Ist mein Sohn ein Messie? (Angehörige)

Suweni, Freitag, 19.07.2013, 09:11 (vor 3947 Tagen)

Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

mamamia, Donnerstag, 08.08.2013, 15:53 (vor 3926 Tagen) @ Suweni

Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?

Hallo Suweni,
dein Text könnte von mir sein. Habe die Tage meinen Sohn (27) vom Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren. Ungern hat er mich mit in seine Wohnung genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es wieder so schlimm aussieht. Er sagt auch immer wieder, dass er aufgeräumt hat, angeblich sogar geputzt, aber es ist alles gelogen. Ich würde mir in der Küche noch nicht mal einen Tee kochen, es ist schrecklich. Wir haben in unregelmäßigen Abständen immer mal gemeinsam aufgeräumt, dass ging dann ein paar Wochen gut und ich weiß, dass er sich dann auch wohl gefühlt hat. Gerade habe ich ihm wieder angeboten zu kommen, was er natürlich nicht will. Er läßt niemand in seine Wohnung, weil er genau weiß, dass es so schlimm aussieht. Nach langer Arbeitslosigkeit ist er nun seit 1 Jahr wieder in fester Anstellung und sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm. Darüber bin ich natürlich auch sehr froh. Mein Mann ist gestorben, als mein Sohn 8 Jahre alt war. Ich denke immer, dass hat ihn aus der Bahn geworfen, er sagt aber, dass er keine Probleme damit hat. In diesem Forum liest man ja sehr viele Beispiele über Messies jeden Alters und Geschlecht. Gibt es denn Hoffnung, dass mein Sohn irgenwann wieder Halt in seinem Leben findet?
Er sieht diese Problematik ja gar nicht ein......als Mutter plagt mich die Verzweiflung, weil ich denke, er kann doch nicht wirklich glücklich sein.

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

suweni, Freitag, 09.08.2013, 07:37 (vor 3926 Tagen) @ mamamia

Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?
Hallo Suweni,
dein Text könnte von mir sein. Habe die Tage meinen Sohn (27) vom Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren. Ungern hat er mich mit in seine Wohnung genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es wieder so schlimm aussieht. Er sagt auch immer wieder, dass er aufgeräumt hat, angeblich sogar geputzt, aber es ist alles gelogen. Ich würde mir in der Küche noch nicht mal einen Tee kochen, es ist schrecklich. Wir haben in unregelmäßigen Abständen immer mal gemeinsam aufgeräumt, dass ging dann ein paar Wochen gut und ich weiß, dass er sich dann auch wohl gefühlt hat. Gerade habe ich ihm wieder angeboten zu kommen, was er natürlich nicht will. Er läßt niemand in seine Wohnung, weil er genau weiß, dass es so schlimm aussieht. Nach langer Arbeitslosigkeit ist er nun seit 1 Jahr wieder in fester Anstellung und sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm. Darüber bin ich natürlich auch sehr froh. Mein Mann ist gestorben, als mein Sohn 8 Jahre alt war. Ich denke immer, dass hat ihn aus der Bahn geworfen, er sagt aber, dass er keine Probleme damit hat. In diesem Forum liest man ja sehr viele Beispiele über Messies jeden Alters und Geschlecht. Gibt es denn Hoffnung, dass mein Sohn irgenwann wieder Halt in seinem Leben findet?
Er sieht diese Problematik ja gar nicht ein......als Mutter plagt mich die Verzweiflung, weil ich denke, er kann doch nicht wirklich glücklich sein....

Hallo mamamia
Es könnten tatsächlich Zwillinge sein :-(. Ich habe die gemeinsamen Aufräumaktionen eigentlich gerne gemacht, weil auch ich gesehen habe, dass er sich dann wohler gefühlt hat. Er hat mich im letzten Jahr sogar selber mal darum gebeten sein Wohnzimmer zu streichen - davon sieht man jetzt nichts mehr.
Auch wenn ich ihm immer wieder versicher, dass mir das "Powerputzen" nichts ausmacht, ich im Gegenteil die Zeit mit ihm alleine gerne verbringe und mal Zeit habe mit ihm in Ruhe zu reden - die Abstände wurden immer größer. Nach seiner letzten Aktion lässt er mich jetzt gar nicht mehr an sich ran. Auf Anrufe reagiert er nicht, Whatts app wird ignoriert. Wenn ich ihn dann doch mal durch Zufall erwische, werden Einladungen zu uns mit Ausreden ausgeschlagen.
Vielleicht hat das ganze Chaos ja tatsächlich mit einem Trauma zu tun, wobei mein Mann und ich uns "nur" getrennt haben. Bis zu dem Schritt war es sicher nicht leicht für unsere Kids, weil ja doch einiges schief gelaufen ist, aber die anderen beiden haben es offensichtlich ganz gut verpackt. Fakt ist, dass mein Großer ein Riesenproblem hat und es selber nicht wahrhaben will. Auch mein Sohn hat nach langem Hin und Her und abgebrochenem Studium einen Ausbildungsplatz gefunden und bisher läuft wohl auch alles rund. Mein jetziger Mann arbeitet in der gleichen Firma und würde hören, wenn irgend etwas wäre.
Die beiden Jungs sind aber eindeutig zu alt um sie an die Hand zu nehmen, oder mit Verboten, Wohnungsentzug oder sonstigen " Strafen" zu kriegen. Die große Frage ist einfach, WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN???? Ich kann mich nicht damit abfinden einfach nur daneben zu stehen und zu sehen, wie er vermüllt. Dafür liebe ich ihn trotz allem viel zu sehr.

