Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) (Allgemein)
Hallo Ihr Lieben!
Ungefähr 2 Wochen lang habe ich den Kindern beim Zimmer aufräumen geholfen und dabei vieles von mir selbst wiederentdeckt.
Erstens, bin ich mir inzwischen ziemlich sicher, daß es sowohl bei den Kindern als auch bei mir eindeutig eine Veranlagung zum Chaos besteht
und
Zweitens, daß ich es für schwierig bis unmöglich halte, ihnen die Fähigkeit zu vermitteln, ihren eigenen Kram selbständig in Ordnung zu halten.
Das was ich bei mir selbst "Veranlagung zum Chaos" nenne, ist bei mir als ADS diagnostiziert worden,
bei den Kindern weiß ich es (noch) nicht.
Aber wie auch immer, ich habe genau das gesehen, was in meiner Kindheit abgelaufen ist.
Es ist nicht so, daß sie nicht aufräumen wollen, sie kommen nur von alleine nicht auf die Idee.
Ich merke es spätestens dann, wenn sie nach der Schule in der Küche oder auf dem Sofa sitzen.
Sie haben keine Lust, in ihre Zimmer zu gehen, weil kein Platz mehr ist. Dann muß ich sie daran erinnern, daß sie Platz haben, wenn sie aufräumen.
Ach so. Immerhin sehen sie es dann ein - für diesmal.
Aber das Aufräumen selbst ist ein Akt für sich.
Das was ich mir im Lauf der Jahre erarbeitet habe, nämlich Dinge in Kategorien einzuteilen ("Gleiches zu gleichem") kriegen sie nicht hin.
Bücher ins Bücherregal? - Fehlanzeige. Die finden sich dann in der Schreibtischschublade, weshalb der Vorrat an Patronen "weg" (weil nicht mehr sichtbar) ist.
Faulheit ist das nicht. Meiner Meinung nach ist es viel mehr Arbeit, so ein Buch noch mit in eine volle Schublade zu stopfen als in ein (nicht volles!) Regal zu stellen.
Eher Gedankenlosigkeit.
Oder Perfektionismus?
(Ich kann mich nicht entscheiden, an welchen Platz innerhalb des Regals das Buch kommt -also verschiebe ich die Entscheidung auf später
und pack das Buch erst mal "irgendwo" hin.)
Oder z.B. Stifte. Da gibt es einen Becher auf dem Tisch, eigentlich ganz einfach.
Aber, gemalt und geschrieben wird überall und überall liegen dann auch die Stifte.
Daß sie nach Benutzung wieder im Becher landen (BB), passiert nicht "automatisch".
Aber auch beim Aufräumen geht es nicht "einfach so"
Kind sammelt ein paar Stife ein, legt sie auf den Stuhl.
Ich sage, bring doch die Stifte an ihren Platz.
Kind legt die Stifte auf den SchreibtischSo oder so ähnlich läuft es mit allem.
Auch mit dem Müll - es ist nicht so, daß sie sich von den Sachen nicht trennen können.
Sie kommen nur nicht auf die Idee. Z.B. ein Bonbonpapier gleich wegzuwerfen oder einen ausgetrockneten Filzstift usw.
Wenn ich danebenstehe und jeden Schritt einzeln ansage, geht es.
Sie sind auch froh, wenn sie ihre Zimmer wieder benutzen können.
Im Moment ist es unsere einzige Chance, wenn ich regelmäßig, am besten täglich, in die Kinderzimmer gehe und den Kindern ganz genaue Aufgaben gebe.
Und dableibe, bis sie erledigt sind.
Aber andererseits brauchen sie auch ihre Privatsphäre und natürlich auch die Chance, sich selber ihre eigene Ordnung zu schaffen.
(Ich selbst habe zum ersten mal mit 12 Jahren alleine aufgeräumt, das hat den ganzen Tag gedauert und auch nicht lange gehalten, aber ich habe wenigstens einmal gesehen, daß ich es kann.)
