Start in den Samstag, 23.8.08 (Allgemein)
Sakem, Samstag, 23.08.2008, 01:44 (vor 6353 Tagen)
Guten Morgen,
ich bin immer noch wach.
Ich warte auf den Notarzt.
Bereits seit 2 Stunden.
Ich hatte vor kurzem zwei Antibiothikabehandlungen.
Ob sie zu früh abgesetzt wurden?
Und jetzt habe ich einen Rückfall?
Ich habe starke Schmerzen und hoffe,
dass bald der Arzt kommt.
.
Meine Tochter schläft bei ihrer Freundin und
mein Sohn ist bei einer Party.
Ich fühle mich ganz schön einsam.
Irgendwie habe ich mir die Ferien doch ein wenig anders vorgestellt.
Bis später
Sakem
Wie gehts dir jetzt heute morgen?
Johanna2, Samstag, 23.08.2008, 07:45 (vor 6353 Tagen) @ Sakem
Liebe Sakem,
bitte gib doch mal kurz Bescheid, wie es dir jetzt geht?
Kam der Arzt noch und wurdest du gut versorgt?
Liebe Grüße und gute Besserung!
Johanna
Bin immer noch krank@Johanna
Sakem, Samstag, 23.08.2008, 10:13 (vor 6352 Tagen) @ Johanna2
bitte gib doch mal kurz Bescheid, wie es dir jetzt geht?
Kam der Arzt noch und wurdest du gut versorgt?Liebe Grüße und gute Besserung!
.
Hallo Johanna,
danke für die guten Wünsche und deine Nachfrage.
Mein Sohn wollte "nur" zu einer Party.
Gerade kam er nach Hause.
Man macht sich doch seine Sorgen, zumindest Gedanken.
Von Übernachtung war ja nicht die Rede.
.
Heute Nacht hätte ich seine Hilfe brauchen können.
Ich habe nach 2 1/2 Stunden noch mal beim
Bereitschaftsdienst angerufen, weil ich zunehmend
Schmerzen, Fieber, Blut und Eiweiß im Urin hatte.
Der Bereitschaftsarzt kam dann auch gegen 3:00 Uhr.
Verschrieb ein Medikament und gab mir gleich Schmerzmittel.
Da stand ich dann mitten in der Nacht mit dem Rezept.
.
Erneuter Anruf beim ärztl. Notdienst, um mich nach der
nächsten offenen Apotheke zu erkundigen.
Dort versucht anzurufen, ob das Medikament vorrätig ist.
Es geht keiner ans Telefon.
Zu Hause bleiben?
Bis 9:00 Uhr warten?
Die Schmerzen und der Schüttelfrost nehmen zu.
O.K. Taxi. Ich finde die Nummer vom Taxistand.
Sie ist noch aktuell und eine verräucherte Taxe holt mich ab.
Ich muss schon beim Einsteigen aufs KloDie erste Apotheke hat es nicht vorrätig.
Die Apothekerin sah sehr verschlafen aus. Hat sie vorhin mein
Klingeln nicht gehört?
Das Taxometer läuft derweil weiter.
.
Wir fahren ca. 2,5 km zur nächsten Nachtapotheke.
Dort gibt es das Medikament.
Ich will auf´s Klo!!!
Anhalten... so gut es geht.
Das Rezept muss vollständig ausgefüllt sein.
Es dauert.
Das Schmerzmittel zeigt keinerlei Wirkung.
Mit der Taxe zurück. 18,50 EUR für Umwege und Warten.
10,00 EUR Notfallgebühr, obwohl ich dieses Quartal schon gezahlt habe.
7,75 EUR für das Medikament. Macht 36,25 EUR Zuzahlung.
Wofür zahle ich meinen Krankenkassenbeitrag?
.
Zu Hause wartet die nächste Kanne Tee, das Klo und mein Bett.
Wo bleibt mein Sohn?
Ich will schlafen. Geht natürlich nicht.
Ich sage per EMAil meinen heutigen Termin ab.
Schlafen ist nicht möglich.
Ich lese Thomas Ritter.
