Erkenntnis: GLEICH (Allgemein)
Sakem, Samstag, 09.08.2008, 08:38 (vor 6359 Tagen)
Hallo,
hatte gerade einen Gedankenblitz.
Vieles meiner Unordnung lässt sich auf eine Tatsache zurückführen:
Ich stelle fest, dass ich Dinge nicht GLEICH und RICHTIG ablege.
Z.B.
- wird die Jacke nicht GLEICH an die Gaderobe gehängt,
sondern erst mal auf der Stuhllehne abgelegt.
- die frisch ausgedruckten Kontoauszüge werden nicht GLEICH
in den Bankordner abgeheftet, sondern erst mal in den Eingangskorb zwischengelagert.
- Das schmutzige Geschirr wird zunächst auf dem Geschirrspüler abgestellt,
anstatt es GLEICH IN den Geschirrspüler zu sortieren.
- Der zusammengelegte Wäschestapel wird auf dem Tisch liegen gelassen,
anstatt ihn GLEICH in den Schrank zu packen.
-Nachricht auf dem AB. Ich will später zurückrufen. Warum? Warum nicht GLEICH?
Mach´s Gleich!
Mach´s GLEICH RICHTIG!
.
Keine Provisorien.
Keine Zwischenstopps!
Keine Umwege.
.
Sakem
erstmal contra gleich .... Re: Erkenntnis
Micha
, Samstag, 09.08.2008, 12:50 (vor 6359 Tagen) @ Sakem
Hallo Sakem !
Ja , das Verhalten kenne ich von mir auch .
Vieles ... lässt sich auf eine Tatsache zurückführen:
.. dass ich Dinge nicht GLEICH und RICHTIG ablege.
Anstatt ablegen - nicht fertig machen .
bzw.: “etwas” nicht gleich richtig zuende machen
Aber wieso mache ich “etwas” nicht bis zum letzten Handgriff ?!
Manchmal finde ich eine Antwort , erkenne ein Problem bzw. ein Hindernis .
Doch oft bleibt der "IS" in mir still , dann findet "er" keinen wirklichen Grund .
bewußt bei mir zu bleiben und nicht unbewußt einfach wie immer zu handeln fällt mir schwer , vorallem in Streßzeiten , also wenn ich müde / unkonzentriert bin .
~ Micha
Kleine Helfer...( war: erstmal contra gleich .... Re: Erkenntnis)
MarLe, Samstag, 09.08.2008, 17:15 (vor 6359 Tagen) @ Micha
Hallo Sakem, hallo Micha,
<font size=-1><font color=green>>> Vieles ... lässt sich auf eine Tatsache zurückführen:
.. dass ich Dinge nicht GLEICH und RICHTIG ablege.</font color></font>
*hihi* Der Gedanke kommt unweigerlich: 'Ich brauche es ja bloß gleich zu machen'
Gleich, sofort?
unmittelbar - im Anschluß
'Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach'
"hier" oder =rart_ou&suchspalte[]=bsp_ou]"da" mehr über den Spruch.
Wieder was gelernt ![[image]](http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile)
...und sagt vieles, was in meinen Gedanken rumschwirrt.
--------
Kleine Helfer hab ich als Titel gewählt.
Denn, mit dem sofort erledigen habe auch ich meine Schwierigkeiten.
Mich dafür strafen oder ärgern, brachte mich keinen Schritt weiter.
Was mich allerdings weiterbrachte, war, im Laufe der Zeit immer mehr Arbeiten
mit dem Kurzzeitwecker zu stoppen.
Mit dem Wissen um die Zeit, die eine Sache braucht, ging es mir oftmals besser.
So konnte ich vor mir selber die Ausrede nimmer gelten lassen, wie: "Da hab ich keine Zeit mehr zu".
Eine SpMa ein- oder ausräumen, oder die WaMa befüllen, Betten beziehen...usw.
Mit der Zeit (*grins) habe ich die großen Zeitfresser ausgemacht und plane entsprechend.
Vieles ergibt sich. So z.B., daß ich Montags weder Lust, noch Zeit habe, Hemden zu waschen und zu bügeln.
Bleiben die liegen, dann zerknuddeln sie und brauchen noch mehr Zeit.
Also gleich den Hemdenwaschtag auf einen günstigen Tag verlegt.
Manchmal paßt aber auch etwas einfach nicht!
So habe ich jahrelang versucht, meine Lieben dazu zu bewegen, ihren Schlüssel an den Haken zu hängen.
Ohne Erfolg!
