Ruhe - und dann? (Allgemein)
Sanne, Sonntag, 22.02.2009, 17:50 (vor 6168 Tagen)
liebe Mms,
in den vergangenen Wochen habe ich neben dem Alltagkram , welcher oft genug wirklich zuviel mit sich bringt, versucht Lebensfreude und Lebenslust zu entwickeln.
und es fällt mir soooooooooooooo schwer.
wenn wir /ich denn mal ein Stündhcne Ruhe habne könnte, sabotiere ich das IMMER.
Bekomme schlechte Laune, bin ungeduldig, launisch,stehe mir echt im Weg, fange Streit an.
ok, mein Nähzimmer ist soweit fertig, aber ich bin quasi nie darin.
ich weiss mit mir nichts anzufangen, surfe, lese krampfhaft, suche mir Arbeit, SEHE Arbeit, dann kommt die schlechte Laune, das wirklich ungute Gefühl mir gegenüber.
Könnt ihr damit was anfangen?
ich kann ja nciht ständig baden gehen, das schaffe ich meist.
bräuchte irgendwie einen klitzekleinen Anfang, ein "Nähprojekt2 dass ich auf der Couch machen kann.
ach ja, gebacken habe ich öfter, das hat mir gut gut gefallen.
das war kreativ und schön für alle.
fragende etwas ratlose Grüße
Sanne
Re: Ruhe - Unruhe
Frieda, Sonntag, 22.02.2009, 19:33 (vor 6167 Tagen) @ Sanne
Liebe Sanne,
ich kann hier nur von mir sprechen. Was du beschreibst, kenne ich gut.
Vor ganz vielen Jahren mir hat vor vielen Jahren mal ein "weiser Mann" gesagt: Wenn du Ruhe genießen willst, musst du in dir selbst ruhen können.
Damals ging es um die Frage, ob wir eventuell aufs Land ziehen, was für die Kinder bestimmt schön gewesen wäre, aber - so bin ich mir ganz sicher im Rückblick- für mich der Supergau geworden wäre.
Ich ruhe nicht so tief in mir, bis heute nicht, dass ich fürs Landleben tauge, auch wenn ich ruhiger geworden bin und weniger Möbel rücke u.ä. *smile*, weil ich inzwischen sowas wie meine Mitte gefunden habe.
Das Idealbild von mir, mich gemütlich auf dem Dorf den Vorgarten bepflanzen zu sehen, die Früchte des Gartens zu verarbeiten, Handarbeiten zu machen oder zu malen und einfach glückliche Mama und Frau zu sein ist eine Phantasie, die nicht mit meiner Persönlichkeitsstruktur zusammenpasst. Das habe ich akzeptiert.
Ein gemütliches zu Hause zu pflegen und vor mich hin zu werkeln schafft MIR keine Zufriedenheit, ich brauche sehr viel "Außen" was mich strukturiert (z.B. meine Arbeit), mir selbst allein soviel Struktur zu geben schaffe ich nicht. Lange hielt ich das für einen Mangel, etwas was an mir nicht "in Ordnung" ist.
Heute sehe ich das anders: ich bin so, wie ich bin und nicht, wie ich mich gerne hätte.
Liebe Grüße und gute Gedanken schickt dir Frieda
Danke Frieda ! Re: Ruhe - Unruhe
MarLe, Montag, 23.02.2009, 11:13 (vor 6167 Tagen) @ Frieda
<font color=darkmagenta>>Das Idealbild von mir, einfach glückliche Mama und Frau zu sein ist eine Phantasie, die nicht mit meiner Persönlichkeitsstruktur zusammenpasst. Das habe ich akzeptiert.</font color>
Liebe Frieda,
danke dafüt.
Erkannt, angenommen, akzeptiert = und doch fühlt es sich, so klar formuliert und gelesen merkwürdig an.
<font color=darkmagenta>>Ein gemütliches zu Hause zu pflegen und vor mich hin zu werkeln schafft MIR keine Zufriedenheit, ich brauche sehr viel "Außen" was mich strukturiert (z.B. meine Arbeit), mir selbst allein soviel Struktur zu geben schaffe ich nicht. Lange hielt ich das für einen Mangel, etwas was an mir nicht "in Ordnung" ist.