Döse.
Hoffe, dass bald die Schmerzen nachlassen.
Der Schüttelfrost, Fieber lässt etwas nach.
Ich fühle mich sehr einsam.
Und warte auf den Sonnenaufgang.
Leider alles wolkenverhangen und trübe.
Wie meine Stimmung.
Ich leg mich jetzt wieder hin
und trinke die nächste Kanne Tee.
Hoffentlich wirkt jetzt die dritte Antibiothikabehandlung.
Was ist, wenn die Bakterien inzwischen resisstent sind?
.
Das ist meine 5. Antibiothikabehandlung in diesem Jahr!
Schöne Ferien.
Sakem
Etwas Positives...
Sakem, Samstag, 23.08.2008, 11:20 (vor 6352 Tagen) @ Sakem
... hat sich mir heute Nacht doch offenbart:
1.) Ich hatte in den Tagen davor den Eingangsbereich,
den Flur und das EssZi messfrei bekommen.
Es war ein entspanntes Gefühl, den Notarzt in
die Wohnung zu bitten und ihn am freien Tisch
Platz nehmen zu lassen, so dass er die Unterlagen ausfüllen
konnte.
Die Nähmaschine war nicht störend und auch bei Normalos normal.
Genauso die ordenlich abgestellten Kisten Trödel in der Niesche.
.
Was hätte ich gemacht, wenn ich keinen Arzt hätte
reinlassen können?
.
2.) Habe bei Thorwald Dethlefsen "Krankheit als Weg" nachgelesen:
Es geht um Druck und Loslassen bei der Blasenentzündung.
Wenn die psych. Entspannung nicht gelingt muss dies über den
Körper ausgeglichen werden.
Auch die Beziehung zum Weinen wird angesprochen.
"...das Brennen beim Wasserlassen zeigt sehr eindeutig,
wie schmerzhaft das Loslassen vom Patienten erlebt wird..."
und genau diese schwere Arbeit habe ich im Unterbewusstsein
in den letzten Tagen geleistet.
Und die gestrige Brautkleideranprobe hat mir vielleicht den letzten Rest gegeben.
Das war schwere Trauerarbeit und Loslassen.
.
Dahlke schließt das Kapitel:
"Es sollte bei all diesen Symptomen nicht übersehen werden, dass die
Stoffe bzw. Themen, von denen man loslasen sollte, allesamt überlebt sind
und nur noch Ballast darstellen."
Klingt doch gut.
Also alles in die Tonne kloppen!
Und gut iss?
Wenn das so einfach wäreMal sehen, was Thomas Ritter dazu meint.
.
Dann lese ich heute, statt ausmisten.
Ich räume heute mein INNERES auf.
Mit Punktezählen?
.
Sakem
Re: Etwas Positives...
rieke, Samstag, 23.08.2008, 13:00 (vor 6352 Tagen) @ Sakem
Liebe Sakem,
mit Sorge las ich heute sehr früh deinen nächtlichen Beitrag.
Etwas erleichtert war ich dann, Dich heute vormittag wieder zu lesen.
Sehr hart ist es, in solchen schmerzhaften Zeiten nur auf sich selber
zählen zu können.
Du hast Dich so tapfer um Dich selber gekümmert.
Hut ab, tiefer Knicks!!
Du bist es wert.
Der Notarzt konnte hereinkommen in Deine Wohnung.
Auch dafür hast Du gearbeitet, das hast Du hart erkämpft und erreicht.
Ich gratuliere Dir!
Das ist sehr stark.
Dein Kämpfen zeigt Ergebnisse.
Bei mir hingegen war es in den letzten Tagen nicht möglich, den Notarzt zu holen.
Der vertraute Hausarzt ist zur Zeit in Urlaub.
Inzwischen bin ich aber wieder fieberfrei und hoffentlich auch ohne Arzt auf dem Weg
der Besserung.
Ich hab noch nicht so gute Ergebnisse für mich wie Du für Dich.
Mich spornt das an.
Zu erkennen, dass Trauerarbeit und Loslassen
zu bearbeiten und "dran" ist,
ist auch etwas Positives.
