GANZ komisches Gefühl....bald alle Altlasten weg? Und dann? (Allgemein)

Odille, Samstag, 09.08.2008, 09:56 (vor 6360 Tagen)

Hallo
..weiss gar nicht, wie ich das schreiben soll
aber

"plötzlich" (nach gut 10 Jahren Messie-sein)

...sind viele innere Blockaden weg

...lösen sich Altlasten nach und nach auf.
...befreie ich mich von vielem Krempel, der mich jahrelang begleitete

...wie auch immer: habe im Gespräch mit einer Freundin neulich festgestellt: äh - ich habe "nur" noch dies und dies und jenes zu erledigen -
und DANN bin ich "frei"!

D.h. die Altlasten - verwaltungstechnisch sind soweit abgearbeitet, es ist ein Ende in Sicht - greifbar, fühlbar.
Befreie mich gerade in Riesenschritten von altem Plunder, den ich nicht mehr brauche..habe bald eine neue schöne Wohnung...nur mit dem was ich wirklich haben will...im Job läufts...Freundeskreis belebt sich gerade wieder neu.
Ich fühl mich glücklich und irgendwie endlich "angekommen" im Leben.

Cut. Soweit so gut.

Denn da ist ein ABER.

Hört sich vielleicht jetzt doof an. Ich weiss.

Hm, wie drück ich das aus: ich weiss gar nicht - was ist dann?

Deswegen konnte ich auch neulich mit Snorkfräuleins Frage nix anfangen...oder nicht richtig drauf antworten: da hab ich jahrelang mir versucht, vorzustellen, wie das Leben nach dem Mess ist...und - äh - ich glaub es hat schon angefangen...bin auf dem besten Weg dahin sozusagen (okay, meinen fahrenden Gemischtwarenladen (Auto) klammer ich jetzt mal aus *kicher*). Und das, wovon ich all die Jahre träumte, was ich mir in meinen dunkelsten depressivsten Zeiten als dahinvegetierender Müllmessie nicht mal vorstellen konnte - äh - das is jetzt plötzlich da.

Ich sollte jubilieren. Ich sollte Hosianna singen. Ich weiss. Aber - es fühlt sich - hm - komisch an. Ich bin noch nicht ganz "drin" in dem Gefühl.
Wie als würde ich mir n Film von meinem Leben angucken. Der Film - so wie ich es immer haben wollte - läuft genauso, wie ich mir in Urzeiten mal das Drehbuch geschrieben habe.

Irgendwie - so wie als hätte man 30 kilo abgenommen, fühlt sich immer noch dick und guckt in den spiegel und denkt: "hoppla, ich bin ja schlank"????

Im Rahmen von ner NLP - Sitzung fiel die letzte Bastion vor zwei Wochen, ich bin durch ein einziges geschickt geführtes Coachinggespräch mit einem Freund aus dem NLP-Kurs hinter DAS Hemmnis meiner Verwaltungs- und PT-Blockade gekommen. Schwupps, erledige ich in 2 Tagen fast den Verwaltungskram von 2 Jahren. Wie kann das gehen?

Mir ist unheimlich zumute. Fast so, als wollte das alte Messie-ich mich nicht verlassen, es fühlt sich "rausgeworfen" - war es doch auch viel zu lange Wegbegleiter. Dabei bin ich diesem ich dankbar - es lehrte mich viel über mich selbst.

Hm. Versteht überhaupt einer, was ich sagen will? Ich fühl mich, wie ein Kind, was immer nur drinnen eingesperrt war. Nachdem ich jahrelang immer verzweifelt versucht habe, ins freie zu gelangen - stelle ich fest: ich BIN frei. Blicke auf die weite Ebene unbekannter Landschaften. Und weiss nicht so recht, wohin ich gehen soll. Alles erscheint auf einmal möglich. (Gut, hab ich ja auch meinem Unterbewusstsein lang genug vorgekaut: "möglich ist das, was ich für möglich halte") Aber jetzt IST es so gekommen. Es HAT tatsächlich funktioniert, all die verschiedenen Strategien, Theraphie, Eigenarbeit...die vielen vielen vielen Einzelschritte haben einen langen Weg ergeben.

