1 Jahr, 1 Woche (Allgemein)

Florian, Sonntag, 17.08.2008, 23:55 (vor 6351 Tagen)

Hallo an alle!

Ein Jahr ist seit Beginn der Müllbeseitigung vergangen. Ich weiß nicht mehr, an welchem Tag es genau war, aber ich weiß noch, daß ich hier im Forum schrieb "Die Vermüllung anpacken!" Die total vermüllte Wohnung wurde in monatelanger Kleinarbeit vom Müll befreit und anschließend gereinigt. Jeden Tag ein kleines Stück. Ende November 2007 war der "Heizungsableserzustand" erreicht - d.h. ich konnte den Mann hereinlassen. Im Dezember gab es noch weitere Verbesserungen, insbesondere wurden die sanitären Anlagen in Ordnung gebracht und eine Waschmaschine gekauft, nachdem ich vorher 15 Jahre lang keine Wäsche gewaschen hatte. Daß ich hier im Forum jeden Tag über die kleinen Fortschritte berichten konnte, hat bestimmt dazu beigetragen, daß ich es überhaupt geschafft habe. Seitdem habe ich mich erfolgreich bemüht, den im Dezember erreichten Zustand zumindest zu halten. Einige damals zurückgestellte Arbeiten habe ich inzwischen auch erledigt, aber nicht alle. - Etwas erschreckt mich die Tatsache, daß seitdem schon ein ganzes Jahr vergangen ist; so schnell vergeht die Zeit.

Ich habe es in den letzten Monaten mehrmals geschrieben: Der jetzige Zustand ist zwar hundertmal besser als vor einem Jahr, aber trotzdem ist die Wohnung nicht vorzeigbar! Sie ist gut genug, um den Heizungsableser oder einen Handwerker hereinzulassen, aber keinen richtigen Besuch. (Zum Glück "droht" kein Besuch.) So sieht es im einzelnen aus:


BAD, TOILETTE

Der Zustand ist einwandfrei. Waschbecken und Toilette waren die ersten Teile, die ich nach der Müllbeseitigung gereinigt habe. Seitdem liegen mir die beiden Teile besonders am Herzen. Die Toilette wird ausnahmslos nach jeder Benutzung geputzt, das Waschbecken mindestens zweimal in der Woche. Außerdem putze ich jeden Tag einen kleinen Bereich des Fußbodens. Badewanne und Kacheln putze ich nur gelegentlich.


KÜCHE

Auch in der Küche gibt es keine Verschmutzung und keine Unordnung. Das Geschirr spüle ich immer sofort, ebenso putze ich den Herd und die Arbeitsplatte nach jeder Benutzung. Kacheln, Fußboden, Fenster usw. putze ich gelegentlich. Leider hängt dort immer noch die Gardine, die in der Waschmaschine teilweise zerfetzt wurde.


FLUR

Auch hier gibt es keine Unordnung und keine Verschmutzung, jedenfalls keine neue Verschmutzung. Unrettbar abgenutzt ist aber der Teppichfußboden. Da liegt auch eine Brücke, die man als schmutzig ansehen muß. Auf dem Flur sammel ich an einer Stelle immer das Papier, das ich ein- oder zweimal pro Woche zum Container bringe.


WOHNZIMMER VOR DEM TRENNVORHANG

Auch hier gibt es keine Verschlechterung des erreichten Zustandes. Ich bemühe mich, jede aufkeimende Unordnung sofort zu beseitigen. Erst in der vorletzten Woche habe ich das Fenster geputzt und die Gardine gewaschen. Jedoch liegt hier ebenfalls der vergammelte Teppichfußboden. Ich sauge zwar regelmäßig Staub, aber dadurch ist der schäbige Teppich nicht zu retten. Ein weiterer Minuspunkt besteht darin, daß es keine Sitzgelegenheiten gibt außer für mich selbst. Es gibt nur noch einen Sessel und einen Bürostuhl, auf dem ich jetzt am Computer sitze. Der Bürostuhl ist abgenutzt und müßte ausgewechselt werden. Der Tisch ist zwar von allem Unrat befreit, aber es ist nicht wirklich ein Wohnzimmertisch, sondern eher für ein Büro geeignet. Das Wohnzimmer muß auf einen Besucher einen ziemlich unwohnlichen Eindruck machen.


WOHNZIMMER HINTER DEM TRENNVORHANG

Dies ist der am wenigsten vorzeigbare Bereich. Hier gibt es noch Rest-Unordnung. Ich habe es immer noch nicht geschafft, die im Karton gesammelten Papiere zu sortieren und einzuordnen. Außerdem stehen da die zehn anderen Kartons, die früher jahrelang auf dem Flur herumstanden. Absolut nicht vorzeigbar ist das desolate Bett. Zwei ehemalige Lautsprecher dienen als Ersatz für abgebrochene Beine.


