Re: Blick in den Spiegel (off topic) (Allgemein)

Odille, Samstag, 23.08.2008, 16:29 (vor 6344 Tagen) @ Sakem

Hei Sakem,

wenn Du es kannst, tritt doch bitte mal zurück von Deinen persönlichen Animositäten den Nick Odille betreffend und versuche dieses Posting mal so zu lesen, als sei es von einem ganz anderen Nick geschrieben worden. Da ich grundsätzlich jedes meiner postings auch nur unter einem Nick schreibe, dies eben auch als Odille, selbst auf die Gefahr hin, dass Du es grundsätzlich allein dadurch missverstehen magst.

Dieser Satz von Dir sprang mir ins Auge:

Innerhalb eines Jahres an drei verschiedenen Arbeitsplätzen.
[quote]Und viele andere Demütigungen.
[/quote]

Ich gehe kurz mal in meine berufliche Rolle als Coach hinein und sage Dir, was ich Klienten mit einer ähnlichen Geschichte sagen würde, völlig wertfrei und ohne die Absicht, das von ihnen empfundene Leid unwichtig oder unreal zu machen:

Ich fasse zusammen:

1) sie haben innerhalb eines Jahres 3 mal den Arbeitsplatz gewechselt

2) bei jeder Arbeitsstelle ist Ihnen das gleiche widerfahren.

Bitte treten Sie ein Stück zurück und lassen das mal so auf sich wirken, als hätte Ihnen das ein anderer erzählt. Was würden Sie spontan denken?

Oft höre ich dann

-hm.
-hm..
-hmmmmm..
-na, ich weiss schon, nicht so doll, wenn man immer den arbeitsplatz so häufig wechselt.
-hmmmmmmmmm..
(ich als Coach schweige einfach nur dazu erstmal)

-hmmmmmmmmmm..
-komisch, dass ausgerechnet der person das immer wieder passiert.
-hat die einfach nur Pech gehabt?

-oder gibt es einen Grund, warum ausgerechnet sie "immer" in solche Situationen hineingerät?

Versteh bitte richtig: ich unterstelle Dir nicht, dass Du Opfer sein wolltest. Ich unterstelle Dir - so wie Du es geschrieben hast - nur die besten Absichten.

Aber in vielen Lebensläufen, die dem hier geschilderten Ausschnitt aus Deinem beruflichen Leben ähneln, zieht sich das wie ein roter Faden durch. Immer sind sie diejenigen, die Miss-Stände aufdecken, die gemobbt werden, die an Arbeitsplätzen landen, wo sie nicht genug gewertschätzt werden, Chefs doof sind, Kollegen blöd usw.

Meine Erfahrung: es gibt zwei Seiten. Klar herrschen in vielen Unternehmen Miss-Stände (frag mich mal, ich arbeite seit einigen Jahren für den einen oder anderen "bedeutenden" Grosskonzern und die Geschichten darüber, was dort alles anders sein müsste - speziell im Umgang mit dem Personal könnten ganze Bücher füllen.

Dennoch: MIR selbst ist sowas so gut wie nie passiert. Es gab Angriffe, es gab Ungerechtigkeiten, aber ich habe mich sachlich im Rahmen meiner Möglichkeiten gewehrt. In dem einen oder anderen Fall auch die Firma verlassen - weil deren Arbeitsstil, deren Umgang mit den Menschen nicht zu dem meinen passte. Ich werfe nun mal ungern Leute raus, nur weil die Nase dem Chef nicht passt, deren Leistungen aber hervorragend sind. Oder ich irgendwelche Quoten zu erfüllen habe. In jedem Fall war aber der Firmenwechsel immer zu meinem persönlichen Vorteil - auf lange Sicht.

Menschen, die ähnliches wie Du berichten - erzählen aber oft von der Wiederholung - sie sind das Opfer. Werden gemobbt. Decken Miss-Stände auf.

Ich sage damit nicht, dass sie nicht das Opfer sind, nicht gemobbt werden oder die Miss-stände lieber unaufgedeckt werden sollten. Das tut hier nichts zur Sache.

Ich stelle nur die Frage in den Raum:

warum ziehst Du sowas an? Warum suchst Du Dir - unbewusst - immer solche Firmen aus? Und - last but not least - Was ist Dein Anteil daran? Welche Rolle hast Du Dir in diesem Leben SELBST zugedacht?

Bitte - wenn Du magst - für Dich selbst beantworten, nicht hier.

Lieben Gruss, Odille


gesamter Thread:

 

powered by my little forum