Neid? Angabe? Es steckt immer mehr dahinter...(Sinn+Unsinn von Erfolgsberichten) (Allgemein)

Odille, Donnerstag, 12.03.2009, 09:17 (vor 6151 Tagen) @ Schlumpfine

Huhu liebe Schlumpfine,

vielen lieben herzlichen Dank für Deine Gedanken.

Und *ochmönsch* - ich les so schrecklich gern Deine (und andere) Erfolgsberichte.

Wer mich persönlich oder anhand meiner jahrelangen Präsenz hier im Forum kennt, weiss auch, dass - wenn ich solche Erfolge schreibe - dies kein
"ätsch, guck mal was ich hab" - Kontext ist (den hat "Beate" für sich herausgelesen) sondern einfach nur die pure Freude darüber, nach jahrelanger harter Arbeit, nach Zeiten von Hartz4 (yupp, da war ich auch mal, "trotz" meiner guten Ausbildung und ich wärs auch immer noch, wenn ich nicht neue/andere Wege gegangen wäre und heftigst mit mir selbst gearbeitet hätte) endlich - endlich! - was den Erfolg im Aussen angeht, wohl wirklich die Dinge verlernt habe, die meine Mutter mir mit Folter und Prügel versuchte, in meine Seele zu stempeln:

Als ich sieben Jahre alt war und anhand eines psychologischen Tests, bei dem festgestellt wurde, dass ich weitaus intelligenter war, als es meinem Alter entsprach und ich ein bis zwei klassen überspringen sollte (oder darf ich das jetzt auch nicht schreiben, weil Neid erweckt werden könnte? *grübel*), weigerte sich meine Mutter dem zuzustimmen. Abends gab es dann eine "Sitzung" mit ihr - sie fesselte mich an einen Stuhl, nahm ein Messer, schnitt mir in meine nackten Arme und Beine und hielt mir das blut-triefende Messer vors weinende Gesicht mit den Worten: "siehst Du? Dahin bring Dich Deine Intelligenz! Glaub ja nicht, dass Du was besseres bist! Und Du siehst, Deine guten Schulnoten nützen Dir gar nichts - ich kann doch alles mit Dir machen, was ich will!!!"

Fazit für mich war jahrzehntelang: "Ich bin nichts wert - ich habe kein Recht auf Erfolg - wenn ich mein Potenzial lebe, passiert mir schlimmes".
Diese Erkenntnis hielt mich fest am ständigen Misserfolg...ich musste für jedes kleine Fitzelchen, was mich beruflich weiterbrachte hart hart arbeiten - hauptsächlich in mir drin - weil ich immer zweifelte und auch die herrlichsten Rückmeldungen von aussen nicht meine innere Abwertung übertünchen konnten.

<font color=magenta>Liebe Schlumpfine, Liebes Forum -

es hat mich Jahre der Theraphie, Jahrzehnte der Ausbildung und Arbeit gekostet, da zu stehen wo ich jetzt bin:

Ich BIN Glücklich! Ich bin froh! Ich hab ein liebendes Herz....und ja - ich hab auch beruflichen Erfolg.

Und wisst Ihr was? Ich schäme mich dessen nicht. Nicht mehr!

Und das macht mich soooo wahnsinnig glücklich - dass ich - ich gebe es zu - nicht immer darüber nachdenke, ob jetzt die Schilderung über "mein Glück" einen anderen unglüclich machen könnte.

Im übrigen: was mich hauptsächlich glücklich macht, ist nicht das Geld, sondern das innere Emfpinden dazu. Ich VERDIENE diesen Erfolg in jedem auch nur erdenklichen Sinne. *smile*</font>

All denen, die damit so schlecht umgehen können, wenn es anderen "scheinbar besser geht" oder eben sich wohler damit fühlen, Elendsberichte zu lesen - denen rate ich, mal bei sich selbst hinzuschauen. Vergleiche sind niemals zielführend. Weder nach unten oder nach oben. Wenn ich mich nur dadurch besser fühle, weil ein anderer ja viel mehr Probleme hat - das empfinde ich ziemlich mies. Wenn ich neidisch bin oder mich schlecht fühle, weil es einam anderen "besser" zu gehen scheint - auch dann mache ICH mir die schlechten Gefühle, nicht der dem es besser geht.

Mir gehts wie Dir: ich freue mich aufrichtig, wenn ich hier Erfolge lese. Ich kann mitfühlen, wenn ich lese, dass es jemandem schlecht geht. In keinem von beiden Fällen vergleiche ich mich mit dem anderen.

Und ich finde, DAS POSITIVE, Erfolgsberichte-lesen und -schreiben gehört hier GENAUSO rein, wie die offenen Berichte darüber, was nicht läuft.

Herzliche Grüsse, Odille


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