So weit muss man ja erst mal kommen, das liegt ganz klar noch nicht am Anfang des Entrümpel-Weges.
Und Du bist so weit -->
schwere Trauerarbeit und Loslassen.
Ich stehe auch immer wieder davor.
Allzulang halt ich es an diesem Punkt der Erkenntnis und dem des Bearbeitens ja nie aus,
aber auch da beruhige ich mich mit:
Marathon statt Sprint.
Immer wieder Aufstehen nach dem Hinfallen (bzw. Weggucken).
Grad deshalb berührt mich dieser Abschnitt Deines Beitrages wohl besonders:
Dahlke schließt das Kapitel:
"Es sollte bei all diesen Symptomen nicht übersehen werden, dass die
Stoffe bzw. Themen, von denen man loslasen sollte, allesamt überlebt sind
und nur noch Ballast darstellen."
Klingt doch gut.
Also alles in die Tonne kloppen!
Und gut iss?
Wenn das so einfach wäre
Ja. Wenn das so einfach wäre!
Not tut es, bei mir jedenfalls.
Innendrin aufräumen, entrümpeln,
wie könnte das mit Punkten, Listen und Häkchen zum Motivieren gehen?
Da muss ich leise kichern, der Gedanke ist kitzelig.
Und so richtig schön zum Ablenken und Umwege denken geeignet.
Heut bin ich dabei: Innenarbeit und Vergangenes aufräumen, vielleicht sogar loslassen.
Mit einer herzlichen Umarmumg für Dich und vielen Wünschen für Deine Genesung
![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
rieke
Langwieriger Heilungsprozess@rieke
Sakem, Samstag, 23.08.2008, 13:20 (vor 6352 Tagen) @ rieke
.
Mit einer herzlichen Umarmumg für Dich und vielen Wünschen für Deine Genesung
rieke
Hallo rieke,
dein Posting ist wie ein kräftiger Schluck
aus der helfenden Medizinflasche.
Es geht mir gleich besser ![[image]](http://bilder.parsimony.net/smilies/smile.gif alt=smile)
.
Auch dir viel Kraft bei der Überwindung der inneren und äußeren Schmerzen.
Und viel Freude nach der Heilung an Körper und Seele.
.
Mit einer zaghaften Rückumarmung-
mit dem Körperkontakt habe ich noch so meine Probleme,
aber ich arbeite dran auch dies wieder zulassen zu können-
.
Sakem
Re: Etwas Positives...
Odille, Samstag, 23.08.2008, 13:27 (vor 6352 Tagen) @ rieke
Bei mir hingegen war es in den letzten Tagen nicht möglich, den Notarzt zu holen.
Liebe Rieke,
Mich hat Dein obiger Satz erschreckt - weil - ich sagte den zu gewissen Zeiten auch schon mal über meine Wohnung. Ist es nicht erschreckend, wie sehr wir uns manchmal vom Chaos die Herrschaft über unser Leben abnehmen lassen bzw. es uns einreden, dass dem so sei?
stell Dir vor - Dein Liebster bekäme in Eurer Wohnung vor Deinen Augen einen Herzinfarkt, würde zuckend auf dem Boden liegen.
Wäre da dann Dein erster Gedanke: "ich kann keinen Notarzt holen" - oder wäre Dir in diesem Moment das Chaos und die Scham vor der
Entdeckung nicht schietegal - es geht ja schliesslich um das Leben eines geliebten Menschen? Wenn Du wählen müsstest zwischen "jemanden in die Wohnung lassen" oder "mein Mann stirbt vor meinen Augen" - wäre es da nicht wirklich VÖLLIG egal, was der Notarzt "denkt"? Ich nehme mal an, der würde seine Hauptaufmerksamkeit ohnehin mehr auf die Wiederbelebungsversuche und nicht auf ein unaufgeräumtes Wohnzimmer richten.
Lieben Gruss, Odille ![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
Entscheidungen...
rieke, Samstag, 23.08.2008, 15:07 (vor 6352 Tagen) @ Odille
Liebe Odille,
es fällt mir leicht, die Entscheidung zu treffen, einen Arzt in meine Wohnung zu rufen zur Rettung Anderer.