Ja, ich fühl mich frei. Aber es fühlt sich komisch an. Ein Leben ohne Angst...ohne Selbstabwertung, die doch so lange Teil von mir war.

Ich sollte springen, hüpfen, jubilieren. Ich spüre auch eine unbändige Freude in mir. Aber eben auch eine - hm, das Wort trifft es nicht ganz - Unsicherheit - wie soll ich sagen - ich kann nicht glauben, dass das Wirklichkeit ist. Aber es scheint so zu sein.

UND NU?????

Ich hör auf, es fällt mir schwer, meine Gefühle verständlich zu machen. Zuviele Gedankensprünge(das ADS ist geblieben - und mir mittlerweile auch ein willkommener Gast, habe gelernt damit zu leben und mich dafür zu lieben - aber für meine Umwelt führt das eben zu solchen Texten wie diesem) Mir gehts nich um Lobhudelei nach dem Motto: seht her, was ich alles erreicht hab. Das weiss ich selbst. Aber ich denke, hier sind Menschen, in unterschiedlichen Stadien der Probleme mit Unordnung versammelt. Und auch ich bin momentan in einem Stadium - eben kurz davor raus zu kommen aus der Unordnung. Und genau darum gehts. Um den letzten Schritt, der mir "Angst" bereitet. Warum nur? Fühlt sich doch ansonsten alles, wirklich alles super an. Mein Leben läuft fast genauso, wie ich es immer wollte. Ich fühl mich frei. Wieso hab ich also "Angst" vor dem letzten Schritt? Als ich gestern feststellte, dass ich wirklich fast ALLE Altlasten abgearbeitet habe, bekam ich nämlich erstmal einen Schreck....Häääääää?)

Also - geschrieben wie gedacht. Würde mich über Kommentare von "alten Wegbegleitern" aus dem Forum hier sehr freuen, ihr kennt ja meine jahrelangen Aufs- und Abs und habt vielleicht auch eine Antwort hierauf. Oder von Leuten, denen es vielleicht ähnlich geht oder ging wie mir gerade.

LG, Odille [image]

Re: GANZ komisches Gefühl....bald alle Altlasten weg? Und dann?

BigBird, Samstag, 09.08.2008, 10:08 (vor 6360 Tagen) @ Odille

Ich weiß nicht
Das ist doch ein Prozeß. So wie Erwachsenwerden, Laufen lernen und was weiß ich noch. Irgendwann kan bzw. ist man es, aber an genau diesem Punkt gibt es eigentlich kaum einen Unterschied zum Tag vorher. Mit den Altlasten geht ein Druck weg, aber Deine Aufgaben sind immer noch die gleichen. BB ist ein wichtiger Anfang, um aus dem Mess rauszukommen, aber auch eine lebenslange Aufgabe, wenn man es dann geschafft hat. Verwaltungsaltlasten hast Du nicht mehr, aber immer wieder Verwaltungsaufgaben, die du zu bearbeiten hast, und die nicht wieder zu Altlasten werden sollen. Ich denke, der wichtigste Unterschied ist, daß Du nach und nach mehr Luft zum Atmen bekommen hast - aber auch das ist nicht an einem Tag passiert.

Viele Grüße,
Christine

Re: GANZ komisches Gefühl....bald alle Altlasten weg? Und dann?

Astarte, Samstag, 09.08.2008, 10:51 (vor 6360 Tagen) @ Odille

Hi!

