Finde keinen Anfang (Allgemein)
Hallo Zusammen,
Nachdem wir vorletztes Wochenende unseren Besuch hatten und ich sogar einiges geschafft hatte ist genau das passiert was nicht gerade zielführend war. Ich habe mich ausgeruht. In der trotzigen Haltung, mir das nun wirklich verdient zu haben. Natürlich stand das Geschirr vom Vorabend noch, lagen die aus dem Schrank gekramten Süßigkeiten neben dem Kartenspiel das die Freunde noch nicht kannten. Aber dem hab ich die Zunge rausgestreckt und ein deutliches „Ätsch“ hinterher geschoben.
Dann der volle Terminplan. Im Job und privat. Hier eine Überstunde, ein neues spannendes Projekt, dort ein Geburtstag. Und das seit Monaten fällige Telefonat mit einer Freundin, die dem burn out zum Opfer gefallen war und bei der ich mich dringenst melden mußte. Und alle Erfolge sind dahin.
Falsche Prioritäten?
Die Spuren der letzten Woche sieht man heute noch. Was ich letzte Woche an Kleidung getragen hatte ebenfalls. Neben dem Bett, im Bad. Vor dem Kleiderschrank die Sachen, die ich kurz in Erwägung gezogen, aber wieder verworfen hatte. Und keine Zeit um hinterherzukommen bzw. nachzuholen.
Aber ganz ehrlich? Ein wenig Zeit am Tag gibt es doch immer. Hier eine halbe Stunde, da ein kleines Zeitfenster. Aber was darin tun?
Ich kriege keine Struktur in meinen Tag, keine klaren to dos.
Was ist angemessen, was zu viel? Was ist jetzt sinnvoll, was eher ein Nebenkriegsschauplatz, der mich nicht wirklich weiterbringt, außer weg von dem was zu tun ist? Im Job kann ich doch auch ganz klar die großen Projekte für den Tag festlegen und mich dann daran freuen, dass ich sie erledigt habe. Plus all die kleinen Dinge nebenbei. Liegt es an der Routine?
Ich weiß dass ich dazu neige, meine Zeit nicht zu nutzen. Wenn schon nicht für notwendige Dinge, doch für die Gelüste, die an einem Tag so an mir vorüber treiben. Aber selbst die bleiben ungetan. Erst die Arbeit dann das Vergnügen. Und weil die Arbeit nicht erledigt wird, mach ich eben Garnichts. Sondern warte mit Blick auf den Monitor oder eine Buchseite auf ein Wunder, die Zigarette in der Hand. Auf das Wunder des „Nicht mehr Rauchens“ warte ich auch schon eine ganze Weile. Das kommt bestimmt mit dem Speckmonster, das eine Tages einfach meine Fettpolster und wenig straffen Körperpartien gegen die reinkarnierte Erinnerung aus früheren Tagen austauscht.
Ich weiß ich muß handeln.
Nur denke ich immer, dass bisschen, was ich täglich tun kann…was ist das schon.
Ich weiß, ich will zu viel. Fast ein Jahr ist es her, dass ich einen hektischen, aber funktionierenden Alltag hatte, nur dass ich dem Tempo nicht standhalten konnte. Eine Zeit, in der meine Altlasten überschaubar waren, aber noch Wünsche, Ziele und Vorhaben da waren, für deren Formulierung mir heute noch nicht mal mehr die Luft bleibt, nachdem mir noch Anfang des Jahre die Kraft fehlte überhaupt darüber nachzudenken.
Wir fahren nächste Woche ein paar Tage weg. Wir brauchen Luft für uns, Zeit und Gespräche miteinander. Doch bleibt bis dahin wieder ein Berg. Es müssen Leute hier rein, die die Tiere versorgen, die Blumen gießen, den Briefkasten leeren.
Mein Alptraum.
Manchmal kommt mir mein Leben vor wie ein Wollknäuel und ich finde den Anfang des Fadens nicht.
Grüße,
Sternenfee
*die einfach noch nicht ans laufen kommt*