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

Andrea Hofmann, Freitag, 09.08.2013, 22:43 (vor 3925 Tagen) @ suweni

Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?
Hallo Suweni,
dein Text könnte von mir sein. Habe die Tage meinen Sohn (27) vom Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren. Ungern hat er mich mit in seine Wohnung genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es wieder so schlimm aussieht. Er sagt auch immer wieder, dass er aufgeräumt hat, angeblich sogar geputzt, aber es ist alles gelogen. Ich würde mir in der Küche noch nicht mal einen Tee kochen, es ist schrecklich. Wir haben in unregelmäßigen Abständen immer mal gemeinsam aufgeräumt, dass ging dann ein paar Wochen gut und ich weiß, dass er sich dann auch wohl gefühlt hat. Gerade habe ich ihm wieder angeboten zu kommen, was er natürlich nicht will. Er läßt niemand in seine Wohnung, weil er genau weiß, dass es so schlimm aussieht. Nach langer Arbeitslosigkeit ist er nun seit 1 Jahr wieder in fester Anstellung und sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm. Darüber bin ich natürlich auch sehr froh. Mein Mann ist gestorben, als mein Sohn 8 Jahre alt war. Ich denke immer, dass hat ihn aus der Bahn geworfen, er sagt aber, dass er keine Probleme damit hat. In diesem Forum liest man ja sehr viele Beispiele über Messies jeden Alters und Geschlecht. Gibt es denn Hoffnung, dass mein Sohn irgenwann wieder Halt in seinem Leben findet?
Er sieht diese Problematik ja gar nicht ein......als Mutter plagt mich die Verzweiflung, weil ich denke, er kann doch nicht wirklich glücklich sein....
Hallo mamamia
Es könnten tatsächlich Zwillinge sein :-(. Ich habe die gemeinsamen Aufräumaktionen eigentlich gerne gemacht, weil auch ich gesehen habe, dass er sich dann wohler gefühlt hat. Er hat mich im letzten Jahr sogar selber mal darum gebeten sein Wohnzimmer zu streichen - davon sieht man jetzt nichts mehr.
Auch wenn ich ihm immer wieder versicher, dass mir das "Powerputzen" nichts ausmacht, ich im Gegenteil die Zeit mit ihm alleine gerne verbringe und mal Zeit habe mit ihm in Ruhe zu reden - die Abstände wurden immer größer. Nach seiner letzten Aktion lässt er mich jetzt gar nicht mehr an sich ran. Auf Anrufe reagiert er nicht, Whatts app wird ignoriert. Wenn ich ihn dann doch mal durch Zufall erwische, werden Einladungen zu uns mit Ausreden ausgeschlagen.
Vielleicht hat das ganze Chaos ja tatsächlich mit einem Trauma zu tun, wobei mein Mann und ich uns "nur" getrennt haben. Bis zu dem Schritt war es sicher nicht leicht für unsere Kids, weil ja doch einiges schief gelaufen ist, aber die anderen beiden haben es offensichtlich ganz gut verpackt. Fakt ist, dass mein Großer ein Riesenproblem hat und es selber nicht wahrhaben will. Auch mein Sohn hat nach langem Hin und Her und abgebrochenem Studium einen Ausbildungsplatz gefunden und bisher läuft wohl auch alles rund. Mein jetziger Mann arbeitet in der gleichen Firma und würde hören, wenn irgend etwas wäre.
Die beiden Jungs sind aber eindeutig zu alt um sie an die Hand zu nehmen, oder mit Verboten, Wohnungsentzug oder sonstigen " Strafen" zu kriegen. Die große Frage ist einfach, WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN???? Ich kann mich nicht damit abfinden einfach nur daneben zu stehen und zu sehen, wie er vermüllt. Dafür liebe ich ihn trotz allem viel zu sehr.

Hallo Suweni,
danke für deine Antwort. Genau das ist das Problem. Wie können wir unseren erwachsenen Söhnen helfen? Als meiner arbeitslos war, war ich bei einer Suchtberatungsstelle, da er die ganze Nacht am Computer spielte und tagsüber geschlafen hat. In dieser Zeit hatte er natürlich auch keine Gedanken an "Ordnung" verschwendet. Bei der Beratungsstelle sagte man mir, er müsste es selber einsehen und Hilfe suchen. Ich habe dann mit seinem Hausarzt gesprochen und dieser hat sich der Problematik angenommen. Mein Sohn hat dann tatsächlich eine Klinik aufgesucht, hauptsächlich um Gewicht zu verlieren (er ist seit einigen Jahren stark übergewichtig) Dort war er für psyschologische Gespräche nicht bereit (er hat ja keine Probleme, sondern eher ich und die anderen) Trotzdem hat ihm die Kur gut getan und er hat neuen Lebensmut gefasst. Als es dann noch mit der Arbeit klappte, hatte ich große Hoffnung, dass nun alles besser wird. Ist ja auch, aber nun hat er natürlich keine Zeit zum Aufräumen. Er wohnt seit 6 Jahren alleine. Anfangs dachte ich immer, er ist halt stinkfaul, hat sein Zimmer zu Hause auch nur unter großem Drängen meinerseits aufgeräumt. Das ist ja aber bei fast allen jungen Menschen so. Ich kann auch mit niemandem, der die Situation wirklich verstehen würde, außer meiner Tochter, darüber reden. Mein Lebensgefährte hat nicht das richtige Gefühl dafür und fühlt sich auch nicht in der Lage, etwas dazu zu sagen. Er hat die Wohnung auch noch nicht gesehen. Keiner aus der Familie. Natürlich ist es mir auch unangenehm. Hast du schon mal mit anderen in diesem Forum geschrieben, ich meine mit Messies die hier dabei sind?
Lieben Gruß