Meist legten sie ihn gleich auf die Heizung ab. (Das war dann der günstigste Fall, weil sie ihn dort wiederfanden)
Nach vielen, vielen Jahren und Fusseln an den Stimmbändern hab ich mich (hier übrigens) über das Problem
ausgetauscht und neue Ideen mitbekommen.
Wir haben uns zusammengesetzt und abgestimmt. Einstimmig.
Daraufhin haben wir ein Brett über der Heizung angebracht, worauf man die Schlüssel einfach ablegt.
Das ist mein Schlüsselbrett!
Seitdem ist die Heizung frei. Keine Post, keine Schlüssel -> nix mehr drauf.
So ist es hier mit manchem Teil gegangen. Es paßte einfach nicht zu uns!
Der WoZi-Tisch, der Schuhschrank, der Küchenrollenhalter (
an Kaotia) ....als Beispiele.
Es gibt sicher so manche Tricks, Tipps und Helfer.
Aber zuerst heißt es: Erkennen und Entscheidung treffen. *seufz
Liebe Grüße
Marlene
´´erkennen und Entscheidungen treffen´´- ja!
Suse8, Samstag, 09.08.2008, 18:04 (vor 6359 Tagen) @ MarLe
und heute habe ich mit Wut im Bauch, welche mich jedoch sehr beflügelt hat, einiges zur Spendenverwertung gebracht.
und dann, etwas erkannt und auhc ausgeführt, was mir im Herzen echt weh tut,aber wo der Verstand sich einschalten konnte.
Zur Entscheidungsfindeng hat er bei mir ja nicht oft Gelegenheit dazu.
erleichtert bin ich nicht, wehmütig sogar.
mal sehen.
liebe Grüße an euch
Susanne
Ein Beispiel:
Sakem, Samstag, 09.08.2008, 18:14 (vor 6359 Tagen) @ MarLe
Hallo Marlene,
zunächst mal danke für die Anregungen und Gedanken.
Ein kleines Beispiel von heute.
Posteingang.
Ein Umschlag und Informationenen über meinen persönlichen
DIGITS-Stand meiner Kundenkarte.
Weitere Informationen, Werbung, Gutscheine,
Sonderdigitszeiten sind ebenfalls dabei.
Müsste man alles mal überfliegen und genauer lesen.
Dann die Gutscheine abtrennen und ins Portemonai legen.
Die Punktekarte abheften.
Umschlag in den Müll.
ABER: ich mache es nicht. Nicht gleich.
Ich lege den kompletten geöffneten Umschlag auf den STAPEL.
Jetzt nicht.
SpäterIn RuheWenn ich Zeit habe
Es ist die erste Krebszelle auf dem Stapelgrund.
Die nächsten Papier-Krebszellen wachsen tumorartig zu einem großen
Papier-Geschwür an.
Ich denke es würde nicht mehr als 5 Min. Zeit kosten diesen Posteingang
zu bearbeiten. Ob ich es gleich oder später mache?
Eher nie
Sakem
Re: Ein Beispiel:
lene, Samstag, 09.08.2008, 21:24 (vor 6359 Tagen) @ Sakem
Hallo Marlene,
zunächst mal danke für die Anregungen und Gedanken.
Ein kleines Beispiel von heute.
Posteingang.
Ein Umschlag und Informationenen über meinen persönlichen
DIGITS-Stand meiner Kundenkarte.
Weitere Informationen, Werbung, Gutscheine,
Sonderdigitszeiten sind ebenfalls dabei.
Müsste man alles mal überfliegen und genauer lesen.
Dann die Gutscheine abtrennen und ins Portemonai legen.
Die Punktekarte abheften.
Umschlag in den Müll.
ABER: ich mache es nicht. Nicht gleich.
zu bearbeiten. Ob ich es gleich oder später mache?
Eher nie
Hallo Sakem ![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
mal ehrlich, hast Du je einen Vorteil von Digits erkannt/gehabt, der es wert gewesen ist, dass Du deine Zeit und Gedanken so beständig auf deren Verwaltung heften musst?
Also ich habe beim entrümpeln auch mal auf solche Dinge geachtet: Was fliegt einem alles ins Haus, sind ja auch so eine Art Altlasten. UNd solche Punktesammel Geschichten lohnen sich meistens nicht, eine Uhr/Reisetasche/MP3 Player hat man oder braucht man in 90 % aller Fälle doch nicht. Und wenn doch, kann man sich ja einen kaufen, den an sich selbst ausgesucht hat.
