Spiegeltheorie funktioniert auch umgkehrt.-selbstliebe installieren m. Routinen (Allgemein)

Odille, Samstag, 12.07.2008, 08:40 (vor 6394 Tagen) @ MarLe

Liebe Marlene,

alles gute und wahre Gedanken von Dir.

Ich möchte - ganz ernsthaft ebenfalls - um ein par weitere von mir ergänzen.

Ich bin jetzt seit über vier Monaten ohne Pause durchgängig unterwegs als IT-Beraterin und Trainerin für die sog. "Social Skills" (Motivation, Kommunikation etc.), daneben auch Vertriebstrainings, am Wochenende mach ich meist selbst noch eine Management-Ausbildung, zu der ich auch nicht gerade verschlampt hingehe.

D.h. Ich bin sozusagen fast jeden Tag dazu "gezwungen" gewesen, mich einigermassen "gut" im Sinne von gepflegt, ordentlich, leidlich schick etc. anzuziehen. (gut, meine Seminare wären ja die gleichen, auch wenn ich in Jeans und T-Shirt komme, aber Du verstehst - das gehört zum Spiel eben mit dazu, gerade auf dem Professionslevel, auf dem ich mich da mittlerweile bewege. Kleider machen eben doch auch manchmal Leute. Das gut gekleidete Aussehen könnte natürlich nicht kompensieren, wenn ich fachlich unfähig wäre, ist auch klar). Und auch sonst eben auf mein Äusseres zu achten: Haare stets frisch gewaschen und in Form, Fingernägel manikürt, da mir oft auf die Hände geschaut wird, vernünftig geschminkt (nicht angemalt, eben nur positiv ausschauend - manchmal reicht da ja auch ne getönte Tagescreme und ein schöner Lipgloss)

Das gehört sozusagen dazu zu der neuen Tätigkeit- wenn auch am Anfang wiederwillig- ich hatte ja nach der Trennung von meinem Ex auch ne Phase hinter mir, wo es mir beruflich und privat sozusagen nicht gut ging, war längere Monate auch zu Hause, weil ich mich nicht aufraffen konnte zu bewerben, ich auch keine Ausstrahlung dafür hatte.
...es wurde dann irgendwann zur *taaa-daaa* ROUTINE. Routine, mich jeden Morgen zu pflegen und hübsch zurecht zu machen. Ich bemerkte, ich machte das dann auch automatisch an meinen wenigen "freien" Tagen und automatisch stieg ich auch oft, wenn ich von der Arbeit kam nochmal unter die Dusche und machte das gleiche Programm - mit anderen - aber eben auch "schönen" Klamotten für die "Private Odille". War irgendwie "Standard" geworden.

Seitdem war ich seelisch auch nicht immer obenauf. Trennung kam z.B. dazwischen. Und auch da half mir die Routine: es war das, an dem ich mich festhielt. JETZT ERST RECHT sozusagen. D.h. gerade an den Tagen, an denen es mir besonders schlecht ging innerlich, machte ich mich besonders schön zu recht. Und es wirkte! Allein die vermehrten Komplimente, das Gefühl wenn ich mich im Spiegel sah, die vielen Leute, die mir zulächelten (die Menschen sind komisch - gut gekleidet wird man eher wahrgenommen....) aber auch das GEfühl: das tue ich nur für mich.

Weil ich eben auch schon angefangen hatte, das "ich tue das für mich" zur Routine werden zu lassen. Damit habe ich über Wochen und Monate eben - auf ganz prakmatische Art- täglich ein Stück Selbstliebe installiert.

Ist wie mit der Wohnung: erinnerste Dich noch? Früher sagte ich oft - und das sagen ja auch viele hier - "Der Zustand meiner Wohnung ist der Spiegel meiner Seele - wenn es mir schlecht geht, sieht man das meiner Wohnung an". Das stimmt. Aber ein Spiegel funktioniert auch in "beide Richtungen", hab ich festgestellt: ich begann, gerade dann, wenn es mir schlecht ging, besonders aufzuräumen. Und siehe da - der Anblick von etwas mehr Ordnung liess mich auch innerlich wieder besser fühlen. Und genauso handhabe ich das jetzt mit mir selbst. Diesen Kreislauf - der im Grunde immer nur nach "unten" ging damals, hab ich durchbrochen.

Zurück zum Aussehen: ich bin beileibe keine "klassische Schönheit". Wiege um die 80 kg bei 172 cm Grösse, also durchaus mollig. Untenrum passt mir 44 bis 46. Schlank is anders. Aber dennoch Gefällt mir mein Körper und dennoch gelingt es mir, gut auszusehen, mich wohlzufühlen. Das gelang mir auch, als ich an die 100 kilo wog (hm, wenn ich so drüber nachdenke: auch damals stand ich voll im Beruf). Zwar nicht mit teuren Klamotten, aber ich bin ne Kombinationskünstlerin und oftmals kommt es auf schöne Details an, die nicht teuer sein müssen. Oberste Devise bei mir: es kann auch einfache Kleidung sein - mitterweile kann es durchaus vorkommen, dass ich auch mal ein Training, bei dem mich die Kunden bereits vorher schon in Businessklamotten erlebt haben - in Jeans und nem Schönen T-Shirt erleben. Aber der Rest ist eben immer top gepflegt. D.h. ich bin immer frisch geduscht, schön geschminkt und meine Hände sind manikürt, an den Füssen oftmals farblich passende Schuhe zum Shirt, ggf. -wenn ich hab- auch Schmuck und Handtasche passend zur Outfitfarbe. Das war alles nicht teuer. Aber die Wirkung zusammen ist eben klasse. Und sicherlich liegt meine Ausstrahlung nicht zuletzt an dem inneren Gefühl "ich lasse es mir gut gehen".

Fazit: auch das aufmerksam mit sich selbst umgehen kann man zur "Routine" werden lassen. Ich geb zu, ich "musste" Jobbedingt. Aber das half mir, das auch privat für mich selbst durchzuziehen. Weil es mir am Anfang nämlich genau so vorkam wie Du beschreibst mit dem "nach der Arbeit Dreck in die Haare schmieren" - irgendwie "passte" das nicht mehr zu mir. Ich wollte das auch "nur für mich" haben, das gute Gefühl....am Anfang war es ungewohnt und wenn ich im Bad stand und föhnte mir die Frisur in lockige Form obwohl ich gar nix vorhatte, machte ne Gesichtspflege und legte den schönen Lipgloss auf...obwohl ich eigentlich nur zu Hause Hausputz machte dachte ich schon manchmal " du spinnst" - aber ich habs dennoch konsequent durchgezogen. s

Für mich - hats funktioniert.


Und nochmal zurück zu "ich lasse es mir gut gehen" - das ist kein passiver Vorgang! Das ist AKTIVES HANDELN!!!!!!!

Ganz liebe Grüsse, Odille [image] (frisch geduscht - muss haare fönen gehen und mich rundherum mit Rosenöl einölen...letzeres schützt die Aura und macht unangreifbarer gegen Menschen, die einen aus der Ruhe bringen wollen - nur so ein tipp am rande)


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