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

suweni, Montag, 12.08.2013, 07:36 (vor 3923 Tagen) @ Andrea Hofmann

Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?
Hallo Suweni,
dein Text könnte von mir sein. Habe die Tage meinen Sohn (27) vom Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren. Ungern hat er mich mit in seine Wohnung genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es wieder so schlimm aussieht. Er sagt auch immer wieder, dass er aufgeräumt hat, angeblich sogar geputzt, aber es ist alles gelogen. Ich würde mir in der Küche noch nicht mal einen Tee kochen, es ist schrecklich. Wir haben in unregelmäßigen Abständen immer mal gemeinsam aufgeräumt, dass ging dann ein paar Wochen gut und ich weiß, dass er sich dann auch wohl gefühlt hat. Gerade habe ich ihm wieder angeboten zu kommen, was er natürlich nicht will. Er läßt niemand in seine Wohnung, weil er genau weiß, dass es so schlimm aussieht. Nach langer Arbeitslosigkeit ist er nun seit 1 Jahr wieder in fester Anstellung und sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm. Darüber bin ich natürlich auch sehr froh. Mein Mann ist gestorben, als mein Sohn 8 Jahre alt war. Ich denke immer, dass hat ihn aus der Bahn geworfen, er sagt aber, dass er keine Probleme damit hat. In diesem Forum liest man ja sehr viele Beispiele über Messies jeden Alters und Geschlecht. Gibt es denn Hoffnung, dass mein Sohn irgenwann wieder Halt in seinem Leben findet?
Er sieht diese Problematik ja gar nicht ein......als Mutter plagt mich die Verzweiflung, weil ich denke, er kann doch nicht wirklich glücklich sein....
Hallo mamamia
Es könnten tatsächlich Zwillinge sein :-(. Ich habe die gemeinsamen Aufräumaktionen eigentlich gerne gemacht, weil auch ich gesehen habe, dass er sich dann wohler gefühlt hat. Er hat mich im letzten Jahr sogar selber mal darum gebeten sein Wohnzimmer zu streichen - davon sieht man jetzt nichts mehr.
Auch wenn ich ihm immer wieder versicher, dass mir das "Powerputzen" nichts ausmacht, ich im Gegenteil die Zeit mit ihm alleine gerne verbringe und mal Zeit habe mit ihm in Ruhe zu reden - die Abstände wurden immer größer. Nach seiner letzten Aktion lässt er mich jetzt gar nicht mehr an sich ran. Auf Anrufe reagiert er nicht, Whatts app wird ignoriert. Wenn ich ihn dann doch mal durch Zufall erwische, werden Einladungen zu uns mit Ausreden ausgeschlagen.
Vielleicht hat das ganze Chaos ja tatsächlich mit einem Trauma zu tun, wobei mein Mann und ich uns "nur" getrennt haben. Bis zu dem Schritt war es sicher nicht leicht für unsere Kids, weil ja doch einiges schief gelaufen ist, aber die anderen beiden haben es offensichtlich ganz gut verpackt. Fakt ist, dass mein Großer ein Riesenproblem hat und es selber nicht wahrhaben will. Auch mein Sohn hat nach langem Hin und Her und abgebrochenem Studium einen Ausbildungsplatz gefunden und bisher läuft wohl auch alles rund. Mein jetziger Mann arbeitet in der gleichen Firma und würde hören, wenn irgend etwas wäre.
Die beiden Jungs sind aber eindeutig zu alt um sie an die Hand zu nehmen, oder mit Verboten, Wohnungsentzug oder sonstigen " Strafen" zu kriegen. Die große Frage ist einfach, WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN???? Ich kann mich nicht damit abfinden einfach nur daneben zu stehen und zu sehen, wie er vermüllt. Dafür liebe ich ihn trotz allem viel zu sehr.
Hallo Suweni,
danke für deine Antwort. Genau das ist das Problem. Wie können wir unseren erwachsenen Söhnen helfen? Als meiner arbeitslos war, war ich bei einer Suchtberatungsstelle, da er die ganze Nacht am Computer spielte und tagsüber geschlafen hat. In dieser Zeit hatte er natürlich auch keine Gedanken an "Ordnung" verschwendet. Bei der Beratungsstelle sagte man mir, er müsste es selber einsehen und Hilfe suchen. Ich habe dann mit seinem Hausarzt gesprochen und dieser hat sich der Problematik angenommen. Mein Sohn hat dann tatsächlich eine Klinik aufgesucht, hauptsächlich um Gewicht zu verlieren (er ist seit einigen Jahren stark übergewichtig) Dort war er für psyschologische Gespräche nicht bereit (er hat ja keine Probleme, sondern eher ich und die anderen) Trotzdem hat ihm die Kur gut getan und er hat neuen Lebensmut gefasst. Als es dann noch mit der Arbeit klappte, hatte ich große Hoffnung, dass nun alles besser wird. Ist ja auch, aber nun hat er natürlich keine Zeit zum Aufräumen. Er wohnt seit 6 Jahren alleine. Anfangs dachte ich immer, er ist halt stinkfaul, hat sein Zimmer zu Hause auch nur unter großem Drängen meinerseits aufgeräumt. Das ist ja aber bei fast allen jungen Menschen so. Ich kann auch mit niemandem, der die Situation wirklich verstehen würde, außer meiner Tochter, darüber reden. Mein Lebensgefährte hat nicht das richtige Gefühl dafür und fühlt sich auch nicht in der Lage, etwas dazu zu sagen. Er hat die Wohnung auch noch nicht gesehen. Keiner aus der Familie. Natürlich ist es mir auch unangenehm. Hast du schon mal mit anderen in diesem Forum geschrieben, ich meine mit Messies die hier dabei sind?
Lieben Gruß