Heute sehe ich das anders: ich bin so, wie ich bin und nicht, wie ich mich gerne hätte.</font color>
So klare Worte
.
Auch ich mußte erstmal erkennen, dass mir das Treffen, der Austausch und das Zusammensein mit anderen Menschen,
als meiner Familie, extrem wichtig ist und gut tut.
Für mich ist das "Außen", nicht nur für die Struktur, extrem wichtig.
Mein persönliches Idealbild zu begraben hat gedauert und war auch nicht völlig schmerzfrei.
Aber erleichternd.
Danke für dein Posting Frieda.
Liebe Grüße
Marlene
Re: Danke Frieda ! Re: Ruhe - Unruhe
Sanne, Mittwoch, 25.02.2009, 09:25 (vor 6165 Tagen) @ MarLe
liebe Marle,
dir drücke ich alle daumen, sende gute Gedanken und was sonst helfen kann, damit du das Draußen weiter erleben kannst und es dich stärkt und aufbaut.
Hut ab!
echt gezz.
Sanne
Re: Ruhe - Unruhe
Sanne, Mittwoch, 25.02.2009, 09:23 (vor 6165 Tagen) @ Frieda
liebe Frieda,
nicht umsonst kennen wir uns schon sooooooooooooooolange und ich würde mich richtig freuen, wenn du /ihr noch mal zu uns kommen würdet.
zieht es dich/euch noch mal in diese Richtung?
noch weiss ich zuwenig über mich, um zu wiessen, ob ich nur ein Phantasiebild sehe oder ob es mir tatsächlich entspricht.
meine älteren drei Kinder sind derzeit enorm kräfteraubend, da lerne ich gerade das "Loslassen".
mitunter haben wir nur zwei ,drei Kinder, e sist unglaublich umwieviel leichter das Leben dann ist.
kein Vergleich zu acht, neun , zehn oder mehr an den Wochenenden vor drei, vier Jahren.
wir haben doch schon einen langen Weg zurückgelegt.
ich glaube,diesen Sommer gönne ich mir mindestens.
herzliche Grüße und fühl dich echt geknuddelt.
Sanne
Re: Ruhe - und dann?
Katta, Sonntag, 22.02.2009, 22:24 (vor 6167 Tagen) @ Sanne
Hi Sanne,
ich kenne das Problem genau so wie du es beschreibst.
Auch ich hab jetzt mein Zimmer und hier und da mal ein Stündchen frei.
Trotzdem fällt es mir immer noch schwer, damit etwas anzufangen.
Ich habe lange gebraucht, um mich überhaupt an diese Zeit-für-mich zu gewöhnen.
Die ersten paar Male hatte ich beim Nähen richtig Herzklopfen, als ob ich was verbotenes mache.
Und immer noch höre ich immer mit einem Ohr in Richtung Familie, Türklingel, Telefon - könnte ja sein, daß jemand etwas will.
(Ist leider auch oft)
Es ist nach wie vor nicht so leicht, das mal auszuschalten und mal ganz "egoistisch" nur an mich zu denken.
Jetzt würde ich so gern mal was für meinen Kleiderschrank tun - statt dessen blättere ich in Zeitschriften und Büchern,
überlege mir dies oder das und fange doch nicht an.
Für andere, für die Kinder, für den Haushalt, ist das nicht so schwer.
Da steht eben auch schon ziemlich fest, was gebraucht wird und wie es aussehen bzw. funktionieren muß.
Für die eigenen Projekte (nicht nur nähen) hab ich so viele Ideen, daß ich am liebsten alles gleichzeitig machen würde.
Vielleicht habe ich mich an so viel Freiheit noch nicht gewöhnt?
"Kleine" Projekte gehen aber inzwischen schon: Tasche, Handytasche, Tasche für den Fotoapparat usw., das geht schön schnell
und ich denke nicht immer gleich "schade um den schönen Stoff" wenn es mal nicht so gelungen ist.
Vielleicht dauert es einfach eine Weile, sich an so viel Freiheit zu gewöhnen!?
LG und noch viele schöne "Nur-für-Sanne"-Stunden!
Katta
Re: Ruhe - und dann?
