Besitz belastet (Allgemein)

Sakem, Donnerstag, 21.08.2008, 08:09 (vor 6353 Tagen) @ Sabine

Hallo,

jetzt habe ich erst mal den Film überschlafen.
Wir haben ihn aufgezeichnet und werden ihn in der SHG gemeinsam ansehen
und darüber reden.
Ich finde es gut, dass diese Thematik mal in einem Spielfilm aufgegriffen wird
und in der Gesellschaft so seinen Platz bekommt.
Neben "Sieben Mulden und eine Leiche" ist es wohl erst der zweite Film,
der sich mit dieser Thematik befasst ( so weit ich informiert bin).
Das finde ich gut.
Ich habe mich in vielen Passagen wiedererkannt.
Es gab einige Parallelen.
.
Gut fand ich zu sehen, wie sich der Mess ausbreitete.
Die langsamen Veränderungen im Flur, auf ihrer Couch oder in der Küche waren gut dargestellt.
Einerseits der Perfektionismus (Fliesen mit der Zahnbürste und Steckdosen mit Ohrreinigern putzen)
und andererseits die völlige Ohnmacht dem Müll (Fliegen) gegenüber.
"Fundstücke" Dinge von der Straße mitnehmen kenne ich nur von früheren Zeiten,
als es hier in der Stadt noch den Sperrmüll gab. Aber da haben alle gesammelt.
Gut fand ich, dass der Tod der Mutter, die Verletzung vom Mann als Trennungsverluste
deutlich wurden.
Und der Vater mit Stiefmutter ihr ihren Beziehungsersatz mutwillig entsorgt haben.
Sie wurde ins Bad eingesperrt. War doch klar, dass sie ihre "Schätzte" wieder
aus der Tonne holen musste, um nicht irre zu werden.
Die ungepflegten, fettigen Haare fielen mir auch auf.
.
Wie hätten sich die beteiligten Personen verhalten können,
um ihr wirklich und rechtzeitig zu helfen?
Der Hotelchef?
Die Kolleginnen?
Die Lehrer?
Die Nachbarin?
Der Bruder? Hatte er einen eigenen Mess im Keller?
Der Hausmeister?
Ihr Vater und die Stiefmutter? Da klang es etwas an.
Sie hatte sich Gespräch nach dem Tod der Mutter gewünscht.
Trauerarbeit über den plötzlichen Unfalltod.
Nicht sofort neuen Ersatzmütter. Die Flucht des Vaters in den Urlaub.
Geld als Trost.
Die Tochter. Die Co-Abhängikeit!!! Grausam.
Es gibt noch viel zu wenig Angehörigengruppen in den SHG.
wie hätte Ellen echt geholfen werden können?
Die Lüge, die Scham, die Angst, die Verzweiflung kamen ansatzweise gut raus.
Der Mess kostet Geld. Und wenn es für den Schlüsseldienst ist.
.
Wie schlecht können Menschen sein? Die geschwängerte Nachbarin entbindet
das Kind in der Wohnung der betrogenen Ehefrau. Hat sie gar kein Gewissen.
Wie kan man eine "heile Familie" zerstören? Verheiratete Männer sind tabu?!
Auch wenn es in der Ehe gekriselt hat, ist es kein Grund dort einzubrechen
und die Familie dadurch zu zerstören. Und dann noch Tür an Tür.
Ein großes Bild vom Ultraschall... Das tat weh.
Das Bemühen des Vaters sich bei seiner Tochter wieder einzuschmeicheln:
Geburtstagsfeier und geschmücktes Fahrrad.
Er konnte gar nicht verstehen, warum sie die Babykleidung vom Halbbruder zerschnitten hat.
Wie wenig einfühlsam er doch war.
Mir gehen noch mehr Sachen durch den Kopf.
In einem Gespräch wäre es leichter darüber zu reflektieren.
Ich werde ihn mir auf jeden Fall erneut ansehen.
Nur der Schluss!!! Da muss ich dir zustimmen.
Unprofessionell und unrealistisch.
Therapie, soziale, vertrauensvolle Kontakte, Cludder-body, SHG usw.
wären hilfreicher als diese "ich hebe diese Kiste auf und werde sie nicht vermissen!"-Show.
.
Sakem


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