Gönn dir, was dir gut tut, liebe Sanne! (war: Mittwoch ...) (Allgemein)

Schlumpfine, Donnerstag, 05.03.2009, 11:01 (vor 6157 Tagen) @ Sanne

>liebe Rieke, liebe Schlumpfine,
[quote]
wenn ich könnte, wie ich wollte, würd eich heute erstmalig vormittags in die Sauna fahren.
[/quote]

Was konkret hindert dich, liebe Sanne?

Meine Erfahrung ist: Die scheinbar "verlorene" Zeit bei Spiel, Sport und Wellness hole ich locker mehrfach wieder 'rein durch den frischen Kick neuer Antriebskraft und gestärkten Wohlbefindens. Ich habe dann (nach dem Walken oder Schwimmen bzw. nach der Sauna und/oder der Massage) plötzlich Lust mir und meinen Lieben eine saubere, gepflegte Umgebung zu gönnen, gut für uns zu sorgen, lecker und gesund zu kochen etc. Bei mir wirken Bewegung und/oder Wellness wie Vitamine für die Seele und das Argument "keine Zeit" lasse ich deshalb nur noch sehr selten gelten - z. B. wenn ein Kind mit 40°C-Fieber zum Arzt muss oder wenn ganz aktuell ein Rohrbruch die Hütte flutet oder wenn Abgabefristen wichtiger Papiere bedrohlich nahe rücken.

Das steht zwar in krassem Widerspruch zur "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen"-Regel, mit der ich aufgewachsen bin. Bei dem berg aufgeschobener Arbeiten im Messie-Chaos-Haushalt meiner Herkunftsfamilie war es aber leider üblich, dass nie genug Arbeit erledigt war, um den Eindruck einer "verdienten Belohnung" zu erwecken. Also blieb das unbeschwerte Vergnügen, das ich guten Gewissens genießen konnte, meistens auf der Strecke und verschwand im Berg der unerledigten, aufgeschobeen ToDos.

Das Gute an der Hausarbeit sei, dass sie keinen Anfang und kein Ende habe, sagte mir meine (Extrem-Cleanie) Schwiegermutter. Dann könne sie nämlich jederzeit so oft und so lange Pause machen, wie es ihr sinnvoll und richtig erscheine. Das klang in meinen Ohren ähnlich unvertraut wie "Nach dem Putzen ist vor dem Putzen. Es nimmt kein Ende, das ist ganz normal." Meine mit geordneten Haushaltsverhältnissen unvertraute Messie-Phantasie hatte mir immer suggeriert, dass man mit der Hausarbeit irgendwann einmal "fertig werden" und dann Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens finden könnte. Das sei völliger Unsinn, sagte meine SchwieMu mir, wenn sie das so machen würde, hätte sie nie Feierabend. Bestimmte Zeiten seien fürs Arbeiten und andere zur Erholnug wichtig und notwendig. Wenn sie das nicht ganz klar trennen und korrekt einhalten würde, würde entweder ihr Haushalt oder sie selbst unter die Räder kommen. Hiermit wie damit sei keinem gedient.

Ebenso eine Weisheit von ihr war: "Wenn du es ordentlich haben willst, musst du aufräumen. Wenn du es sauber haben willst, musst du putzen. Oder jemand dafür bezahlen. Meckern und bitten hilft nichts. Stabile, regelmäßige Sauberkeit und Ordnung helfen seeehr." Die Hemmungen, etwas auf eine saubere, freie Fläche zu werfen, seien sogar schon bei ganz kleinen Kindern viiieeel größer, als die Hemmungen, etwas auf einen vorhandenen Haufen in einer schmuddeligen Ecke zu werfen. Außerdem sei es viiieeel einfacher, Sauberes sauber zu halten als stark Verschmutztes zu schrubben.