Die Hauptgründe dafür, daß die Wohnung trotz aller Verbesserungen nicht vorzeigbar ist, sind also der abgenutzte Teppichfußboden, die fehlenden Sitzgelegenheiten und der Zustand hinter dem Trennvorhang. Außerdem erinnere ich daran, daß in der ganzen Wohnung keine Heizung funktioniert!

Noch nicht erwähnt habe ich, daß die Wohnung natürlich renoviert werden müßte. Ich habe das für Oktober geplant. Es geht aber nur darum, Wände und Decken in Bad, Küche und Flur neu zu streichen. Im Wohnzimmer sind alle Wände mit Büchern bedeckt; da werde ich nichts machen. Nur im Fensterbereich will ich streichen.


Ich sehe keine Chance, die Mängel abzustellen, insbesondere nicht für den Teppichboden. Theoretisch müßte die Wohnung weitgehend geräumt werden und theoretisch müßte vollkommen neues Mobiliar angeschafft werden. Es ist für mich schon schwierig, einen neuen Bürostuhl zu besorgen. Da ich kein Auto habe, müßte ich ihn hertragen. (Liefern lassen ist auch schwierig, weil die Klingel nicht funktioniert.) Ein entscheidender Hinderungsgrund liegt aber auch darin, daß ich jede größere Geldausgabe scheue. Kurz gesagt: Über den erreichten Zustand komme ich kaum hinaus.

Viele Grüße
Florian

Re: 1 Jahr, 1 Woche

Anke, Montag, 18.08.2008, 00:26 (vor 6351 Tagen) @ Florian

Hallo Florian,

schön, mal einen Gesamteindruck zu lesen, in dem Du Deine Wochenaktionen einmal zusammengefasst hast. Wie lange wohnst Du denn schon in der Wohnung bzw. wie alt ist der Teppich schon? Ab einem bestimmten Alter ist es nämlich Vermietersache, den auszuwechseln! Ebenso die Klingel - muss der Vermieter auf seine Kosten reparieren, es sei denn, Du hast die nachweisbar mutwillig demoliert [image]. Und die Heizung ist auch Sache des Vermieters!

Zu den fehlenden Sitzgelegenheiten: Wie wäre es, wenn Du ein paar billige Klappstühle besorgst? Ich habe derzeit vier Holz-Klappstühle, von denen ich einen am Schreibtisch benutze, auf einem weiteren ist direkt neben dem Schreibtisch der Drucker aufgebaut, und zwei weitere Stühle stehen zusammengeklappt im Wohnzimmer, falls Besuch kommt. Ich habe zwar eine Mini-Couch (2 Plätze) und einen Sessel, muss aber immer beides abdecken, weil die beiden schon sehr alt sind und schon mehrere Katzenkindergenerationen hinter sich haben. Du ahnst wie die unabgedeckt aussehen ...? Auf diesen Decken befinden sich natürlich immer eine Menge Katzenhaare, und wenn Besuch kommt, hat er die Wahl: Entweder Decke mit Fell oder unbequemerer Stuhl ohne Fell. D.h. manchen ungebetenen Besuchern biete ich generell nur einen Stuhl an, wenn überhaupt
Kannst Du vielleicht einen Teil Deines Teppichs mit einem kleinen "Fleckerlteppich" (heißen die so?) abdecken? Die kosten nicht viel und sind leicht zu tragen und zu transportieren.

Und - hinter den Trennvorhang muss nun wirklich kein Besucher! Bestimmte Bereiche gehören ja nun einmal zur Privatsphäre!

Aber nachdem Du in einem Jahr so viel erreicht hast, bin ich ganz zuversichtlich, dass nach und nach noch andere Verbesserungen folgen.

