Re: Kinderzimmer (Allgemein)

Katta, Mittwoch, 27.08.2008, 15:35 (vor 6343 Tagen) @ Astarte

Hallo Astarte,

die beiden sind 9 und 12, die Probleme, so oder ähnlich, gab es aber schon immer.

Ja, mir liegt auch viel daran, daß sie ihre eigenen Methoden entwickeln und ihr eigenes Tempo finden,
nur bisher machen sie es gar nicht.
Das Beispiel mit den Stiften finde ich interessant, wie unterschiedlich es doch sein kann.

Bei uns lag es nicht am Tempo, oder daß ich mit den Gedanken schon beim nächsten Punkt war.
Sie selbst war einfach überhaupt nicht bei der Sache.
Also, sie hatte die Stifte in der Hand und wußte nicht, was sie damit machen sollte.
Wenn ich mal zwischendurch fragen würde, wo tust du eigentlich immer deine Bunstifte hin, würde sie sagen, natürlich in den Becher auf dem Schreibtisch.
Ganz klar, sie weiß es. Aber im entscheidenden Moment sind die Gedanken woanders und lassen sich nicht herbeizaubern.

Zumal die anderen herumliegenden Sachen für Ablenkung sorgen.
In der Schule hat sie das Problem weniger, da gibt es nicht soviel Ablenkung und der Ablauf dort ist ziemlich genau vorgegeben.
Zu Hause muß sie es schaffen, einen eigenen Ablauf zu haben, und daran fehlt es noch.

Das mit dem Bücherregal ist bei uns ähnlich, das Einsortieren erfordert Nachdenken und eine Entscheidung,
also wird es vertagt.
(so habe ich das bei uns beobachtet, am Umkippen der Bücher liegt es nicht)
Ein Stapel mit Büchern ist bei uns auch erlaubt, klappt aber auch nicht.

Was das Tempo betrifft, kenne ich das aus meiner Sicht auch.
Als Kind wurde ich auch "zwischendurch" aufgefordert, Dinge zu erledigen.
Und egal, ob es eine längst fällige "Standard"-Aufgabe war oder ein "bitte hilf mal schnell",
ich fühlte mich immer gestört, weil ich gerade jetzt was anderes im Kopf hatte.
Das ist auch jetzt noch so und bei meinen Kindern ganz genau so.

Am besten geht mir alles von der Hand, wenn ich alleine bin.
Wenn Männe nach Hause kommt und mithelfen will, krieg ich manchmal zuviel. Dann geht es nach seinem Tempo und das ist purer Streß für mich.
Zu meiner Natur paßt es am besten, mir zum Aufräumen oder für bestimmte Erledigungen eine bestimmte Zeit zu setzen.
Wenn ich dann nicht gestört werde, schaffe ich unglaublich viel.
Leider ist diese Methode als "Familienmensch" nicht so einfach, ich bin praktisch nie mehrere Stunden am Stück ungestört.
Deshalb habe ich mir mühsam erarbeitet, Teilaufgaben zu erledigen, kleinere Schritte zu machen und es funktioniert auch, wenn auch nicht so
wie ich es gern hätte.

Nur bei meinen Kindern sehe ich noch gar nichts, noch nicht einmal einen Ansatz einer Methode oder einer Zeiteinteilung.
Sie dürften schon in ihrem eigenen Tempo aufräumen oder ihre eigene Ordnung haben, mir ist auch egal, wo sie ihre Sachen haben, wenn sie sie selbst wiederfinden.
Aber genau das ist das Problem.
Sie finden ihre Sachen nicht wieder, und wenn ich nicht einen "Aufräumtermin" vorgebe, machen sie es nicht.
Die Aufgabe geben und allein weitermachen lassen, klappt ab und zu, je nach Lust, Laune und Ablenkungsfaktor und hängt auch sehr von der Aufgabe ab.
Manche Aufgaben machen Spaß, manche verleiten zum "Verzetteln" z.b. Zeitschriften einsammeln - sortieren (dabei ertappe ich mich auch oft) und - lesen.
Dann komme ich 10 Minuten später wieder und die Zeitschriften liegen nicht mehr im Bett, sondern davor, 3 Haufen mit verschiedenen Jahrgängen und die Kidies versuchen gerade, eine Fortsetzungsgeschichte chronologisch zusammenzupuzzeln.
Naja, das ist schon "eigenes Tempo" beim Aufräumen, aber dann dauert die eine Aufgabe nicht 10 Minuten, sondern 3 Wochen und wir haben gar nichts gekonnt.
Also muß ich schon immer dranbleiben.

Wie gesagt, Aufräumen mit Hilfe klappt gut. Ich mache mir eher Sorgen, ob und wie sie es eines Tages selber schaffen.

Gruß Katta


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