An Post kommt mir nicht mehr so viel ins Haus (außer den richtigen persönlichen Sachen), vielleicht noch der Ikea Katalog und die Stadtteilzeitung, allerdings gleich mal ohne die Werbung.
Aber ich kenne mich mit Digits auch nciht aus, vielleicht sind die ja sinnvoll?
Ich dachte, als ich von Dir las "Dass es wohl eher nie was wird", dass Du Dich vielleicht eher damit belastest als dass es Dir nützt.
vg,
lene
Off Topic: Erinnert mich an ´Busters Dilemma mit den Kundenkarten´
MarLe, Sonntag, 10.08.2008, 00:25 (vor 6359 Tagen) @ lene
Da das Wiki noch nicht online ist
Hier Busters Posting.
Ich erlaube mir es hier reinzukopieren, falls Einwände, bitte ich um Löschung.
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<font color=darkgray>
<font size=+2>Kundenkarten-Hasser aller Länder vereinigt Euch!</font>
<font size=-1>Geschrieben von buster am 28. November 2002 19:13:20:</font>
Diese Woche bekam ich wieder Post von unserem hiesigen Energieversorger, den
Hamburgischen Elektrizitätswerken. DIN A 4, ach du Scheisse *groll*, wieder
dieser verfluchte Kundenkarten-Prämienkatalog, mit Anschreiben und Punkte-
Kontoauszug. Alles wichtig-wichtig und marktschreierisch mit dem nackten Arsch
ins Gesicht springend. Ich weiß nie, was ich davon lesen muss und was ich damit
überhaupt anfangen soll.
Normalerweise wandert derartiges PT-Futter ungelesen ins Altpapier, wobei ich
dann ein bisschen das Gefühl habe, ich könnte etwas verpassen. Aber wenn ich
solchen Prospekten Aufmerksamkeit schenke, greift das bisschen Gefühl
ungeniert so lange Raum, bis es den Eindruck einer Gewissheit macht.
Besonders hinterfotzig an der HEW-Card ist, dass es keine Prämien ohne
Zuzahlung gibt. Zu den Punkten von der HEW-Card, die man natürlich erst einmal
durch entsprechende Einkäufe ansammeln muss, sind stets Zuzahlungen zu
leisten. Nach HEW-Arithmetik liegt die Ersparnis zwischen 57% beim
mittelitalienischen trockenen Spitzenweißwein (muss wohl sehr trocken sein) und
24% beim Volldampf-voraus-Bügeleisen Atoll 100.
Mir für meine redlich erworbenen Rabattpunkte irgendwelche Konsumscheisse
zulegen zu müssen, bereitet von vornherein nur einen sehr eingestärkten Genuss
mit fadem Beigeschmack. Der Zwang zur Zuzahlung ließ mittlerweile einen
immensen Groll gegen die HEW entstehen. Und das, obwohl ich doch eigentlich
so obrigkeitsgläubig und traditionsverhaftet bin.
Um meinen Groll noch einmal zu legitimieren, wollte ich mich diesmal davon
überzeugen, dass es wirklich keine Nur-Punkte-Prämien gibt. Ich begann also zu
lesen.
Und schon im Anschreiben werden meine kühnsten Erwartungen übertroffen:
„Letztmalig in der Geschichte der HEW-Card...“ *jubel*
Habe ich richtig verstanden? Die HEW-Card verlässt die Bühne? Gibt den Löffel
ab? Kneift den Arsch zu? Ich gebe mich der Hoffnung hin, auch wenn am Ende
des Schreibens ankündigt wird, dass das Punktesammeln zwar zukünftig wegfällt,
weiterhin aber viele Vorteile genossen werden können, einfach mit der HEW-Card
oder den beiliegenden Dat Backhus-Gutscheinen (Welches Einsparpotenzial
wohnt eigentlich acht Dat-Backhus-Coupons über jeweils acht Stück Marzipan-
Minis (190g) für € 3,50 inne, wenn ich bisher noch nicht einmal von der Existenz
dieser Marzipan-Minis wusste?).
Na, auf jeden Fall ist der mögliche HEW-Card-Abgang erst mal ein Grund,
hochmotiviert weiterzulesen. Noch kurz auf den beiliegenden Punkte-Kontoauszug
geguckt: 2843 Punkte. Boah, ey, so viele, und alle meine. Auf einem eigenen
Kontoauszug für mich. Was bin ich doch wichtig! Da denkt jemand an mich! Da
muss ich mich doch dankbar erweisen. Also mit emotionellem Wellengang zum
34seitigen Prospekt „Das Prämienfest“ gegriffen.