Danke, dass Du mir so ehrlich antwortest. Irgenwie tut es mir gut, dass ich nicht alleine mit dem Problem dastehe und mein Sohn nicht einfach nur ein Chaot ist, aber das hilft unseren Jungs nicht :-(
Am Wochenende konnte ich ausnahmsweise mal mit meiner Mutter vernünftig darüber reden. Seine Wohnung ist im Haus meiner Eltern und bisher habe ich immer nur gehört - Dein Sohn macht..., Dein Sohn hat schon wieder.... - ich kann natürlich nachvollziehen, dass sie den Zustand der Wohnung nicht witzig finden und ich versuche ja auch mein Bestes, aber ich muß ihnen dann auch immer sagen, dass, wenn sie ein Problem mit ihm haben es ihm durchaus selber sagen müssen.
Jetzt kam er wohl mit der Idee - eine Bekannte sucht dringen ein bezahlbares Zimmer und bei ihm wäre doch noch ein Zimmer in der Wohnung frei - meine Mutter hat es sofort geblockt, aber ich habe mal versucht es von der anderen Seite zu sehen. Vielleicht würde es ihm ja auch gut tun, nicht immer alleine zu sein. Er hat es schon mal öfter durchsickern lassen, dass er ziemlich einsam ist, aber von der Idee wieder nach Hause zu ziehen, will er nichts wissen.Also meine ich, es wäre ein Versuch wert. So könnte man ihn zu einer Grundreinigung der Wohnung "zwingen" und eine Probezeit vereinbaren, in der die Dame sich beweisen kann. Oder sehe ich das falsch?
Liebe Grüße

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

Wolfram, Montag, 12.08.2013, 22:10 (vor 3922 Tagen) @ suweni

hallo,

Scheidungen sind öfter ein Grund, Messie zu werden. Der Junge sieht, dass die bisherige Welt für ihn nicht mehr in Ordnung ist. Warum soll er Ordnung machen, wenn die Eltern, die er beide liebt, eine solche Unordnung in ihr Leben bringen (aus Sicht des Jungen). Einen Tod kann man nicht ändern, aber ist ihm das entsprechend erklärt worden? Ist der Grund der Scheidung in aller Ausführlichkeit und ohne Anklage erklärt worden, so dass er das nachvollziehen kann? Dann könnte er die Scheidung vielleicht akzeptieren.
Die Dame ins Haus zu holen, halte ich aus dieser Sicht für richtig, aber sie muß garnichts beweisen. Und er muß auch nichts beweisen. Wenn er Kontakte, Gespräche ablehnt, dann nur, weil er schon weiß, was er zu hören bekommt, nämlich nur Anklagen, Beschwerden. Er fühlt sich dann von Euch nicht angenommen, er soll die Wohnung so herrichten, wie ihr sie haben wollt. Wessen Wohnung ist das denn? Wie wäre es z.B. wenn ihr fragen würdet, wo ihr sitzen könnt, wenn ihr kommt. Und lasst ihn den Tee kochen, wenn ihr das nicht wollt. Er wird das schon hinbekommen, dass ihr am Tisch Tee trinken könnt.

viele Grüße
Messie Wolfram

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

mamamia, Dienstag, 13.08.2013, 16:52 (vor 3921 Tagen) @ Wolfram

hallo,
Scheidungen sind öfter ein Grund, Messie zu werden. Der Junge sieht, dass die bisherige Welt für ihn nicht mehr in Ordnung ist. Warum soll er Ordnung machen, wenn die Eltern, die er beide liebt, eine solche Unordnung in ihr Leben bringen (aus Sicht des Jungen). Einen Tod kann man nicht ändern, aber ist ihm das entsprechend erklärt worden? Ist der Grund der Scheidung in aller Ausführlichkeit und ohne Anklage erklärt worden, so dass er das nachvollziehen kann? Dann könnte er die Scheidung vielleicht akzeptieren.
Die Dame ins Haus zu holen, halte ich aus dieser Sicht für richtig, aber sie muß garnichts beweisen. Und er muß auch nichts beweisen. Wenn er Kontakte, Gespräche ablehnt, dann nur, weil er schon weiß, was er zu hören bekommt, nämlich nur Anklagen, Beschwerden. Er fühlt sich dann von Euch nicht angenommen, er soll die Wohnung so herrichten, wie ihr sie haben wollt. Wessen Wohnung ist das denn? Wie wäre es z.B. wenn ihr fragen würdet, wo ihr sitzen könnt, wenn ihr kommt. Und lasst ihn den Tee kochen, wenn ihr das nicht wollt. Er wird das schon hinbekommen, dass ihr am Tisch Tee trinken könnt.
viele Grüße
Messie Wolfram
Hallo Wolfram,
ist es deiner Meinung nach das Beste, alles so zu akzeptieren wie es ist?
Ich bin kein Freund von "schön reden". Kann nicht sagen, alles ist prima, wenn es nicht so ist. Mein Sohn will bis heute nicht über den Tod seines Vaters reden. Ich habe alles versucht, ebenso wie neutrale Personen. Er hat nie geweint, nicht bei mir. Ich habe Therapien gemacht, mehr für meine Kinder als für mich, aber mein Sohn ist in diesem Thema wie versteinert. Er ist ein guter Schauspieler, sagt immer das, was die Leute hören wollen. Bilde ich mir als Mutter nur ein, ihn besser zu kennen? Ist es falsch gelebte Liebe, wenn ich ihm in Notsituationen zur Seite stehe und er mich danach wieder verstößt? Das macht traurig und ratlos. Bin ich egoistisch?
Sollte ich wieder die Gelegenheit haben, zu ihm kommen zu dürfen, werde ich deinen Rat mit dem Tee annehmen.
Danke für deine Zeilen.
Gruß Andrea

