Überlebensmittel (Allgemein)

Sakem, Samstag, 26.07.2008, 17:35 (vor 6372 Tagen) @ Astarte

Was mich sehr tief bewegt hat, war die Zeile mit dem "sich selbst verzeihen". Dies beschäftigt mich derzeit sehr akut und intensiv. Gerade erst heute Morgen habe ich es für mich als "Messi-Allheitmittel" deklariert in meinem spätjugendlichen Übermut [image])). Die ganzen Gedanken, die mich dort hinführten, würden vermutlich etliche Seiten füllen.

Hallo Astarte,
ich hätte Zeit mir deine Gedanken-Seiten durchzulesen. Wenn du sie mitteilen möchtest?

Mir fällt allerdings auf, dass Du also beim Messitum von einer "Sucht" ausgehst. Ich denke, ob es eine Sucht ist oder nicht, lässt sich nicht wirklich klären.

Stimmt. Ist medizinisch auch noch nicht anerkannt, so weit es mir bekannt ist.
Für mich ist es ein Ersatz. Eine Krücke. Ein Überlebensmittel.
Ein Mittel in dem ganzen Chaos zu überleben.
Sich selbst ein Chaos schaffen.
Der Mess steht für etwas anderes. Das Leben?

So ähnlich verhält es sich mit anderen soffgebundenen Süchten und
vor allem stoffungebundenen Süchten.
Ich habe kein anderes Wort gefunden, das den Zustand annähernd
beser beschreibt.
Habgier? Mangel? Zu kurz gekommen? Sich be-schweren?
Be-lasten? Von allem zuviel

Ich für mich gehe eher von "ungelösten Problemen" aus, und ergänze es sogar noch mit Gedanken an frühere Leben, aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema. Anders als beim Alkoholiker oder Raucher sehe ich es also nicht ganz so strikt, dass "ein einziges weiteres mal" sofort wieder in die "Sucht" hinein führt.

Es kann 100 x gutgehen. Und beim 101 hat man wieder die Kontrolle verloren.
Es ist wie Russisch Roulette. Welche Kugel trifft?
Habe ich meinen Bewitz unter Kontrolle oder bestimmt der Besitz mein Leben?
Besuche ja/nein? HA-Termin, nicht putzen können weil alles vollsteht,
nichts finden, Termine verpassen

Ich vergleiche lieber mit einer Diät, statt einer Alkoholsucht. Es beginnt im Kopf (konsequenter Wille!), aber Radikaldiäten schaden langfristiger eher und der Jojo-Effekt lässt grüßen. Man kann zwar SOFORT beginnen die Ernährung umzustellen, aber bis die Kilo im vernünftigen Maß purzeln muss man geduldig mit sich selbst sein.

Stimmt, die Veränderung muss von innen stattfinden.
Dann braucht man das Symptom nicht mehr. Es hat sich erledigt.
Man lebt es jetzt anders aus.
Oder hat es verlagert (Sport statt fressen)
Ich war mal ganz schlank und hatte trotzdem den ineren Hunger nicht gestillt.
Die Zunahme war vorprogrammiert.

Schwarzweiß. Ja, das war ein guter Beitragstitel. Heute siehst Du es so... was morgen ist? Wer weiß. Vielleicht hast Du es schon selbst oft erlebt, wie die Stimmung dann kippen kann, von einem Extrem zum anderem. Das baut über kurz oder lang Frust auf. Jedesmal wieder es schwerer sich zu einem neuen Versuch zu überwinden, der "Sucht" zu entsagen. Jedesmal hält man ein bißchen länger durch. Und jedes Mal wird der anschließende Fall nur noch schmerzhafter, weil man nicht wirklich weiß, was man "diesmal schon wieder falsch gemacht habe."

Deshalb: Nur für HEUTE. 24 Stunden. Heute kann ich mich ent-scheiden. Handeln.
Heute kann ich Ordnung halten oder herstellen.
Heute kann ich mich vernünftig ernähren und ausreichend bewegen.
Heute kann ich anfangen soz. Kontakte aufzubauen.
Ich kann es zumindest versuchen. Und mein Bestes geben.

Verzeih, falls ich völlig daneben liege. Ich spreche hier eher spekulativ aus eigener Erfahrung.
Ganz wichtig ist, einen konsequenten Willen zu haben, wie Du ihn deutlich zeigst. "Ich WILL kein Messi mehr sein!" Dazu kann man Dir nur gratulieren. Dies ist die eine Ebene, wo es vielleicht wirklich nur schwarz-weiß gibt.Aber bis sich die Auswirkungen ändern, die normale Alltagswelt, dauert es ein wenig länger. Die Materie ist spröde, sag ich jetzt mal

Der Wille allein reicht nicht.
Wie sagte M.Luther: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Vielleicht mit Gottes Hilfe?
Bisher hat´s gewirkt.

lg Sakem


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