@Astarte... Re:re: Nur Mut. Du schaffst es. Teil 2 (lang) (Allgemein)

Sabine, Donnerstag, 28.08.2008, 03:32 (vor 6622 Tagen)

Hallo Astarte,

der Thread ist weiter nach unten gerutscht, deshalb mache ich mal hier weiter. Meine Antwort wird mal wieder sehr lang.

Was gäbe ich darum, genau DAS mal von einem meiner Freunde zu hören. Oder noch besser (aber kein zwingendes Muss) von meinem Ex! Genau das! Das würde mir so viel bedeuten. Dann könnte ich es vermutlich auch annehmen, ganz frei von Aber's. Ich träume sogar schon davon.

Vielleicht haben Deine Freunde nicht die richtigen Worte gefunden. Deine Freunde können Dir auch nur das an Hilfe geben, wozu sie selbst in der Lage sind. Du hast geschrieben, wie lieb Deine Freunde Dir zuhören und Dir Mut machen. Das ist doch schon eine ganze Menge positive Unterstützung. Oder denk an die Freundin, die Dir beim Umzug geholfen hat. Jeder von Deinen Freunden kann Dir auf eine bestimmte Art helfen. Und jeder Deiner Freunde stößt, je nach dem wo die persönlichen Schwächen liegen, an seine Grenzen.

Was meine Mutter angeht: Es ist nicht so dass sie mich "bevormundet" und für "unfähig" hält. Sie ist - so hart das auch klingt - einfach eine boshafte, kranke Frau, nur beim Enkel lässt sie die liebe Oma raus, aber auch mit ihren entsprechenden Macken. Boshaft im Sinne von: Sie gibt ihren Kinder die Schuld, dass sie seit 40 Jahren sich nie um ihre Probleme gekümmert hat, und das lässt sie jeden in der Familie spüren. Nicht nur mich.

Das kann ich gut verstehen, dass Du darunter leidest. Wahrscheinlich schleppst Du da eine Menge alter Wunden mit Dir rum. Es ist gut, dass Du eine Therapie machen möchtest. Da kannst Du auch an diesen Wunden arbeiten. Und es ist gut, dass Du Dich jetzt darum kümmerst. Jetzt bist Du noch jung und hast noch den größten Teil des Lebens vor Dir.

Nun zu Deiner Mutter. Kann es sein, dass das Gift, das sie seit Jahren versprüht, früher (als Kind/ Jugendliche?) selbst in Überdosis schlucken musste? Jeder Mensch reagiert auf eine solche Seelenvergiftung anders. Wer günstige Umstände hat, eine verständnisvolle Umgebung, helfende Freunde oder Verwandte, erholt sich wieder. Und unter ungünstigen Umständen eben auch nicht. Für die Generation Deiner Eltern ist der Gang zum Therapeuten noch ein absolutes Tabu. Das wird direkt konnotiert mit 'verrückt'. Selbst unsere Generation heutzutage würde auch nicht damit hausieren gehen. Eine Therapie ist immer noch tabubelastet. Wodurch viele diese wichtige heilsame Hilfe nicht aufsuchen können.

Zurück zu Deiner Mutter. Wann und wo wurde sie geboren? Kann es sein, dass sie den Krieg als Kind erlebt hat? Viele Kinder sind damals durch Bombennächte und Vertreibung traumatisiert worden. Die Erwachsenen waren oft selbst überfordert und konnten ihren Kindern keinen Trost bieten. Außerdem war keinen Schmerz zu fühlen und keine Bedürfnisse zu haben überlebenswichtig. Nach dem Krieg wurde das erlittene Trauma nach innen eingekapselt, denn es war Überleben und Wiederaufbau angesagt. Außerdem stellen die von Deutschland begangenen Kriegsverbrechen alles in den Schatten, so dass ein erlittenes Kriegstrauma dagegen unwichtig erscheint. Als Erwachsene sind die Kriegskinder entweder oft übertrieben streng zu den eigenen Kindern oder übertrieben nachsichtig. Außerdem fallen oft auch Dinge auf, wie übertriebene Sparsamkeit, ein sehr großes Sicherheitsbedürfnis, nicht über Gefühle sprechen können, die eigenen Gefühle nicht mehr wahrnehmen. Da bleibt es nicht aus, dass das Verhältnis zu den eigenen Kindern erheblich gestört sein kann. Es ist oft geprägt von gegenseitigen Mißverständissen. Dies ist für beide Seiten tieftraurig. Für die Kinder, die mit geschädigten Eltern aufwachen und für die Eltern selbst, die keinen guten Draht zu ihren Kindern bekommen, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünschen.

