Familie meiner Tochter zerbricht am Messie-Syndrom (Angehörige)

Siggi, Montag, 30.09.2013, 12:42 (vor 3874 Tagen)

Viele Jahre haben wir wahrscheinlich die Augen verschlossen, dass unsere Tochter am Messie-Syndrom erkrankt ist. Alles was wir bisher darüber gelesen habe, trifft 100 %-ig zu.
Unsere Tochter ist verheiratet und hat 2 minderjährige Kinder im pupertären Alter. Die ältere Enkelin (16 J.) hat nun auch aufgrund von Erziehungsproblemen Alarm geschlagen und sich unter anderem dahingehend geäußert, dass sie nicht mehr auf einer Müllhalde leben will. Es schwebte ihr allerdings vor, bei einer Freundin zu wohnen. Da beide Kinder im vergangen Schuljahr sitzengeblieben sind - würde sich die Enkeltochter wahrscheinlich jeglicher Aufsicht entziehen. Denn unsere Tochter hat gottseidank wohl in dieser Hinsicht noch immer "etwas" Augenmerk auf die Kinder. Der Schwiegersohn, der selbstständig ist, kommt meist alle 14 Tage nach Hause und auch nur wegen der Kinder. Ein Leben im eigenen Haus ist ihm unerträglich (Schlafzimmer, Küche und viele weitere Räume sind total zugestellt und teilweise auch vermüllt). Die einzigen Räumlichkeiten, die noch annehmbar sind, ist der Flur und das Wohnzimmer.
Nun droht alles zu einem Scherbenhaufen zu werden. Jegliche Hilfe unsererseits lehnte unsere Tochter ab und nachdem wir sie auf die ganze Problematik angesprochen haben, hat nun auch den Kontakt zu uns abgebrochen.
Der Enkeltochter haben wir angeboten, dass sie vorübergehend bei uns wohnen kann -aber dass will sie noch nicht annehmen (sie hat wohl auch angst, dass wir damit überfordert sind - was wahrscheinlich auch so wäre).
Der Enkelsohn verhält sich uns gegenüber ebenfalls verschlossen. Er ist in seiner Freizeit meist mit Freunden zusammen und wie wir gehört haben, schläft er auch an den Wochenenden meist dort.
Normalerweise müßte das Jugendamt eingeschaltet werden, da der Zustand für die Kinder untragbar ist und diese auch schon in ihren Zimmern keine Ordnung halten (sagte uns der Schwiegersohn). Mein Schwiegersohn kommt auch nicht mehr an unsere Tochter heran. Er hat jetzt auch Trennungsgedanken. Wenn er kommt, schläft er schon viele Jahre im Wohnzimmer, weil ihm ein Schlafen im Schlafzimmer nicht möglich ist (alles nur ein Durcheinander). Aber das haben wir auch jetzt erst erfahren.
Unsere Tochter hat wohl auf Anraten einer Erziehungsberatungsstelle einen Termin bei einem Psychotherapeuten wahrgenommen. Aber mehr wissen wir auch nicht.
Wir sind auch ganz verzweifelt und können das alles nicht verstehen.
Auf der einen Seite unsere Tochter, die ein liebenswerter Mensch ist. Dann die Enkelkinder, die der Situation hilflos ausgesetzt sind... und der Schweigersohn, der mit ansehen muss, wie alles zerbricht und er keinen Einfluß nehmen kann.
Gibt es denn keinen Weg aus dieser Misere? Was können wir machen?
Wir sind ganz verzweifelt. Auch unser Rentnerleben hat sich durch die Situation schon sehr verändert und die Lebensfreude ist verloren gegangen.
Wer hat es geschafft? Wer kann uns raten, was wir tun können?
Danke für jeden Tipp.
Siggi


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