Auf dem Titelblatt grinst eine Cleanie-Familie breitwandig debil hinter der HEW-
Card hervor, ihr als festem Bollwerk vertrauend und all ihr himmelblaues
Familienglück ihr verdankend. Umgeben ist sie von elektrisierenden
Ankündigungen, die weder den standesbewussten Messie noch den
konsumfreudigen Cleanie kalt lassen: „Große Auswahl“, „Schlussverkauf“, „Tolle
Prämien“, „Top Qualität“, „Supergünstig“. Alles „exklusiv für HEW-Card-Inhaber“.
Und ich gehörte dazu, zu dieser ausgewählten Klientel. Schon wieder wallt kaum
beherrschbar Dankbarkeit in mir auf.
Ob des Bewusstseins meines edlen Messie-Geblüts dennoch den meiner
harrenden schnöden Angeboten gegenüber blasiert, beginne ich zu lesen. Die
Nase rümpfend angesichts des Eiswürfelbereiters wie auch des Kaffee- und
Espresso-Automatens, jeweils 15.000 Punkte plus € 399.- Zuzahlung.
..obwohl
...eigentlich
..ähh
Was wäre, wenn ich morgen im Lotto gewänne? Sollte ich dann nicht
sicherheitshalber einen Eiswürfelbereiter und einen Kaffee- und Espresso-
Automaten im Keller liegen haben, um den Einzug in meine Tessiner Villa
würdevoll gestalten zu können? Und was ist, wenn meine Nachbarin mich morgen
fragt, ob ich ihr mit entsprechendem Gerät aushelfen kann? Sie hat die letzten
sieben Jahre zwar nicht einmal nach einer Tasse Zucker gefragt, aber wer weiß,
was morgen ist.
Zum Glück reißen mich die auf der nächsten Seite lockenden Weine aus diesen
Gedanken. Als Hauptsache-es-macht-dun-Trinker war ich schon immer fasziniert
von dem Brimborium, dass um den Wein-Konsum gemacht wird. Sollte ich
vielleicht die Gelegenheit nutzen und jetzt zu der Fraktion der Rot-Nasen stoßen?
In der einen Hand tauberfränkischen Müller-Thurgau (ein erdiger Charakter, 6
Flaschen € 13.-, 3000 Punkte, 51% Ersparnis), in der anderen Hand den
Kraftprotz-Corklifter (gastrotaugliche Konstruktion aus ABS und Polycarbonat, €
21.-, 2000 Punkte, 50% Ersparnis) und den Schenk ein!-Flaschen-Tropfring
(Messing, versilbert, saugfähig, € 2.-, 500 Punkte)...mhmm... ...na ja... den trage
ich dann auch noch irgendwo.
Doch die messietypische Entschluss-Unfreudigkeit lässt mich weiter zum
Fernseher treiben, 9000 Punkte und € 167.- Zuzahlung. Normalerweise bezahle
ich sowieso nur € 150.- für meine Fernseher, aber dafür hat der hier klotzige 55cm
Bildschirmdiagonale. Mhmm... Wenn ich den auf den Balkon stelle und mich in
den Flur setze, dann müsste es ganz gut gehen. Oder umgekehrt, dann wäre er
wenigstens witterungsgeschützt, und für mich böte sich der Schutzmeister-
Glasfiber-Golfschirm für 1500 Punkte und € 9.- Zuzahlung an. Und gegen die
kalten Füße könnte das Dream-Team Haartrocknerset mit Düsenaufsatz und
Volumendiffusor helfen, nur 1.500 Punkte und € 29.- Zuzahlung, 41% Ersparnis.
Wieso machte die Euro-Umstellung eigentlich solche Schwierigkeiten, wenn doch
nur die Währungszeichen ausgetauscht und die Gehälter halbiert wurden?
Aber ernsthaft. Ernsthaft habe ich mir bei jeder Prämie Gedanken gemacht, ob sie
eine Möglichkeit wäre, meine Punkte loszuwerden. Und ernsthaft hatte ich bei
jeder Prämie eine Idee für eine mögliche Verwendung. Ich verstehe mich mal
wieder selber nicht.
Wieso gucke ich mir den 6-teiligen Messerblock überhaupt mehr als einmal an?
