Kassier-Schutzverein ;-))) (Allgemein)

Astarte, Dienstag, 29.07.2008, 21:08 (vor 6371 Tagen) @ Sakem

In den Märkten neige ich manchmal zu der Frage, ob die Kassierin schonmal die Goldmedaille im Schnellkasieren gewonnen hat, oder ob sie immer noch dafür trainiert>Anhand der Schnelligkeit ihres Einscannens bekommen sie Bonuszahlungen.

Warum sollten sie sich bei einem garantierten Festgehalt selbst hetzen??
Warum sollte es sie persönlich ärgern, wenn ich in ihren Augen "trödle"?


Während meiner Abiturzeit hab ich selbst an der Kasse gearbeitet, und ganz ehrlich: Ihr tut den Kassierern unrecht.

Zunächst einmal sind die den ganzen Arbeitstag die BLitzableiter für die Launen der Kunden, und die sehen Kassierinnen selten als "Menschen" an, sondern als eine Art Scannerapparat aus Fleisch. Da muss man schon dankbar sein bzw. ist manchmal wirklich irritiert, wenn jemand "Guten Tag" sagt, weil das leider gar nicht die gängige Praxis ist. Ein einziges Lächeln eines Kunden kann einem schon sehr aufmuntern. Weil es so selten ist.

Anders gesagt: Euch ist es egal, wenn hinter Euch der Kunde genervt oder gehetzt ist. Seht ihn nie wieder. Seid weg. Die Kassierin kann nicht abhauen. Die darf die schlechte Laune der anderen dann spüren. 8 Stunden am Tag.

Vom Bonus für Schnellscannen habe ich noch nie gehört!

Die Kassierin hetzten sich aus dem selben Gründen, die so mancher Messi kennt: STRESS. Sie sehen die lange Schlange, sehen die Gesichter, die alle IHR die SChuld für die Verzögerung geben! Ach, und wehe sie macht einen Fehler. "Oh gott, hoffentlich ist nicht ausgerechnet jetzt das Kassenpapier alle!" oder Angst vor einem Storno, während die Meute sich aufregt, usw.

Die Meute allgemein macht den Druck, auch wenn es einzelne Ausnahmen gibt. Und sicherlich auch der Chef, wenn sich zu lange Schlangen bilden. Und für "Stress" und "Druck" sollten doch gerade wir Stress- und Druck-Geplagten Verständnis haben.

Wenn ich in der Schlange stehe... dann drängle ich nicht.
... es braucht so lange, wie es braucht.
... versucht meine Ruhe auch die Drängler hinter und vor mir zu übertragen
... beeile mich, wenn ich an der Reihe bin, ohne mich dabei selbst zu überfordern.
... sage höflich "Guten Tag!"
... und wenn ich es vor dem Zahlen nicht schaffe, rechtzeitig alles in Sicherheit zu bringen, dann fange ich Smalltalk oder Witze mit der Kassierin an, um die schlechte Stimmung abzumildern
... und ein Lächeln und "zwinkern" wirkt sich auch auf den hinter mir aus

Beispiel:

"Hilfe! SIe sind ja viel zu schnell für mich!*grins*"

oder

"Huch? Ist es schon soweit? Sorry, ich war gerade so beeindruckt von meinem neuem Joghurt...*g*...Zum Hintermann: ist echt lecker, haben Sie das Angebot auch gesehen?"

Sowas nimmt
a)der Kassierin was von der schlechten Stimmung
b)das indirekte Lob nimmt was von dem Druck
c)Der Hintermann kommt sich fühlt sich in der Pflicht nicht unfreundlich sein zu wollen, was dazu führt, dass ich
d) ... noch nie was anderes zu hören bekomme außer: "Ach, nun lassen Sie doch nicht hetzten!"
e) Der Hintermann ist von der Stimmung angesteckt, es pflanzt sich nicht selten auch noch ein wenig nach hinten in der Schlange fort

Ich schwöre, man hat mir mit dieser Methode noch nie einfach den Einkaufswagen in die Hacksen geschoben!

Fazit: Bei aller Entschleunigung, der ich gerne beipflichte, sollte man die Rücksicht nicht vergessen. Sonst ist man am Ende genauso "rücksichtslos" wie der Drängler hinter einem, nur im anderem Extrem.


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