Das Verhalten Deiner Mutter will ich in keinster Weise gut reden. Dennoch ist es wichtig zu gucken, was da passiert ist. Es geht Dir doch eigentlich darum, dass Du gerne ein gutes bzw. besseres Verhältnis zu Deiner Mutter hättest. Jetzt hergehen, und den Bruch vollziehen ist einfach. Aber nur scheinbar. Denn im Grunde würdest Du Dich weiterhin danach sehnen, ein besseres Verhältnis zu Deiner Mutter zu haben. Vielleicht kannst Du durch vorsichtiges Fragen (wenn Deine Tochter NICHT dabei ist), herausbekommen, wo bei Deiner Mutter der Schmerz sitzt. Dann höre einfach zu. Für Vorwürfe ist an der Stelle kein Platz.
Frage Deine Mutter auch (falls sie zur Generation der Kriegskinder gehört), wie sie den Krieg erlebt hat. Und wie ihr späteres Leben dadurch beeinflusst wurde.
Frage sie, welche Wünsche sie wegen der Familie hintenan gestellt hat. Und was sie daran hindert, sich diese wo noch möglich, jetzt zu erfüllen. (Das Hintenanstellen von eigenen Bedürfnissen ist typisch für die Generation der Kriegskinder)

Hier würde sie keiner mögen, denn aus ihrer Sicht gehört jeder eingesperrt und erschossen, der keine 50.000 Euro Küche hat, in der man nicht vom Boden essen kann. Ihre Küche ist nur Deko, gekocht wird im ehemaligen Gästezimmer, der Ersatzküche.

Das klingt so furchtbar traurig. Ein Mensch, der von niemand gemocht wird. [image] Wirklich von niemand? Vielleicht taut Deine Mutter ja mithilfe Deiner Tochter endlich auf, und kann als Oma die Rolle spielen, die sie als Mutter nicht erfüllen konnte. Bei Deinen Worten "läßt sie die liebe Oma raus" könnte man auch so was wie Eifersucht rauslesen. Schau mal in Dir rein, welche Gefühle da sind. Zu viel unsortierte Wut und Trauer können Dir die Chance für ein besseres Verhältnis in der Zukunft nehmen.

Vielleicht kannst Du durch ruhige Gespräche mit Deiner Mutter einiges klären. Das erfordert viel Kraft, doch Du kannst viel gewinnen: ein besseres Verhältnis zu Deiner Mutter. Das Leben ist zu kurz, um es nicht wenigstens zu versuchen. Es wird Dich gerade am Anfang viel Überwindung kosten, und es kann sein, dass Deine Mutter anfangs abblockt. Mach trotzdem weiter. In kleinen Schritten. Es lohnt sich. Du schaffst das.

Sie nahm mich nur sehr widerwillig auf. Nur wegem dem Kind. Die Begrüßungsworte: "Ist mir scheißegal was aus Dir wird, hauptsache die Kleine ist bei mir!" Die Gratulation zum Abi sah so war: "Und? Du wirst eh ein Versager bleiben, genau wie dein Vater und deine Schwester!".

Das tut weh. Das hätte sie nicht sagen dürfen. So etwas sagt man einfach nicht zu seinem Kind.
So ganz gleichgültig scheinst Du ihr aber doch nicht zu sein. Sonst würde sie Dir wahrscheinlich nicht in Deinem Haushalt helfen.
Kann es sein, dass das mit dem Versagerspruch vielleicht auch mit dem übertriebenen Ansprüchen an sich selbst und anderen zusammenhängt? Oder/ und mit der Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen?