Ich habe meine Messer an einer Magnetleiste und eines meiner kleinen Messer
kostet so viel, wie die Zuzahlung für den ganzen Block. Na ja, auch wenn er billig
ist, elegant sieht er ja aus. Macht was her. Meine Cleanie-Mitbewohnerin wäre von
dem Messerblock beeindruckt. Obwohl er im Wege stehen würde. Aber da steht
ihr Abwasch ja auch immer. Wieso verschwende ich überhaupt einen Gedanken
an die Frage, ob jemand von meiner Wohnung beeindruckt sein könnte. Meine
Küche ist nicht elegant, sondern zweckmäßig. Ich bin beeindruckt. Von mir. Und
von meiner Küche.
Warum konstruiere ich überhaupt ansatzweise in Gedanken Szenarien, die
Elektromesser, Geflügelschere oder Warmhalteplatte notwendig machen
könnten? Ich habe sie nie gebraucht.
Auch wenn ich mir in diesem Leben wahrscheinlich noch einmal eine
Digitalkamera kaufen werde, wieso sollte ich das gerade jetzt machen, bei € 142.-
Zuzahlung? Wieviel muss ich eigentlich erst einmal gekauft haben, um die
erforderlichen 8000 Punkte zu sammeln? Wann werde ich sie das erste Mal
benutzen?
Mit MAG-Lite und Multi-Tool habe ich schon länger unmotiviert geliebäugelt. Ist
das ein Grund, sie jetzt anzuschaffen, nur um die Punkte loszuwerden? Bei
Zuzahlungen von € 13.- bis € 42.- und angeblichen 34 – 48% Ersparnis. Zu Hause
stehen genug Billigtaschenlampen herum und mein nächster McGywer-Einsatz ist
noch nicht absehbar. Andererseits... bereit sein ist alles.
Sicher gibt es auch Fälle, in denen ein solches „Prämienfest“ Gelegenheit bietet,
schon länger ernsthaft erwogene Anschaffungen zu tätigen. So wie letztes Mal,
als ich anlässlich des Durchlüftens eines PT in einem etliche Wochen alten
Prospekt einen kleinen Saubsauger sah, den ich mir schon lange zulegen wollte.
Nur X Punkte und € 24.- Zuzahlung. Leider war er schon vergriffen. Ziellos bin ich
durch zwei technische Kaufhäuser getigert um endlich in der Drogerie Rossmann
zu landen, wo ich ein baugleiches Gerät für € 22.- erstand.
Meine Fresse, was war ich wieder frustiert. Noch immer war ich meine Punkte
nicht losgeworden.
Wie elegant wird doch durch die freundlich lächelnd vorgetragene Frage „Haben
Sie schon eine Kundenkarte?“ kaschiert, dass der Kunde sich doch bitte
entscheiden möge, ob er zu der Fraktion der Dummbatze gehören will, die mehr
für ihre Einkäufe bezahlen als notwendig, oder ob man zu der Fraktion der
Dummbatze gehören will, die sich unter dem Bombardement von Werbemüll am
heimelichen Kamin Gedanken machen müssen, wie sie ihre ungewollt erworbenen
Rabattpunkte verwerten.
Generell sind Kundenkarten Mittel zur Kundenverarschung. Mittels unbarer
Rabattleistungen auf die dafür zuvor entsprechend erhöhten Preise wird der
Kunde an das Unternehmen gebunden. Die über ihn hereinbrechende Flut von
Prospekten, Flyern, Kontoauszügen malträtiert mit ihrer kreischenden Buntheit
und ihren verwirrenden Layouts solange das Hirn bis die Farben verschwimmen
und sich die Perspektiven verschieben. Wenn dann kein klarer Gedanke mehr
möglich ist, bahnt sich der propagierte Konsumterror als notwendige Normalität
seinen Weg.
In der nächsten Walpurgisnacht werde ich fürchterliche Rache nehmen. Meine
gesammelten Kundenkarten werde ich auf dem Blocksberg unter gottlästerlichen
Flüchen mit Haarnadeln aus rabattlosem Einkauf durchbohren und in einem mit
Punkte-Kontoauszügen geschürten Feuer verbrennen.
Bis es so weit ist, werde ich in mein Kopfkissen weinen.
Schade, dass unter den Prämien keine Dinkelspelz-Kopfkissen gibt.
buster</font color>
=============================================================================================
Kundenkarten´
Sakem, Sonntag, 10.08.2008, 07:19 (vor 6358 Tagen) @ MarLe
Hier Busters Posting.