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

Wolfram, Mittwoch, 14.08.2013, 20:10 (vor 3920 Tagen) @ mamamia

Hallo Wolfram,
ist es deiner Meinung nach das Beste, alles so zu akzeptieren wie es ist?
Ich bin kein Freund von "schön reden". Kann nicht sagen, alles ist prima, wenn es nicht so ist. Mein Sohn will bis heute nicht über den Tod seines Vaters reden. Ich habe alles versucht, ebenso wie neutrale Personen. Er hat nie geweint, nicht bei mir. Ich habe Therapien gemacht, mehr für meine Kinder als für mich, aber mein Sohn ist in diesem Thema wie versteinert. Er ist ein guter Schauspieler, sagt immer das, was die Leute hören wollen. Bilde ich mir als Mutter nur ein, ihn besser zu kennen? Ist es falsch gelebte Liebe, wenn ich ihm in Notsituationen zur Seite stehe und er mich danach wieder verstößt? Das macht traurig und ratlos. Bin ich egoistisch?
Sollte ich wieder die Gelegenheit haben, zu ihm kommen zu dürfen, werde ich deinen Rat mit dem Tee annehmen.
Danke für deine Zeilen.
Gruß Andrea

hallo Andrea,

das ist sicherlich recht schwierig. In Grenzen wird es zunächst am Besten sein, alles zu akzeptieren. Der Tod des Vaters macht ihm zu schaffen. Ein möglicher Gedankengang wäre: warum soll ich mich anstrengen, aufzuräumen, wenn das Leben doch so kurz ist.
Du brauchst auch nicht schönzureden, sondern es hinnehmen und von anderen Sachen sprechen, etwas Schönes.
Mein Vater hat öfter gesagt, ein Junge weint nicht und ich habe das nach Möglichkeit unterdrückt. Jetzt weiß ich, ich darf weinen, auch wenn es für andere nicht so schön ist. Das ist mein Gefühl und nicht der anderen. Mein Vater hat mir gesagt, dass meine Schwester bei der Beerdigung meiner Mutter nicht geweint hat. Was geht ihn denn das an, wie meine Schwester ihre Gefühle lebt.
Ich sage auch am liebsten das, was die Leute hören wollen, dann gibt es keinen Streit und die Leute erkennen mich an. Jetzt weiß ich, dass das verkehrt war wie so vieles in meinem Leben. Jetzt äußere ich meine Meinung, sofern das zugelassen wird. Ist leider nicht immer der Fall.
Was eine Notsituation ist, ist hier wohl Ansichtssache.
Für Deinen Sohn ist Anerkennung wichtiger als eine ordentliche Wohnung.

viele Grüße
Wolfram (Messie)