Die reichlich unterkühlte Reaktion auf Dein Abi hat vielleicht noch andere Hintergründe. Welchen Schulabschluss haben Deine Eltern? Zu der Zeit, wo Deine Eltern zur Schule gingen, kostete Gymnasium noch Schulgeld. So landeten viele begabte Schüler auf der Volksschule. Ein Volkschulabschluß wurde nicht so rauschend gefeiert wie heutzutage das Abi. Nur zum Vergleich: als ich Abi machte, war ich ganz erstaunt, wie Mitschüler von ihren Eltern in feinste Restaurants ausgeführt wurden, oder riesige private Familienfeiern ausgerichtet wurden. Meine Eltern haben sich natürlich riesig gefreut, als ich Abi gemacht habe und mir gratuliert. Mehr ist aber auch nicht passiert, und für mich ist das ok.

Deine Schilderung von der nicht benutzten Deko-Küche klingt ebenfalls so traurig. Da hat Deine Mutter sich eine schöne Küche gegönnt und benutzt sie nicht. Ich dachte immer, dass es typisch für Messies ist, neue Sachen nicht benutzen zu können. Und nun lese ich hier, dass dies auch bei Cleanies vorkommt.

Als ich es wagte zum Kindergeburtstag fremde Leute in MEINE (alte) Wohnung einzuladen, wurde sie so hysterisch, dass sie handgreiflich wurde (es folgte ein Hausverbot). Grund dafür gabs nicht. Außer dass sie Angst vor Fremden Menschen hat. Bis ich 18 war durfte ich nie Besuch empfangen, weil es ja sooo fürchtlich aussah (Anmerk: Man konnte vom Boden essen). Alleweil bekommt sie Panikattacken, die sich bei ihr aggressiv äußern, und vieles mehr.

Keine Leute einladen (dürfen) weil die Wohnung fürchterlich aussieht, das kennt man doch sonst nur von Messies. Und jetzt lese ich, dass dies auch bei extrem perfektionistischen Cleanies vorkommen kann.


Es kann sein, dass ich mit meinen Worten völlig daneben liege. Du kennst Deine Situation noch am besten. Ich schreibe einfach meine Gedanken, um Dir Möglichkeiten aufzuzeigen.

Hier sind noch ein paar Buchtipps, die vielleicht für Dich interessant sein können:

Elke Heidereich: Die schönsten Jahre. Vom Glück und Unglück in der Liebe
http://www.amazon.de/Die-schönsten-Jahre-Glück-Unglück/dp/3725413754/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1219885184&sr=1-1/

Sabine Bode: Die vergessene Generation: die Kriegskinder brechen ihr Schweigen.
http://www.amazon.de/Die-vergessene-Generation-Kriegskinder-Schweigen/dp/3492244033/ref=sr_1_3?ie=UTF8&s=books&qid=1219884892&sr=1-3/

Anne-Ev Ustorf: Wir Kinder der Kriegskinder. Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs
http://www.amazon.de/Wir-Kinder-Kriegskinder-Generation-Weltkriegs/dp/3451298147/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1219880983&sr=8-1/


Ich wünsche Dir alles Gute und dass es Dir gelingt, doch noch ein besseres Verhältnis zu Deiner Mutter zu bekommen.

Grüße, [image]
Sabine

Re: @Astarte... meine Mom (lang)

Astarte, Donnerstag, 28.08.2008, 20:17 (vor 6621 Tagen) @ Sabine

Grüß Dich!

