für Dich zurückgeholt hast, statt weiter falsche Rücksicht zu üben, hast du in der gegenständlichen Welt diesen Schritt bereits gemacht. Es ist in Ordnung, wenn Dein Kopf sich noch ein paar Stunden zum "nachkommen" nimmt.

LG Heidi

Re: Messiekollegin - @ Heidi (oT)

Lucy, Mittwoch, 16.07.2008, 23:13 (vor 6384 Tagen) @ Heidi

Hallo Heidi!

Völlig oT - nur, um Dir zu sagen, wie sehr ich mich freue, wieder etwas von Dir zu lesen *freufreufreu* - so klug und liebenswürdig wie eh und je!

Ganz liebe Grüße von

Lucy [image]

PS: Bezüglich des Passworts - einfach an Paladin schreiben - ich glaube, es ging fast jedem so nach dem Umzug.

PPS: Es wäre schön, wenn wir uns mal wieder im Chat treffen würden!!!

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