Sie haben auch Lust darauf, ihre Zimmer zu gestalten, aber wenn wir damit anfangen, ist das Interesse (oder die Konzentration)
schon während des Möbel-aufbauens weg und die schönen neuen oder leergeräumten Möbel dann nach eigenen Vorstellungen einzuräumen,
passiert dann nicht mahr von alleine.
Dann freuen sie sich, wenn sie sich nicht darum kümmern müssen.
Normalerweise räume ich in den Kinderzimmern nichts auf und ich räume den Kindern auch nichts "hinterher".
Ich greife erst ein, wenn sie gar nichts mehr finden, oder wirklich mal saubergemacht werden muß.
Dann versuche ich, sie darauf vorzubereiten, d.h. ich lege einen Termin fest und den muß ich dann auch einhalten, die Kinder aber auch.
Und ich habe es im Moment aufgegeben, ihnen irgendetwas "angewöhnen" zu wollen.
Ich selbst bin absolut kein Gewohnheitsmensch und auch langes Trainig hat bei mir keinen Erfolg.
Also bleibt nur, dranbleiben, den Kindern Tricks zeigen (BB, Kurtie, Listen usw) und hoffen, daß ihnen das später wieder einfällt,
wenn sie in ihrem eigenen Haushalt auf sich gestellt sind und vielleicht wirklich unter ihrer Unordnung leiden.
Das ist nämlich der nächste Punkt. Ich habe nicht den Eindruck, daß sie leiden.
Sie sind nicht blockiert, nur beschäftigt.
Sie sind mit ihren Gedanken ganz woanders und das Thema Ordnung hat noch nicht so eine Priorität.
Andererseits finde ich es auch schön, daß sie im großen und ganzen mit sich und der Welt zufrieden sind.
Dann wär es schade, ihnen immer wieder genau das vor Augen zu führen, was für mich (und für wen auch immer) ein Problem ist.
Nur wenn ich mir vorstelle, daß da noch ein paar Jahre Aufräumhilfe vor mir liegenund irgendwann werden sich die lieben <s>Kleinen</s> Großen auch nicht mehr so gern helfen lassen wollen und es trotzdem nicht selber machen.
Na gut, darüber zerbrech ich mir den Kopf, wenn es soweit ist.
Jetzt pack ich erst mal ein paar Tüten Müll und einen riesigen Haufen Papier in die Tonne, und wenn ich die wiedergefundenen Socken und anderen Wäscheteile in die Wäschetruhe packe, kann man im Flur schon wieder gehen.
Soweit meine Gedanken zur "Dauerbaustelle" Kinderzimmer
Gruß Katta
gesamter Thread:
- Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Katta,
27.08.2008, 10:01
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Xandria,
27.08.2008, 12:58
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Katta,
27.08.2008, 16:43
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Schlumpfine,
09.09.2008, 09:01
- Re: Kinderzimmer - Katta, 09.09.2008, 10:36
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Schlumpfine,
09.09.2008, 09:01
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Katta,
27.08.2008, 16:43
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Astarte,
27.08.2008, 13:31
- Beispiel Bücher -
Astarte,
27.08.2008, 13:56
- So eine liebe Mama ! (n/t)
-
Lisa Suisse,
27.08.2008, 14:00
- Re: So eine liebes Kind ! -
Astarte,
27.08.2008, 14:04
- Astarte ! -
Lisa Suisse,
27.08.2008, 22:24
- Re: Astarte ! -
Astarte,
27.08.2008, 23:29
- Re: Astarte ! - Lisa Suisse, 28.08.2008, 10:09
- Re: Astarte ! -
Astarte,
27.08.2008, 23:29
- Astarte ! -
Lisa Suisse,
27.08.2008, 22:24
- Re: So eine liebes Kind ! -
Astarte,
27.08.2008, 14:04
- So eine liebe Mama ! (n/t)
- Re: Kinderzimmer - Katta, 27.08.2008, 15:35
- Re: da fällt mir noch ein...(nicht mehr Kinderzimmer) - Katta, 27.08.2008, 18:13
- Beispiel Bücher -
Astarte,
27.08.2008, 13:56
- Re: Am Anfang war das Chaos oder Selbstbeobachtung im Kinderzimmer (lang!) -
Xandria,
27.08.2008, 12:58