Du, über meine Mutter möchte ich hier gar nicht so reden. Ich kann Dir aber versichern, dass ich schon oft versuchte mit ihr zu reden, dass ich an mir schon alles getan habe um loszulassen (bis hin zu Ahnenkarma und Familienaufstellunge). Ich kann definitiv sagen: Nein, mir liegt definitiv nichts mehr an einem besseren Verhältnis. Sie ist mir schlichtweg egal geworden. Das heißt auch nicht, dass ich wutentbrannt davon rausche und den Kontakt abbreche. Auch ihre gelegentlichen sehr harten Spitzen gehen mir so ziemlich am Hintern vorbei. Ich bin damals 350 km weitgezogen. Wir hatten dennoch Kontakt. Und ja, zu den Feiertagen und Ferien kam ich sogar sehr gerne hierher. Ich verbinde mit ihr einfach nichts.

Das einzige Problem ist, dass mich diese Notlage wieder hierher zurückbrachte. Und ich habe dazu wortwörtlich gesagt: "Lieber wäre ich tot als zurück zu ziehen!" Und das war - tragischerweise ernst gemeint. Aber ach, das Töchterchen...

Ich wollte halt nicht so weit gehen bzw. riskieren meine Tochter in eine Pflegefamilie geben zu müssen oder sie ganz wegzugeben, wenn hier liebende Verwandtschaft, eine leere Neubauwohnung etc. und sonst alles, was ein Kind so braucht, auf das Kind wartet...

Das Problem ist daher eigentlich "nur", dass sie halt bisweilen nicht aufhört, und wenn Dich einer anschreit, muss man wohl in den Moment reagieren. Salopp gesagt. Dann ist man natürlich auch gereizt und genervt, trotz aller Verarbeitung. Meistens gehe ich ihr aber zwanghaft aus den Weg, sag gar nichts und denk mir meinem Teil. Aber das Ziel ist es nicht, das Verhältnis zu verbessern. Vergebene Lebensmühe. Sondern so schnell wie möglich wieder auf eigene Füße kommen und hier weg. Das dies hier auch unabhängig von meiner Mutter kein Ort für mich ist.

Ja, Eifersucht ist im Spiel. Aber von ihrer Seite. Sie hasst wirklich alles, wenn es jemand wagt, es anders zu machen als sie. Und ja, ich weiß auch, warum sie so wurde, weiß von ihren Träumen. Auch heute noch versuche ich zu ermutigen sich mal wenigstens diesem und jenem Hobbie zu widmen z.b. in Form von entsprechenden Geschenken. Vergebens. Dieses Jahr zum Geburtstag habe ich ihr eine 50 Euro teure aryuvedische Massage geschenkt. Für mich viel Geld. Damit sie mal was für sich tut. Hat sie nur verächtlich angeschaut: "Was will ich mit dem Dreck? Zu so etwas geh nicht hin". Die Wahrheit dahinter ist wohl eine nicht eingestandene Sozialphobie. Sie traut sich nicht, gesteht es sich aber nicht ein.

Ja, sie liebt das Enkelkind abgöttisch. Zu sehr. Wenn ich nicht aufpassen würde, würde sie das Kind mit ihrer ÜBERANGST völlig verziehen. Und meine Süße ist ja auch gut geraten. Sie will aber, dass SIE die Lorbeeren dafür einheimst. Sie stellt sich als Mutter hin. Für eine unfähige Mutter hält sie mich übrigens nicht, sie ist lediglich "übereifrig". Das hat zwar eine Weile gedauert, sie zu überzeugen, dass ich weiß, was ich mit der Kleinen tue, und das Ergebnis gab mir recht. Sie versucht wenigstens teilweise meinen müttlerliche Regeln einzuhalten, aber gut, die Omi-Generation versteht das nicht immer. Aber immerhin. Dafür hab ich ja noch Verständnis.