Sanne, Mittwoch, 25.02.2009, 09:15 (vor 6165 Tagen) @ Katta
liebe Katta,
"stattdessen blättere ich in Büchern und zeitschriften"
wie gut ich das kenne.....
Klienigkeiten gehne bei mir noch nicht. Entweder Großprojekt weil es brennt, oder rumlungern.
aber das möchte ich aushalten, so wie ich es schon an euch alle schrieb.
liebe Grüße an dich
Sanne
Re: Ruhe - und dann?
Odille, Sonntag, 22.02.2009, 22:32 (vor 6167 Tagen) @ Sanne
Liebe Sanne,
Könnt ihr damit was anfangen?
nur weil Du danach fragst:
Für mich hört sich das eben nicht so an, als sei die Aufgabe all Deiner ausserhäuslichen Berufs-/Ausbildungswünsche (wobei Du ja schon einen Beruf hast, einen der schwersten, wie ich finde, ich könnte und wollte nicht "nur Hausfrau" sein, das ist nämlich ein 24-Stunden-Knochenjob - was ich damit sagen will: Deine Arbeit ist nicht weniger wert als meine oder die von anderen) eben doch nicht so zielführend für Deine eigene Lebenszufriedenheit.
Ja ich weiss, Du hattest gute Gründe für Deine Entscheidung auch die letzte Ausbildung wieder abzubrechen bzw. nicht anzufangen.
Aber ob das wirklich der Weisheit letzter Schluss für Dich ganz persönliche war? (Es geht nicht darum, was ich dazu denke, sondern darum, wie ich Dich und Deine Zweifel empfinde).
Ist Hausfrau und Mama sein für Dich "alles"?
Wenn ja: Klasse!
Wenn nein: ändere etwas!
Sind beides "richtige" Möglichkeiten und keine davon ist besser oder schlechter. Es kommt allein auf Deine innere Lebenszufriedenheit an. Nicht mehr, nicht weniger.
Herzliche Grüsse, Odille ![[image]](http://bilder23.parsimony.net/forum46830/smiley5.gif alt=winke)
an Odille, Katta, Frieda und Marle
Sanne, Mittwoch, 25.02.2009, 09:11 (vor 6165 Tagen) @ Odille
liebe odille,
für deine Antwort danke ich dir herzlich.
meine innere Lebenszufriedenheit finden, gelingt mir kaum, weil ich fortwährend für "die Familie" da bin.
an vorderster front will ich "helfen" .
momentan lerne ich gerade dies NICHT immer zu tun, sondern abzuwarten, die Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört, zum jeweiligen Menschen selber (ja, auch oder gerade weil ich ihn in die Welt gesetzt habe).
Bisher sah ich mein Heil im außen------eine Art Weglaufen?
ich weiss es nicht.
was will ich? meine Ruhe, aber nicht soviel,dass ich einsam bin,davorfürchte ich mich am meisten, einsam, allein, deprimiert in der Ecke zu hocken
Wütend auf mich selber , weil ich nicht "aufräume".
mein ältester sohn rät mir genau dazu: dies zu spüren und auszuhalten und dann schauen was kommt, aus mir.
ich fühle, dies ist eine weise Idee.
und ein schwerer Brcoken für mich.
aber ich bin stark, auch für mich.
danke euch MMs.
Sanne
Re: sehr weise!
Frieda, Mittwoch, 25.02.2009, 21:54 (vor 6164 Tagen) @ Sanne
Liebe Sanne,
mein ältester sohn rät mir genau dazu: dies zu spüren und auszuhalten und dann schauen was kommt, aus mir.
ich fühle, dies ist eine weise Idee.
und ein schwerer Brcoken für mich.
ja, wirklich weise von so einem jungen Mann. Du kannst stolz auf ihn sein und auf dich natürlich. Nach dem jahrelangen Großfamilienmangmentstress mit den vielen Belastungen Ruhe erstmal erleben und aushalten, das für dich "richtige" Maß finden für so vieles, das braucht seine Zeit und ist nicht einfach. Nimm dir diese Zeit.
Ein Wiedersehen würde uns auch sehr freuen, mal sehen wie wir das terminlich hinbekommen.
LG Frieda