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

mamamia, Donnerstag, 15.08.2013, 11:51 (vor 3920 Tagen) @ Wolfram


Hallo Wolfram,
ist es deiner Meinung nach das Beste, alles so zu akzeptieren wie es ist?
Ich bin kein Freund von "schön reden". Kann nicht sagen, alles ist prima, wenn es nicht so ist. Mein Sohn will bis heute nicht über den Tod seines Vaters reden. Ich habe alles versucht, ebenso wie neutrale Personen. Er hat nie geweint, nicht bei mir. Ich habe Therapien gemacht, mehr für meine Kinder als für mich, aber mein Sohn ist in diesem Thema wie versteinert. Er ist ein guter Schauspieler, sagt immer das, was die Leute hören wollen. Bilde ich mir als Mutter nur ein, ihn besser zu kennen? Ist es falsch gelebte Liebe, wenn ich ihm in Notsituationen zur Seite stehe und er mich danach wieder verstößt? Das macht traurig und ratlos. Bin ich egoistisch?
Sollte ich wieder die Gelegenheit haben, zu ihm kommen zu dürfen, werde ich deinen Rat mit dem Tee annehmen.
Danke für deine Zeilen.
Gruß Andrea
hallo Andrea,
das ist sicherlich recht schwierig. In Grenzen wird es zunächst am Besten sein, alles zu akzeptieren. Der Tod des Vaters macht ihm zu schaffen. Ein möglicher Gedankengang wäre: warum soll ich mich anstrengen, aufzuräumen, wenn das Leben doch so kurz ist.
Du brauchst auch nicht schönzureden, sondern es hinnehmen und von anderen Sachen sprechen, etwas Schönes.
Mein Vater hat öfter gesagt, ein Junge weint nicht und ich habe das nach Möglichkeit unterdrückt. Jetzt weiß ich, ich darf weinen, auch wenn es für andere nicht so schön ist. Das ist mein Gefühl und nicht der anderen. Mein Vater hat mir gesagt, dass meine Schwester bei der Beerdigung meiner Mutter nicht geweint hat. Was geht ihn denn das an, wie meine Schwester ihre Gefühle lebt.
Ich sage auch am liebsten das, was die Leute hören wollen, dann gibt es keinen Streit und die Leute erkennen mich an. Jetzt weiß ich, dass das verkehrt war wie so vieles in meinem Leben. Jetzt äußere ich meine Meinung, sofern das zugelassen wird. Ist leider nicht immer der Fall.
Was eine Notsituation ist, ist hier wohl Ansichtssache.
Für Deinen Sohn ist Anerkennung wichtiger als eine ordentliche Wohnung.
viele Grüße
Wolfram (Messie)
Hallo Wolfram,
ja, die Annerkennung und Lob......damit bin ich immer sehr sparsam umgegangen, dass hat mir meine Tochter (25) die Tage noch gesagt. Vielleicht war alles situationsbedingt, es lässt sich nichts aus der Vergangenheit ändern. Ich werde mich bemühen, das Anzuerkennen, was wichtig für meinen Sohn ist. Mein Gott, er ist 27Jahre alt und ich meine immer noch, ihm ständig irgendwas sagen zu müssen, ihn auszufragen usw. Ist doch klar, dass er da keinen Bock drauf hat. Danke, dass du mir schreibst.
Ich denke viel über mein Verhalten nach, aber natürlich brauche ich Zeit zu verstehen und mein Verhalten zu ändern. Ich wünsche mir ein Gespräch mit meinen Kindern um alles aufzuarbeiten. Sich nichts vorwerfen......jeder soll dem anderen zuhören und verstehen......dazu sind sie noch nicht bereit.
Ich glaube, die meisten Menschen lernen erst im Laufe des Lebens ihre persönliche Meinung zu vertreten. Das ist auch nicht immer leicht. Aber es macht dich zufrieden, wenn du zu dem stehst was du sagst und fühlst. Solange wir leben, können wir immer nur dazu lernen. Das macht das Leben schön und lebenswert, auch wenn es nicht immer so zu sein scheint.
Dein Vater hat es sicher nicht als Vorwurf gesagt, dass deine Schwester nicht geweint hat, sondern verwundert oder aus Sorge. Das Männer zu ihren Söhnen sagen, ein Junge weint nicht, sollte alsbald aus der Welt geschafft werden.
Gruß Andrea

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

Wolfram, Donnerstag, 15.08.2013, 16:34 (vor 3919 Tagen) @ mamamia

Hallo Wolfram,
ja, die Annerkennung und Lob......damit bin ich immer sehr sparsam umgegangen, dass hat mir meine Tochter (25) die Tage noch gesagt. Vielleicht war alles situationsbedingt, es lässt sich nichts aus der Vergangenheit ändern. Ich werde mich bemühen, das Anzuerkennen, was wichtig für meinen Sohn ist. Mein Gott, er ist 27Jahre alt und ich meine immer noch, ihm ständig irgendwas sagen zu müssen, ihn auszufragen usw. Ist doch klar, dass er da keinen Bock drauf hat. Danke, dass du mir schreibst.
Ich denke viel über mein Verhalten nach, aber natürlich brauche ich Zeit zu verstehen und mein Verhalten zu ändern. Ich wünsche mir ein Gespräch mit meinen Kindern um alles aufzuarbeiten. Sich nichts vorwerfen......jeder soll dem anderen zuhören und verstehen......dazu sind sie noch nicht bereit.
Ich glaube, die meisten Menschen lernen erst im Laufe des Lebens ihre persönliche Meinung zu vertreten. Das ist auch nicht immer leicht. Aber es macht dich zufrieden, wenn du zu dem stehst was du sagst und fühlst. Solange wir leben, können wir immer nur dazu lernen. Das macht das Leben schön und lebenswert, auch wenn es nicht immer so zu sein scheint.
Dein Vater hat es sicher nicht als Vorwurf gesagt, dass deine Schwester nicht geweint hat, sondern verwundert oder aus Sorge. Das Männer zu ihren Söhnen sagen, ein Junge weint nicht, sollte alsbald aus der Welt geschafft werden.
Gruß Andrea

hallo Andrea,

das dauert sehr lange, bis man sich ändert. Das geht auch nicht plötzlich, sondern langsam lerne ich immer etwas dazu. Ich habe auch rausbekommen, dass es kein Ende gibt. Das Schlechte ist, dass weder Du noch Dein Sohn weiß, ob und wiefern eine Änderung beim Anderen eingetreten ist. Dafür weiß ich auch noch keine Lösung. Ich denke aber, dass sich das mit der Zeit geben wird, aber keine Wunder erwarten.
Denke auch mal darüber nach, wie Du zu Deiner Einstellung gekommen bist, die Du an Deine Kinder weitergibst.