Da ist es mir auch wichtiger, zu helfen.
Für meine Person mochte ich mich nicht dazu entscheiden.
Oder auch nur jemanden in meiner Nähe dazu bringen,
solche Entscheidung überhaupt erwägen zu wollen.
Da fand ich Schmerzen aushalten leichter als das Aushalten der Scham.
Immerhin gings ja nicht gleich um Leben oder Tod.
Aber Hilfe hätte ich für jemanden Anderes schon geholt.
In den letzten zwei Jahren hatte ich schon mal einen geräumteren Zustand hier und
ich arbeite daran, dass es wieder besser wird.
![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
lg rieke
Re: Etwas Positives...
Lisa Suisse, Samstag, 23.08.2008, 14:12 (vor 6352 Tagen) @ rieke
Liebe Rieke,
Darf ich mich kurz einmischen??
nur auf sich selbst zählen zu können.
Du weisst nicht, wie sehr mir dieser Satz heute hilft.
Zu erkennen, dass Trauerarbeit und Loslassen
zu "bearbeiten" und "d-r-a-n" ist,
ist auch etwas Positives.
Du kannst Dir nicht vorstellen, wie sehr mich diese drei Zeilen im Moment unterstützen.
So weit muss man ja erst mal kommen.
Ja, soweit muss man erst einmal kommen !
Ich stehe auch immer wieder davor.
Allzulang halt ich es an diesem Punkt der Erkenntnis und dem des Bearbeitens ja nie >>>aus,
Ich halte es gar nicht lange an diesem Punkt aus, gar nicht lange.
aber auch da beruhige ich mich mit:
Marathon statt Sprint.
Ganz Langsam, kleiner Schritt nach kleinem Schritt.
Immer wieder Aufstehen nach dem Hinfallen (bzw. Weggucken).
Nach dem Weggucken wieder aufstehen und ein Schrittchen machen.
Ja. Wenn das so einfach wäre!
Einfach ist es nicht, sondern es kann sogar sehr sehr schwer sein.
Hallo, Rieke
,heute hast du mit diesen Worten nicht nur Sakem geholfen, sondern ganz ganz fest auch mir !
Ich danke dir und wünsche Dir das Allerbeste, Sakem das Allerbeste,
mir selbst und allen anderen MMs ebenfalls das Allerbeste.
Viele Grüsse,
Lisa Suisse
Liebe Lisa Suisse, ich schick Dir ein herzliches Lächeln! (ohne weitere Worte) (n/t)
rieke, Samstag, 23.08.2008, 15:12 (vor 6352 Tagen) @ Lisa Suisse
- kein Text -
Re: Gute Besserung und alles Gute für Dich, liebe Sakem! (n/t)
Peter, Samstag, 23.08.2008, 14:45 (vor 6352 Tagen) @ Sakem
- kein Text -
@Peter
Sakem, Samstag, 23.08.2008, 18:43 (vor 6352 Tagen) @ Peter
Hallo, Peter!
.
Es ist wie ein kurzer Krankenbesuch.
Das hilft.
Ich habe heute den ganzen Tag verschlafen.
Dann trinke ich noch viel um den Wasserverlust auszugleichen.
Ich schwitze auch viel.
Vielleicht wird der "ganze Dreck" der Vergangenheit rausgespült?
Lesen geht nicht so gut. Ich habe Kopfschmerzen. Vom Fieber?
Oder ist es Flucht in die Krankheit, um mir mal einen Austag zu gönnen?
Aber wer sucht sich schon freiwillig solche Schmerzen aus, nur
um sich mal eine Pause zu gönnen?
Heute wird hier nicht mehr viel passieren.
Meine Tochter hat mir Schokoladeneis und neue Schmerzmittel
besorgt. So werde ich wohl mit dieser Mischung halbwegs über den Abend kommen.
Und morgen geht bestimmt auch wieder die Sonne auf.
.
viele Grüße
Sakem