Ich roll das Pferd mal von hinten auf: ich liebe diese "geschrieben-wie-gedacht"-Beiträge, auch in solch Ausführlichkeit. Es ist erfrischend ehrlich, und sagt mehr aus als wenn man ganz rational erst mal jeden Gedanken vorformuliert und durch den Verstandfilter jagt.

Und auf diese Weise konnte ich mich auch in deinem Posting wiedererkennen. Im letzten Jahr ging es mir schon mal genauso, und gerade die letzten drei Tage, wenn auch gänzlich andere Situation. (Man staune! Mein Messi-Gemahl hat sich freiwillig zurückgemeldet und ist plötzlich wieder ansprechbar und "er selbst!").

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Nach 10 Jahren damals mit ihm hatten wir endlich einen Durchbruch (bevor der ABBRUCH) kam, und endlich hatte ich das, was ich mir vorher gar nicht mehr hatte vorstellen können, und doch gab es dieses ABER.

Unsicherheit. Angst. Das sind so zwei Begriffe, die man damit assozieren könnte. Aber es trifft es einfach nicht!

Vielleicht ist es so etwas wie die "Seekrankheit auf dem Fluss des Lebens"?

Durch all die Blockaden ist man es gar nicht mehr gewöhnt im Fluss zu sein. Wie das wohl bei normalen Menschen ist? Die leben und nehmen an, was an neue Schwingungen auf sie zukommt. Wer so blockiert ist, konnte das jahrelang nicht mehr. Es gab Blockaden, über die man grübeln konnte, und Pläne, die man schmiedete. So oder so war der eigenen Standpunkt fest definiert. Man blieb im eigenem "Elfenbeinturm" (oder Kerker, je nachdem was einem lieber ist *zwinker*). Da konnte einem die WItterung draußen z.B. egal sein. Doch nun steht man vor der offen Tür, und man betrachtet sich den Himmel und weiß nicht ob es regnen wird oder ob die Sonne noch länger scheint. Wie war das noch mal bei normalen Menschen? Achja, für die ist diese Ungewissheit ganz normal. Wir haben es verlernt.

UNGEWISSHEIT. Das wäre eine mögliche weitere Assoziation. Aber ich weiß genau, dass alles trifft es noch nicht.

Es ist eine Stimme, die sagt: "Prima. Schön und gut. Jetzt hast Du genug nachgedacht. Jetzt muss es gelebt werden!"

Und eine andere Stimme in uns wiederholt ungläubig und murmelt nachdenklich: "Ge...gelebt? Kann ich das überhaupt noch? Wie war das noch mal? Was... was ist denn dieses LEBEN... dasss ich so verzweifelt gesucht habe?"

Darauf antwortet die andere Stimme in uns wieder: "Gehe raus und erfahre es!"

Jetzt wird nicht mehr ERKANNT. Weg von der Erkenntnis. Hin zur ERFAHRUNG.

LG,
Astarte

und dann?

Suse8, Sonntag, 10.08.2008, 17:31 (vor 6359 Tagen) @ Odille

und dann geht es los, das gute Leben.

wir sind es (uns)wert, gut zu leben.

diesen Sommer macht eich mir ja zum Geschenk, tat so, als ob alles abgearbeitet sei, nähte, buk, kochte Neues,ging wandern, arbeitete im Garten, fuhr über mehrere Wochenenden weg.

und es fühlte sich toll an.

ich gab mir die Erlaubnis, ohne permaneten Nackendruck, es mir gut gehen zu lassen.

und nun darfst du es dir gut gehen lassen. Es ist , wie Bigbird schrieb natürlich schon so, dass es immer Alltägliches zu tun gibt.

mittlerweile können wir das !

udn ich freue mich auf morgen.

und auch da darf ich mir Sachen erlauben.ich "muss" nix, ich darf und kann mich freuen, lernen, aber ich "muss" nix.

ach ja, liebe Grüße besonders an dich, liebe Odille und herzliche Grüße an emja, bitte ausrichten, falls du Kontakt hast, ja?

Susanne

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