Handlungsebene@Johanna (lang) (Allgemein)

Sakem, Samstag, 02.08.2008, 08:52 (vor 6366 Tagen) @ Johanna2

Hallo Johanna,
ich habe eine große Papieraufgabe, die ich jetzt dringend angehen muss. Habe sehr lange geschoben ...und jetzt muss und will ich dran, da ich am 8. August einen festen Abgabetermin dafür habe.
20 Seiten tippen also.

O.K. Zeit läuft.
Dass du aufgeschoben hast ist passiert.
Das kannst du nicht ändern.
Aber die nächsten Tage kannst du was machen.
Es hilft alles nichts. Du musst auf die Handlungsebene kommen.
"Es gibt nichts Gutes-außer man tut es!"
Nicht Jammern-machen!
.
Ich bin damals für eine feste Zeit in der Bibliothek arbeiten gegangen.
Hatte dort einen Schreibtisch und ein Schließfach.
Ich war zu einer festgelegten Zeit
und für eine bestimmte Dauer verbindlich dort.
Hatte meinen festen Arbeitsplatz und geregelte Pausen.
Dort saß ich in einer aufgeräumten Umgebung und
ließ mich von der Arbeitsatmosphäre anstecken.
Ich habe es als meinen "Job" aufgefasst.
Da ich keine Ablenkung hatte ging es erstaunlich zügig voran.

Ich habe mir einen Zeitplan erstellt.
Einen einfachen Kalender dafür benutzt und die verbliebenen Tage eingeteilt.
Pufferzeiten berücksichtigt und abgehakt.
Am Nachmittag habe ich meistens geschrieben.
Viel Stuss auch dabei gewesen. Fehler, FragenEgal. Hauptsache geschrieben.
Lexika sind für die erste Recherche ganz hilfreich.
Heute würde man googeln und ausdrucken.

Am nächsten Morgen habe ich mir mit klarem Kopf
das Geschreibsel vorgenommen und in eine klare Form gebracht.
Zerschnitten, hin und her geschoben, aufgeklebt,
ergänzt, gestrichen, korrigiert.
Es war leichter einen vorgefundenen Text zu bearbeiten,
als sofort einen druckreifen Text zu formulieren
an dem man nichts mehr umstellen darf.
So habe ich manche Seite mehrmals überarbeitet.
.
Die Einleitung und das Schlusswort habe ich zum Schluss
geschrieben.
Ich habe meine Texte Korrektur lesen lassen,
es zum Tippen (damals noch mit der Schreibmaschine und für viel Geld)
und rechtzeitig zum Binden abgegeben. Delegieren!

Mein Ziel war: So gut ich es kann. Es musste nicht perfekt sein.
Das nahm mir den Druck.

Heute überlege ich, ob ich diese Schreibarbeiten weiterhin aufhebe.
Ich habe so gut wie nie mehr reingeschaut.

Ich fühle mich für die Aufgabe zu inkompetent, verfüge nicht über die nötigen Resourcen (=Bücher) und das nötige Wissen und doch, irgendwie muss es ja schaffbar sein.

.
Wird es auch.
Man lernt durch das Tun.
Es gibt das Internet und Büchereien.
.

Bisher versuche ich mich mit Seitenzahlen zu ködern. Das klappt nicht gut. (1 Seite, dann darfst du Pause machen).

.
Pausen sind wichtig! Bewegung tut gut nach dem langen Sitzen.
.

Soll ich mir feste Zeitlimits setzten? 1 stunde mit wecker?

.
Das musst du probieren. Manchmal gingen bei mir nur 15 Min.
Die dann aber konzentriert.
.

Am Tippen hindert mich am meisten der Perfektionismus. Ich sehe meine Mängel immer zu deutlich und dann verlange ich eine Verbesserung die ich im Augenblick nicht leisten kann. Das blockiert mich dann.

.
Dann lass das doch erst mal so wie´s ist.
Mach die Sachen weiter, die du kannst.
Evtl. Hilfe holen oder später noch mal korrigieren.
.
Meine Erfahrung bei den vielen Arbeiten, die ich geschrieben habe
kam es weniger auf das Geschreibsel an.
Natürlich, das war immer der Aufhänger.
Heute denke ich, es ging darum zu testen, ob ich leistungsfähig bin.
- Zeiteinteilung
- Recherche
- Selbständiges Arbeiten
- Disziplin
- Selbstmanagement
- Fristeinhaltung
- Belastbarkeit
- Zuverlässigkeit
- Einhalten von Regeln
- Arbeiten unter Zeitdruck
- Umgang mit Kritik
usw.

Wer fragt heute noch nach diesen schriftlichen Arbeiten?
Entscheidend war, dass ich meinen Abschluss erhalte.
Und dazu gehören eben auch diese schriftlichen "Charakterprüfungen"

Ich wünsche dir viel Erfolg!
Ich glaub an dich.
Du wirst es schaffen.
Gib mal eine Erfolgsmeldung, wenn alles überstanden ist
Und die Belohnung nicht vergessen.
Denk dir jetzt schon mal eine aus.
Das kann auch motivieren.

lg Sakem


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