viele Grüße
Wolfram

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

mamamia, Mittwoch, 14.08.2013, 16:49 (vor 3920 Tagen) @ suweni


Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?
Hallo Suweni,
dein Text könnte von mir sein. Habe die Tage meinen Sohn (27) vom Krankenhaus abgeholt und nach Hause gefahren. Ungern hat er mich mit in seine Wohnung genommen. Ich hatte nicht erwartet, dass es wieder so schlimm aussieht. Er sagt auch immer wieder, dass er aufgeräumt hat, angeblich sogar geputzt, aber es ist alles gelogen. Ich würde mir in der Küche noch nicht mal einen Tee kochen, es ist schrecklich. Wir haben in unregelmäßigen Abständen immer mal gemeinsam aufgeräumt, dass ging dann ein paar Wochen gut und ich weiß, dass er sich dann auch wohl gefühlt hat. Gerade habe ich ihm wieder angeboten zu kommen, was er natürlich nicht will. Er läßt niemand in seine Wohnung, weil er genau weiß, dass es so schlimm aussieht. Nach langer Arbeitslosigkeit ist er nun seit 1 Jahr wieder in fester Anstellung und sein Chef ist sehr zufrieden mit ihm. Darüber bin ich natürlich auch sehr froh. Mein Mann ist gestorben, als mein Sohn 8 Jahre alt war. Ich denke immer, dass hat ihn aus der Bahn geworfen, er sagt aber, dass er keine Probleme damit hat. In diesem Forum liest man ja sehr viele Beispiele über Messies jeden Alters und Geschlecht. Gibt es denn Hoffnung, dass mein Sohn irgenwann wieder Halt in seinem Leben findet?
Er sieht diese Problematik ja gar nicht ein......als Mutter plagt mich die Verzweiflung, weil ich denke, er kann doch nicht wirklich glücklich sein....
Hallo mamamia
Es könnten tatsächlich Zwillinge sein :-(. Ich habe die gemeinsamen Aufräumaktionen eigentlich gerne gemacht, weil auch ich gesehen habe, dass er sich dann wohler gefühlt hat. Er hat mich im letzten Jahr sogar selber mal darum gebeten sein Wohnzimmer zu streichen - davon sieht man jetzt nichts mehr.
Auch wenn ich ihm immer wieder versicher, dass mir das "Powerputzen" nichts ausmacht, ich im Gegenteil die Zeit mit ihm alleine gerne verbringe und mal Zeit habe mit ihm in Ruhe zu reden - die Abstände wurden immer größer. Nach seiner letzten Aktion lässt er mich jetzt gar nicht mehr an sich ran. Auf Anrufe reagiert er nicht, Whatts app wird ignoriert. Wenn ich ihn dann doch mal durch Zufall erwische, werden Einladungen zu uns mit Ausreden ausgeschlagen.
Vielleicht hat das ganze Chaos ja tatsächlich mit einem Trauma zu tun, wobei mein Mann und ich uns "nur" getrennt haben. Bis zu dem Schritt war es sicher nicht leicht für unsere Kids, weil ja doch einiges schief gelaufen ist, aber die anderen beiden haben es offensichtlich ganz gut verpackt. Fakt ist, dass mein Großer ein Riesenproblem hat und es selber nicht wahrhaben will. Auch mein Sohn hat nach langem Hin und Her und abgebrochenem Studium einen Ausbildungsplatz gefunden und bisher läuft wohl auch alles rund. Mein jetziger Mann arbeitet in der gleichen Firma und würde hören, wenn irgend etwas wäre.
Die beiden Jungs sind aber eindeutig zu alt um sie an die Hand zu nehmen, oder mit Verboten, Wohnungsentzug oder sonstigen " Strafen" zu kriegen. Die große Frage ist einfach, WIE KÖNNEN WIR IHNEN HELFEN???? Ich kann mich nicht damit abfinden einfach nur daneben zu stehen und zu sehen, wie er vermüllt. Dafür liebe ich ihn trotz allem viel zu sehr.
Hallo Suweni,
danke für deine Antwort. Genau das ist das Problem. Wie können wir unseren erwachsenen Söhnen helfen? Als meiner arbeitslos war, war ich bei einer Suchtberatungsstelle, da er die ganze Nacht am Computer spielte und tagsüber geschlafen hat. In dieser Zeit hatte er natürlich auch keine Gedanken an "Ordnung" verschwendet. Bei der Beratungsstelle sagte man mir, er müsste es selber einsehen und Hilfe suchen. Ich habe dann mit seinem Hausarzt gesprochen und dieser hat sich der Problematik angenommen. Mein Sohn hat dann tatsächlich eine Klinik aufgesucht, hauptsächlich um Gewicht zu verlieren (er ist seit einigen Jahren stark übergewichtig) Dort war er für psyschologische Gespräche nicht bereit (er hat ja keine Probleme, sondern eher ich und die anderen) Trotzdem hat ihm die Kur gut getan und er hat neuen Lebensmut gefasst. Als es dann noch mit der Arbeit klappte, hatte ich große Hoffnung, dass nun alles besser wird. Ist ja auch, aber nun hat er natürlich keine Zeit zum Aufräumen. Er wohnt seit 6 Jahren alleine. Anfangs dachte ich immer, er ist halt stinkfaul, hat sein Zimmer zu Hause auch nur unter großem Drängen meinerseits aufgeräumt. Das ist ja aber bei fast allen jungen Menschen so. Ich kann auch mit niemandem, der die Situation wirklich verstehen würde, außer meiner Tochter, darüber reden. Mein Lebensgefährte hat nicht das richtige Gefühl dafür und fühlt sich auch nicht in der Lage, etwas dazu zu sagen. Er hat die Wohnung auch noch nicht gesehen. Keiner aus der Familie. Natürlich ist es mir auch unangenehm. Hast du schon mal mit anderen in diesem Forum geschrieben, ich meine mit Messies die hier dabei sind?
Lieben Gruß
Danke, dass Du mir so ehrlich antwortest. Irgenwie tut es mir gut, dass ich nicht alleine mit dem Problem dastehe und mein Sohn nicht einfach nur ein Chaot ist, aber das hilft unseren Jungs nicht :-(
Am Wochenende konnte ich ausnahmsweise mal mit meiner Mutter vernünftig darüber reden. Seine Wohnung ist im Haus meiner Eltern und bisher habe ich immer nur gehört - Dein Sohn macht..., Dein Sohn hat schon wieder.... - ich kann natürlich nachvollziehen, dass sie den Zustand der Wohnung nicht witzig finden und ich versuche ja auch mein Bestes, aber ich muß ihnen dann auch immer sagen, dass, wenn sie ein Problem mit ihm haben es ihm durchaus selber sagen müssen.
Jetzt kam er wohl mit der Idee - eine Bekannte sucht dringen ein bezahlbares Zimmer und bei ihm wäre doch noch ein Zimmer in der Wohnung frei - meine Mutter hat es sofort geblockt, aber ich habe mal versucht es von der anderen Seite zu sehen. Vielleicht würde es ihm ja auch gut tun, nicht immer alleine zu sein. Er hat es schon mal öfter durchsickern lassen, dass er ziemlich einsam ist, aber von der Idee wieder nach Hause zu ziehen, will er nichts wissen.Also meine ich, es wäre ein Versuch wert. So könnte man ihn zu einer Grundreinigung der Wohnung "zwingen" und eine Probezeit vereinbaren, in der die Dame sich beweisen kann. Oder sehe ich das falsch?
Liebe Grüße
Hallo Suweni,
ich finde es eine sehr gute Idee mit der Bekannten. Vielleicht sieht sie die Dinge mit anderen Augen als du und deine Mutter und bringt etwas Schwung in das Leben deines Sohnes. Ich glaube schon, dass unsere Söhne ein Problem mit dem selbst-wert haben, weshalb sie keinen Bezug zu den Dingen haben, die so alle in der Wohnung rum liegen. Sie sehen und bewerten es einfach nicht. Man sagt nicht umsonst-innen wie aussen- Ich meine, ihr Chaos im Außen ist ähnlich dem Chaos ihrer inneren Welt. Vielleicht denke aber auch ich viel zu kompliziert. Es wäre schön, wenn deine Mutter zustimmt. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert. Viel Glück und Erfolg
Gruß Andrea

