Re: Die zweite Stunde (Gedanken zur Eigenständigkeit beim Arbeiten) (Allgemein)

Anke, Dienstag, 05.08.2008, 10:45 (vor 6366 Tagen) @ Johanna2

Hallo Johanna,

toll, wie produktiv Du schon warst! Ich dümple hier noch mit ein paar mickrigen Sätzchen vor mich hin

Mögt ihr es, Dinge allein zu tun?
Gibt es euch Kraft?

Kommt darauf an, was es ist. Gerade die Arbeit an der Diss. bedeutet viel einsame Arbeit am Schreibtisch; Austausch darüber gibt es wenig, weil natürlich niemand über das gleiche Thema forscht wie man selbst. Da macht es mir schon Spaß, alleine vor mich hin zu arbeiten. Auch mein Studium und die Examensvorbereitung (die bei uns üblicherweise in Gruppen stattfinden sollte) habe ich weitgehend eigenverantwortlich durchgezogen.
Allerdings habe ich gemerkt, dass die Umstellung Anfang des Jahres sehr schwer war - von der Ausbildung zur Pfarrerin, wo man immer mit vielen Menschen zu tun hat - hin zur Arbeit am Schreibtisch. Ich hatte mich sehr schnell an die permanente Teamarbeit in allen Bereichen gewöhnt, bin aber jetzt in meinem Tun freier - es interessiert niemanden, ob ich morgens um 7 Uhr an den Schreibtisch krieche oder erst um 10. Das ist einerseits gut, weil ich mich nach meinen eigenen Befindlichkeiten richten kann, andererseits erfordert es auch über einen längeren Zeitraum in hohes Maß an Disziplin.
.

Die Frage ist: Wieviel anderes Leben/anderes Chaos lade ich in mein Leben ein? Ich will mich nicht abschotten, sondern ich will für mich die richtige Grenze finden. Mich abgrenzen können.

Anderes Leben muss in geringem Umfang sein, wenn man darunter soziale Kontakte versteht. Ich habe inzwischen zwar für mich entschieden, dass meine Arbeit Vorrang hat, aber ohne Kontakte leben kann ich trotzdem nicht. Wie Du schon schreibst: Auf das richtige Maß kommt es an.
Aif anderes Chaos kann ich allerdings gut verzichten. Ich bin für mein eigenes Chaos verantwortlich (das ich im Moment einigermaßen gut im Griff habe), aber nicht für das anderer Leute. Natürlich lässt sich anderes Chaos nicht immer ganz ausblenden, aber darunter leidet dann die Arbeit - im Gegensatz zum "anderen Leben", das eher produktiv wirkt bzw. wirken kann.

Soweit meine Gedanken dazu - und jetzt wieder weiterdümpeln!
Anke


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