Eifersucht äußert sich zum Beispiel so:

Nun wage ich mal selbst zu kochen. Wenigstens ansatzweise. So Anfängerzeug wie Sphagetti wie gestern. Natürlich kam sie dazu, gab ein paar Kommentare ab. Nicht etwa, wie unfähig wäre, aber sie findet dann irgendeinen Grund, wo man sich in die Haare bekommt. Beispielsweise weil mir der Satz rausgerutscht ist, dass mein Herd ja schon alt wäre, weil das Wasser 20 min braucht um zu kochen, was für eine Energieverschwendung in der heutigen Zeit, die Herdindustrie habe ja zwischendurch einen enormen Schub gemacht. Das war sowas wie ein Gesprächsbeginn. Ein ganz normale Feststellung. Ja, er ist 12 Jahre alt, wurde aber kaum benutzt. Schwupps, werde ich von jetzt auf sofort angeschrieen, dass ich ja überhaupt gar keine Ahnung hätte, was ein alter Herd sei, dass ich ja völlig spinne und ob ich nicht vielleicht in die Klapse gehöre, wenn ich so einen Mist sage. Sie hatten ihren alten Herd 30 jahre erdulden müssen, bevor die neue Küche kam!!! Wie gesagt, sie findet immer was, und das war sogar für ihre Verhältnisse noch sinnig. Sie hat mich sogar schon mal ernsthaft angeschrieen, dass ich etwas so und so machen muss, wegen Feuerschutz, für den Fall dass die Gewerkschaft in Haus käme! Gewerkschaft? Hä?! Na, da sagste nix mehr. Na ja, weiter zu Eifersucht. Über die Spaghetti hat sie nichts gesagt. Aber heute gab es den ganzen Tag über die absoluten Lieblingsgerichte für meine Süße, auf dass diese gar nicht auf Idee kommt bei Mama zu essen. Gestern war die Süße mal ausnahmsweise DEN GANZEN TAG nur bei mir, haben viel geknuddelt und gespielt. Heute sehe ich sie ganz ZUFÄLLIG den ganzen Tag nicht, Oma fährt ein riesen Unterhaltungsprogramm auf.

Na ja, wie gesagt, diese Frau ist nicht zu ändern. Wir versuchen es alle mit Fassung zu tragen. Der Kleinen geht es gut, das ist die Hauptsache. Und ansonsten zählt nur, so schnell wie möglich wieder bereit zu sein, hier wegzukommen. Ein besseren Grund als Studium gäbe es nicht, aber ich mag meine Kleine nicht zu lange alleine lassen. Nicht jetzt. Jemand muss doch auf die Oma aufpassen, dass sie das Kind nicht zu einem überängstlichen Psychotiker erzieht und auf eine ungute Art und Weise verwöhnt. Zwar kann ich sie mal kurze Zeit hier alleine lassen, früher in den Ferien oder so. Aber wenn ich manchmal nicht vermittel, geht das auch schief.

Vermutlich interessiert das außer Dich niemanden. Vielleicht sollte ich Dir lieber meine Emailadresse geben? Aber hoffe, die Beispiele haben Dir einen besseren Überblick verschafft. Ich hasse sie nicht. Ich hasse es nur, hier festzusitzen.

Gruß,
A.

Re: @Astarte... meine Mom (lang)

Sabine, Freitag, 29.08.2008, 14:38 (vor 6620 Tagen) @ Astarte

Hallo Astarte,

ich kann jetzt nur kurz schreiben, da wichtige Real-Life-Aufgaben anstehen. Wahrscheinlich werde ich Mitte nächster Woche ausführlicher schreiben.

[...]
Vermutlich interessiert das außer Dich niemanden.

Das kann man so nicht sagen. Die anderen Messies hier im Forum haben vielleicht auch gerade wichtige RL-Aufgaben. Man kann auch nicht auf alle Postings reagieren, und muss sich für einige wenige entscheiden. Eine Entscheidung, statt auf Deinem auf ein anderes Posting zu antworten, ist keinesfalls ein Desinteresse Dir gegenüber.
Außerdem sprichst Du sehr empfindliche Themen an, so dass man auf Deine Postings nicht so mal eben schnell antworten kann, wie bei 'gewöhnlichen' Aufräumtipps. Denn die Gefahr, Dich mit gutgemeinten Tipps zu verletzen ist sehr groß. Und nicht jeder traut sich zu, die richtigen Worte zu finden.
Und ich merke auch, wenn ich auf Deine Postings antworte, dass ich mir beim Tippen oft überlege: "Kann ich das überhaupt schreiben? Kann das vielleicht verletztend wirken? Sind meine Tipps nicht doch zu aufdringlich?"