Re: Ist mein Sohn ein Messie?

Urlaub1, Freitag, 09.08.2013, 17:43 (vor 3925 Tagen) @ Suweni

Hallo du,

ja würde ich mal sagen, wenn es so schlimm ist, dass man immer !!! abgewimmelt wird, ist bei ner Bekannten auch so bei uns, die sagt dann immer !!! ich komm auch runter, kein Prob, durch Zufall sahen wir wie es aussieht, wo man Hund wieder holen wollte, schaffte sies ned beizeit runter, derjenige stand schon vor der Tür, obwohl nix sieht, alles gemerkt, auch dass überall so viel rumstand, die war früher das volle Gegenteil, volle Kanne, weiß ich selbst.

Geholfen hast ja jetzt, nun jmuss derjenige Stück um Stück dahin eingelernt werden wie man alles wieder arrangiert.

Viel Glück wünscht der Urlaub1, nun aber mächtig schnell ins Ortszentrum noch was holen.

LG und schönes sonniges wE Urlaub1


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Mein Sohn, 23, hat eine eigene Wohnung. Wann immer ich dort hin komme, fertigt er mich an der Wohnungstüre ab. Wenn ich es doch mal schaffe, in die Wohnung zu kommen, ist sie total zugemüllt. Pizzakartons stehen rum, selbst auf der Couch stehen Teller mit und ohne Essensreste, leere Flaschen sammelt er neben der Couch, auf der Spüle steht benutztes Geschirr, so dass man nicht mal mehr die Arbeitsplatte erkennen kann ( die Spülmaschine, die ich ihn geschenkt habe steht seit fast 1 Jahr unangeschlossen in der Küche - sämtliche Hilfsangebote diese doch gängig zu machen leht er ab), im Schlafzimmer liegt überall Wäsche - man kann nicht erkennen, ob benutz, oder bereits gewaschen, sein Bett bezieht er gar nicht mehr, das Bad ist in einem kläglichen Zustand.
Ich habe ihm mehrfach angeboten ihm beim Aufräumen zu helfen. Das hat auch bisher zögerlich, aber irgendwann dann doch geklappt. Er hat bei der Gelegenheit immer prima mitgeholfen. Den letzten Termin hat er aber kurzfristig abgesagt, weil er alleine alles schon aufgeräumt hat. Er hat mir am Telefon detailliert erklärt, was er gemacht hat. Als ich ihn nach der Wäsche gefragt habe, hat er auch gesagt, die hätte er bereits fertig. Gestern bin ich dann durch Zufall doch bei ihm in der Wohnung gewesen - was ihn sehr verärgert hat - und habe gesehen, dass er NICHTS gemacht hat. Mich hat fast der Schlag getroffen.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Was kann ich für ihn tun?

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