Schade, dass unter den Prämien keine Dinkelspelz-Kopfkissen gibt.
buster</font color>[/b]
=============================================================================================
Hallo, ![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
nach der Lektüre von busters langem Posting habe
ich SOFORT den Briefumschlag mit den "Happy Digits"
dem Müll zugeführt.
Ich habe ein Punkteguthaben von 1.139 Punkten.
Das entspricht 11,39 €.
Aber 1.139 Punkte hört sich natürlich viel mehr an.
Bei meinem Einkauf werden 1% der Kaufsumme als Digits angeschrieben.
Sagen sie. Aber wer kontrolliert das schon?
Es gibt ja keinen Kontoauszug.
Wenn man wollte könnte man dies ja selbst dokumentieren und ausrechnen.
Man hätte eine Aufgabe. Dann aber keine Zeit zu leben.
1% ?
Das wären bei einem Einkauf von 10,00 € ganze 10 ct Rabatt. Oder?
Wieviel Geld muss ich dann ausgegeben haben, um 1.139 Punkte anzusammeln?
Dann sind 11,39 € 1% von einem Gesamteinkauf von 1.139,00 €. Richtig?
Dafür habe ich mich auch zum "Gläsernen Kunden" machen lassen.
Sie wissen genaustens über mein Kaufverhalten Bescheid und können mich gezielt mit
Werbung versorgen. Wenn ich mich mal lange nicht im Laden hab blicken lassen,
dann gibt´s besondere Rabattaktionen um mich wieder zu ködern.
Kundenbindung nennt man das wohl.
Ich muss die Kundenkarte stets bei mir tragen, weil ich die Punkte nur bei Vorlage derselbigen
gutgeschrieben bekomme. Ein nachträgliches Gutschreiben bei Vorlage aller Kassenbons
ist nicht möglich. So bin ich - im wahrsten Sinne des Wortes - ein WerbeTräger.
Ich schleppe ein ganzes Päckchen von Kundenkarten, Rabattkarten (10 x bezahlen, der 11 umsonst)
mit mir täglich rum = BalLAST. Warum beLASTe ich mich damit?
Ist mein Leben nicht schon SCHWER genug?
Scheiß was auf die 1% !!
Die zahle ich eh beim Kauf anderer Waren wieder rauf.
Oder glaubt jemand, dass der Konzern etwas zu verschenken hätte?
Sie haben ja eher noch Kosten durch das Prämienprogramm: Personal,
Buchhaltung, Versand, Servicetelefon, Reklamation
Fazit:
Ich werde meine Kundenkarten checken und mich auch hier
von unnötigem Ballast befreien.
Vorteil:
- Einen leichteren Rucksack, weil ich nicht mehr Plasikkarten ständig mit mir rumtrage
- Kein Gekrame mehr an der Kasse nach der Kundenkarte
- Keine gezielte Werbung im Briefkasten (kein PT)
- Keine Versuchungen dort etwas einzulösen und damit Zuzahlungen zu leisten (=etwas kaufen
wovon ich vorher nicht mal wusste, das ich es brauche)
- Keine Punkteverwaltung
- Keinen Druck etwas einzulösen, damit mir meine Punkte nicht verfallen
- Mehr Zeit zu leben
Bei manchen Entscheidungen stelle ich mir immer meine Großeltern vor.
Sie sind glücklich OHNE Kunden- oder Kreditkarten durch´s Leben gegangen.
Denn bei den Kreditkarten hat man ja das gleiche Problem.
Bei VISA habe ich noch nie Punkte eingelöst. Die sind inzwischen bestimmt alle verfallen.
Sakem
![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/kopfschuss.gif alt=kopfschuss)
Irrsinn ist,
immer und immer wieder
das selbe tun und andere Ergebnisse erwarten.
-
<tt>Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann
wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast.
Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun!
Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt,
dann tu etwas völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen !</tt>
~ Micha
( Spruch bzw. Zitat )
Sakem, Samstag, 09.08.2008, 20:59 (vor 6359 Tagen) @ Micha
Irrsinn ist,
immer und immer wieder
das selbe tun und andere Ergebnisse erwarten.
-
<tt>Wenn du immer wieder das tust, was du immer schon getan hast, dann
wirst du immer wieder das bekommen, was du immer schon bekommen hast.
Wenn du etwas anderes haben willst, mußt du etwas anderes tun!
Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt,
dann tu etwas völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen !</tt>
Paul Watzlawick
~ Micha
Hallo,
gleich abgespeichert und Kopie für die SHG ausgedruckt.
Danke
Sakem
![[image]](http://i32.tinypic.com/jrctn5.jpg)