GANZ komisches Gefühl....bald alle Altlasten weg? Und dann? (Allgemein)
Hallo
..weiss gar nicht, wie ich das schreiben soll
aber
"plötzlich" (nach gut 10 Jahren Messie-sein)
...sind viele innere Blockaden weg
...lösen sich Altlasten nach und nach auf.
...befreie ich mich von vielem Krempel, der mich jahrelang begleitete
...wie auch immer: habe im Gespräch mit einer Freundin neulich festgestellt: äh - ich habe "nur" noch dies und dies und jenes zu erledigen -
und DANN bin ich "frei"!
D.h. die Altlasten - verwaltungstechnisch sind soweit abgearbeitet, es ist ein Ende in Sicht - greifbar, fühlbar.
Befreie mich gerade in Riesenschritten von altem Plunder, den ich nicht mehr brauche..habe bald eine neue schöne Wohnung...nur mit dem was ich wirklich haben will...im Job läufts...Freundeskreis belebt sich gerade wieder neu.
Ich fühl mich glücklich und irgendwie endlich "angekommen" im Leben.
Cut. Soweit so gut.
Denn da ist ein ABER.
Hört sich vielleicht jetzt doof an. Ich weiss.
Hm, wie drück ich das aus: ich weiss gar nicht - was ist dann?
Deswegen konnte ich auch neulich mit Snorkfräuleins Frage nix anfangen...oder nicht richtig drauf antworten: da hab ich jahrelang mir versucht, vorzustellen, wie das Leben nach dem Mess ist...und - äh - ich glaub es hat schon angefangen...bin auf dem besten Weg dahin sozusagen (okay, meinen fahrenden Gemischtwarenladen (Auto) klammer ich jetzt mal aus *kicher*). Und das, wovon ich all die Jahre träumte, was ich mir in meinen dunkelsten depressivsten Zeiten als dahinvegetierender Müllmessie nicht mal vorstellen konnte - äh - das is jetzt plötzlich da.
Ich sollte jubilieren. Ich sollte Hosianna singen. Ich weiss. Aber - es fühlt sich - hm - komisch an. Ich bin noch nicht ganz "drin" in dem Gefühl.
Wie als würde ich mir n Film von meinem Leben angucken. Der Film - so wie ich es immer haben wollte - läuft genauso, wie ich mir in Urzeiten mal das Drehbuch geschrieben habe.
Irgendwie - so wie als hätte man 30 kilo abgenommen, fühlt sich immer noch dick und guckt in den spiegel und denkt: "hoppla, ich bin ja schlank"????
Im Rahmen von ner NLP - Sitzung fiel die letzte Bastion vor zwei Wochen, ich bin durch ein einziges geschickt geführtes Coachinggespräch mit einem Freund aus dem NLP-Kurs hinter DAS Hemmnis meiner Verwaltungs- und PT-Blockade gekommen. Schwupps, erledige ich in 2 Tagen fast den Verwaltungskram von 2 Jahren. Wie kann das gehen?
Mir ist unheimlich zumute. Fast so, als wollte das alte Messie-ich mich nicht verlassen, es fühlt sich "rausgeworfen" - war es doch auch viel zu lange Wegbegleiter. Dabei bin ich diesem ich dankbar - es lehrte mich viel über mich selbst.
Hm. Versteht überhaupt einer, was ich sagen will? Ich fühl mich, wie ein Kind, was immer nur drinnen eingesperrt war. Nachdem ich jahrelang immer verzweifelt versucht habe, ins freie zu gelangen - stelle ich fest: ich BIN frei. Blicke auf die weite Ebene unbekannter Landschaften. Und weiss nicht so recht, wohin ich gehen soll. Alles erscheint auf einmal möglich. (Gut, hab ich ja auch meinem Unterbewusstsein lang genug vorgekaut: "möglich ist das, was ich für möglich halte") Aber jetzt IST es so gekommen. Es HAT tatsächlich funktioniert, all die verschiedenen Strategien, Theraphie, Eigenarbeit...die vielen vielen vielen Einzelschritte haben einen langen Weg ergeben.
Ja, ich fühl mich frei. Aber es fühlt sich komisch an. Ein Leben ohne Angst...ohne Selbstabwertung, die doch so lange Teil von mir war.
Ich sollte springen, hüpfen, jubilieren. Ich spüre auch eine unbändige Freude in mir. Aber eben auch eine - hm, das Wort trifft es nicht ganz - Unsicherheit - wie soll ich sagen - ich kann nicht glauben, dass das Wirklichkeit ist. Aber es scheint so zu sein.
UND NU?????
Ich hör auf, es fällt mir schwer, meine Gefühle verständlich zu machen. Zuviele Gedankensprünge(das ADS ist geblieben - und mir mittlerweile auch ein willkommener Gast, habe gelernt damit zu leben und mich dafür zu lieben - aber für meine Umwelt führt das eben zu solchen Texten wie diesem) Mir gehts nich um Lobhudelei nach dem Motto: seht her, was ich alles erreicht hab. Das weiss ich selbst. Aber ich denke, hier sind Menschen, in unterschiedlichen Stadien der Probleme mit Unordnung versammelt. Und auch ich bin momentan in einem Stadium - eben kurz davor raus zu kommen aus der Unordnung. Und genau darum gehts. Um den letzten Schritt, der mir "Angst" bereitet. Warum nur? Fühlt sich doch ansonsten alles, wirklich alles super an. Mein Leben läuft fast genauso, wie ich es immer wollte. Ich fühl mich frei. Wieso hab ich also "Angst" vor dem letzten Schritt? Als ich gestern feststellte, dass ich wirklich fast ALLE Altlasten abgearbeitet habe, bekam ich nämlich erstmal einen Schreck....Häääääää?)
Also - geschrieben wie gedacht. Würde mich über Kommentare von "alten Wegbegleitern" aus dem Forum hier sehr freuen, ihr kennt ja meine jahrelangen Aufs- und Abs und habt vielleicht auch eine Antwort hierauf. Oder von Leuten, denen es vielleicht ähnlich geht oder ging wie mir gerade.
LG, Odille ![[image]](http://bilder.parsimony.net/smilies/normal.gif alt=normal)