Oft geht es mir auch so, dass ich ein Posting von jemand hier lese, und denke: "Ja, darauf möchte ich reagieren, möchte Trost und Tipps geben." Und dann geht mir eine Menge durch den Kopf, ich will es noch besser machen und verschiebe es auf einen späteren Zeitpunkt wo ich meine mehr Ruhe zu haben. Und dann stehen schon wieder andere Aufgaben an. Das ist auch typisch Messie mit solchen Verschieberlis durch Perfektionismus.

Jetzt muss ich mich wieder meinen RL-Aufgaben zuwenden.

Grüße, [image]
Sabine

Re: @Astarte... meine Mom (lang)

Astarte, Freitag, 29.08.2008, 15:47 (vor 6620 Tagen) @ Sabine

Na ja, ich meinte eigentlich nur wegen der Länge, und weil hier zwei einen Single-Dialog führen, und diese Themen für ein Messi-Forum ja OFF-Topic sind.

Das Thema mit meiner Mom ist auch ohnehin nicht so wichtig, eher wie ich auf die Beine komme und selbst lerne hauszuhalten.

Hmm... und deine Worte über Studium spuken mir durchaus täglich durch den Kopf. In vier Wochen fängt das neue Semester an. Ich prüfe und frage mich immer wieder, weiß wie gesagt, dass Du Recht hast, aber irgendwie komm ich immer zu dem selben Schluss.

Solange sich da im Außen nichts ändern, wird sich im Inneren nichts ändern. Ich hoffe immer noch, dass sich mal jemand aus den lieben Bekanntenkreis so für mich einsetzen würde.

Im Moment habe ich so eine Phase, dass ich sauer auf "Gott und die Welt" bin inklusive auf mir selbst. Ändere gerade die Perspektiven. Sauer im eher konstruktiven Sinne von "Motivation". Und obwohl ich weiß, dass jeder Freund sein Bestes gibt, selbst unsicher oder überfordert sind etc., ändert es nichts daran, dass ich summasummarum enttäuscht bin.

Nun bin ich natürlich nicht nur Kläger. Ich frage mich dabei natürlich ebenso, was ich selbst falsch mache. Ob ich nicht vielleicht unbewußt vielleicht auch ein Problem habe, Hilfe anzunehmen? Oder dass ich eben zu stark wirke, auf dass man es sich nicht traut? Oder ob ich zu rechthaberisch bin? Manchmal vielleicht einfach zu überzeugt zu viel vorweg nehmen, und man dann gar nicht mehr weiß, was man noch dazu sagen soll, und ich mir durch meine zu starke Überzeugung evt. die Möglichkeiten nehme, neue Einflüsse und Ideen zu finden? Und so weiter. Wie realistisch meine Ansprüche sind?

Klar, frage ich mich all das sehr ehrlich. Aber unter dem Strich bleibt, dass ich enttäuscht bin, dass wirklich niemand für mich da ist bzw. nur als passivie Mitleider. Eine Ausnahme gibt es, die Freundin, die beim Umzug half, aber auch hier ist es nur eine Ebene. Hier z.b. fehlt das emotionale Verständnis. Also, sie hilft mir sehr, sofern sie kann und ich bin dafür sehr dankbar. Ist seit 17 Jahren die beste Freundin. Aber was eine Depression oder ein Burnout ist, sind und bleiben böhmische Dörfer. Sie empfiehlt mir Listen zu schreiben, mich nicht so hängen zu lassen, eben nicht so faul zu sein... Lieb gemeint, aber ich denke, es ist klar, wieso das nicht funktioniert.

So, ich werd ich jetzt mal einkaufen gehen. Das heißt zum ersten Mal seit über 4 Wochen das Haus zu verlassen! Komisches Gefühl! Prima! Da muss man doch krank werden. Halleluja, ich bin den Messi-Ex los! Und jetzt hab ich noch mehr Probleme ;-(((

Gruß,
Astarte

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