Diese beiden Sichtweisen fand ich sehr erleichternd, weil für mich als Kind aus einem Messie-Haushalt die Vokabeln "einfach" und "sauber halten" bzw. "in Ordnung halten" als Kombination meines aktiven Wortschatzes gar nicht vorgekommen waren. Das war völlig undenkbar und außerhalb meiner Vorstellungskraft. Regelmäßig saubere, ordentliche Räume kannte ich nur von anderen Leuten oder aus dem Fernsehen. Wie man das selbst erstellen und erhalten kann, war mir unbegreiflich und in ich stellte es mir extrem mühsam vor. So wie eine nicht endende, ununterbrochene Folge meiner seltenen und verhassten PA/RA.

Ich kannte nur "einfach hinwerfen" oder "einfach liegenlassen" bzw. "mühsam große Haufen aufräumen" bzw. "mühsam stark verschmutztes schrubben". Und anschließend "fertig sein". Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Und bei der Vorstellung, diese seltene, brutale Anstrengung wiederholen zu müssen, gleich neue Erschöpfung und innere Widerstände. Und das Gefühl, eine Pause, Erholung, Wohltat u.ä. nicht zu verdienen "weil es hier immer so aussieht".

Liebe Sanne, was empfindest du, wenn du dir die Worte "Wenn ich Arbeit und Erholung nicht ganz klar trennen und beides korrekt einhalten würde, würde entweder mein Haushalt oder ich selbst unter die Räder kommen. Hiermit wie damit ist keinem gedient." durchliest und liebevoll hinspürst, was meine Schwiegermutter, diese Extrem-Cleanie und Super-Hausfrau, damit meinen könnte?

>Nun sitze ich hier, war zwei Tage im Kiga einspringen, man merkt es heir, ich bin müde, mir tut der Rücken so weh, Hunger ja, aber keinen Appetit.

Und wenn sie dich im KiGa drei oder vier Tage gebraucht hätten? Würdest du dann jetzt auch zuhause sitzen und die KiGa-Leitung mit "Keine Zeit!" abwimmeln?!?! Glaub'ich nicht ...

Und warum wimmelst du deinen schmerzenden, nach Sauna rufenden Körper so lieblos ab? Ist er weniger wert als die KiGa-Leitung? Im KiGa könnte jede/r aushelfen, liebe Sanne. Deinem Körper und deiner Seele kannst nur du geben, was sie brauchen.

> ich jammere. und das mag ich nicht.

Dein Körper und deine Seele haben jeden Grund sich zu beschweren. Das ist kein grundloses Gejammer, das ist ein berechtigter Hilferuf, finde ich. Ganz ehrlich.

>Kiga war schön, wirklich, das liegt mir so sehr, bekomme wohl auhc was dafür (diesmal).

Wie jetzt?!?! Diesmal!?! Sonst nicht?!?! Wieso das?

>na ja, Tee trinken hilft ja schon.
[quote]frisches Brot ist da, mach ich mir ein Rührei? haben wir überhaupt noch Eier?

echt, ich sollte mich einpacken.
Wünsche mir heute mehr Tatkraft und Elan. Zunächst also Essen.[/i][/quote]
Guten Appetit, liebe Sanne.
Und danach viel Spaß im Schwimmbad oder in der Sauna oder wenigstens in der Badewanne!!!
Das hast du dir verdient!!!

>grüße euch herzlich
[quote]Sanne
[/quote]

Ganz herzliche Grüße zurück von

Schlumpfine (die heute in einem Anfall von Arbeitseifer <a href=9847.htm>die leere Waschküche[/link] sogar ausgefegt und durchgewischt hat. Wenn jetzt wieder mal ein Wäschestück 'runter fällt, kann ich es einfach(!!!) (thx&#64;SchwieMu) trotzdem aufhängen und muss es nicht gleich wieder waschen. [image] *freu* Das hätte ich ohne den Antriebsschub nach dem Schwimmen <a href=9823.htm>vorgestern[/link] nicht geschafft.)


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