LG Anke

Colakästen@Florian

Sakem, Montag, 18.08.2008, 06:53 (vor 6351 Tagen) @ Florian

Hallo Florian,

eigenTlich halte ich nichts von Provisorien,
aber ich möchte dir dennoch eine preiswerte
vorübergehende Lösung vorstellen.
.
Cola-Kästen!
.
Diese kann man für ein paar EUR in fast jedem Laden "ausleihen".
Selbst wenn man sie ein Jahr "benutzt" bekommt man das gleiche Pfandgeld
erstattet. Wenn 10 Leute zu Besuch kommen (z.B. bei einer Party oder Gartenfest)
holt man sich 10 Colakästen. Stellt sie verkehrt herum auf.
Ein Sitzkissen rauf und gut ist. Wenn die Party voebei ist gibt man
die Kästen wieder ab.
Sie sind sehr stabil.
.
Man kann auch mehrere Kästen zu Einheiten verbinden.
Es gibt im Baumarkt so kleine Kunststoffbänder,
die man zum Zusammenhalten von Kabeln benutzt.
Diese einfach um die Verstrebungen der Kästen binden
und sie verrutschen nicht.
So kann man ganze Hockerreihen herstellen.
.
Und:
Man kann sich ein Bett zusammenbauen.
Einfach mehrere Colakästen in der Matratzengröße zusammenstellen
und verbinden. Einen Matratzenschoner unterlegen (eine alte Decke
tuts vielleicht auch) und dann die Matratze rauf legen.
Fertig ist ein neues Bettgestell.
Es ist atmungsaktiv und hat Sitzhöhe.
Besser als die Matratze auf die Erde zu legen.
O.k. es ersetzt keinen guten Lattenrost,
aber es soll ja auch erst mal nur ein Provisorium sein.
.
Ein einzelner Colakasten lässt sich als Nachttisch oder Beistelltisch verwenden.
4 Kästen ergeben einen Couchtisch.
Vielleicht noch eine Sperrholzplatte oben rauf legen. Fertig.

Du kannst die Kästen einzeln nach Hause tragen.
Sie sind leicht, genormt und können zurück gegeben werden.
Preiswert, stabil.
Keiner schöpft Verdacht, wenn man sich mal einen leeren Kasten ausleiht.
Dann sagst du, es sei für das Leergut zu Hause.

Für eine lägerfristige Lösung wirst du vielleicht auf Hilfe
angewiesen sein oder Menschen in deine Wohnung lassen müssen
(Heizung, Klingel, Teppich).
Vielleicht kann man den Teppich auch nach und nach mit
Teppichfliesen ersetzen (Heugafell oder so ähnlich).

Es gibt für jedes Problem eine Lösung.
Und du wirst auch eine finden!
.
Sakem

Re: 1 Jahr, 1 Woche

SAM, Montag, 18.08.2008, 12:23 (vor 6350 Tagen) @ Florian

Hallo Florian!

Du hast schon eine Menge geschafft!

En Tipp noch zur Klingel (dann könntest du auch wieder liefern lassen!):

Im Baumarkt gibt es Funkklingeln, sogar mit verschiedenen Melodien/Klingeltönen.

Ein Teil wird außen angebracht (über/unter/neben der eigentlichen Klingel oder am Briefkasten oder sonstwo), das andere - mobile - Teil legst du in den Flur oder ins Wohnzimmer oder wo auch immer du die Klingel hören willst.
Du kannst sie auch an- oder ausstellen, wie du willst (falls du mal nicht gestört werden willst).

Vielleicht könntest du das eine oder andere Problem dadurch erledigen, ohne selber irgendwohin gehen und die Sachen schleppen zu müssen.

Liebe Grüße,

SAM

Re: @Florian: wenn du Telefon oder Handy hast

Peter, Montag, 18.08.2008, 13:40 (vor 6350 Tagen) @ Florian

Hallo Florian,

ich finde es auch sehr bewundernswert, was du in einem Jahr geschafft hast!

Wenn du Telefon oder Handy hast, könntest du die Lieferfirma bitten, kurz anzurufen, wenn sie da sind. So habe ich es auch schon gemacht und es gab bisher nie ein Problem, weil die Fahrer heute alle Handys (meist mit Flatrate) haben.

Wenn du telefonisch nicht erreichbar ist, finde ich die Idee mit der Funkklingel auch gut. Falls sowas zu teuer ist, könntest du auch ein Walkie Talkie Gerät anbringen, die gibt es schon ab 15 €.

Peter

Kein Besuch zu erwarten

Florian, Dienstag, 19.08.2008, 01:26 (vor 6350 Tagen) @ Florian

Hallo,

danke für die verschiedenen Hinweise. Es geht nicht wirklich darum, die Wohnung in einen besuchsbereiten Zustand zu versetzen, da es niemanden gibt, der mich besuchen würde. Es geht mehr darum, die Wohnung so zu verbessern, daß sie für mein eigenes Wohlbefinden gut ist. Colakästen sind dafür nicht so geeignet.

Statt der nicht funktionierenden Klingel habe ich einige Lieferanten oder Handwerker schon das Handy benutzen lassen. Das funktioniert aber nur zuverlässig, wenn man vorher weiß, wer genau da kommt. Eine Funkklingel kann ich nicht anbringen, da dies ein Hochhaus mit vielen Wohnungen ist. Früher funktionierten etliche Klingeln nicht. Ob das immer noch so ist, weiß ich gar nicht. Aber bei meinen Nachbarn scheint es auch nie zu klingeln.

Viele Grüße
Florian

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